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Pressemitteilung

Frankfurt

Der Handel mit Wohnimmobilienportfolios bleibt auf anhaltend hohem Niveau


Presseinformation inklusive Charts [PDF]

 

 

Frankfurt, 4. Juli 2013 - Im ersten Halbjahr 2013 wurden in Deutschland Wohnimmobilienportfolios* in einer Größenordnung von ca. 7,05 Mrd. Euro - und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahreszeitraum - gehandelt. Bei etwa 200 Transaktionen (H1 2012: 197) wechselten mehr als 100.000 Wohneinheiten (H1 2012: 130.000) die Besitzer. Deutlich stärker zeigte sich dabei das zweite Quartal: hier wechselten 72.000 Wohneinheiten mit 4,8 Mrd. Euro de Eigentümer, also fast  70% der ersten sechs Monate. 
 
Der bisher größte Eigentümerwechsel des Jahres war der Verkauf des Portfolios der bayerischen Wohnungsgesellschaft GBW mit ca. 31.000 Wohnungen für 2,5 Mrd. Euro an 27 deutsche berufsständische Versorgungswerke, Sparkassen und Pensionskassen unter der Konsortialführung der Patrizia AG. Anders als im Vorjahreshalbjahr, in dem vier Megatransaktionen (>15.000 Wohnungen) mit 4,6 Mrd. Euro den Markt bestimmten, war der GBW-Deal bisher die einzige Großtransaktion. Auf Platz 2 und 3 nach Transaktionssumme folgen zwei an die Deutsche Wohnen AG verkaufte Portfolien mit insgesamt 7.800 Wohnungen (420 Mio. Euro) und der Erwerb von 3.700 Wohnungen aus dem Bestand der Corestate AG an mehrere institutionelle deutsche Käufer (250 Mio. Euro).
 
Neben den im Markt bereits gut etablierten Wohnungsunternehmen erscheint die Adler Real Estate AG als neuer großer Akteur auf dem deutschen Wohntransaktionsmarkt. Für drei Portfolios gaben die Hamburger zusammen mit einem nicht genannten Co-Investor für fast 7.900 Wohnungen mehr als 400 Mio. Euro aus.
 
Wegen der Größe des GBW Portfolios stehen die Pensionskassen in der Statistik als die Player mit dem höchsten Anteil am Kaufvolumen, gefolgt von den Asset/Fondsmanagern (30 %) und den börsennotierten Wohnungsunternehmen (19 %). Die beiden letzteren kämen ohne Berücksichtigung des GBW Megadeals auf mehr als drei Viertel der gehandelten Wohnportfolios. Auf Verkäuferseite dominieren insgesamt Banken, Versicherungen und Pensionskassen (zusammen 43 %), der Anteil der Asset/Fondsmanager und börsennotierte Wohnungsunternehmen bewegt sich bei 23 % (ohne  das GBW-Portfolio bei ca. 35%). Entwickler konnten beim Verkauf von Projektentwicklungen im  ersten Halbjahr einen Erlös von 680 Mio. Euro erzielen, im Mittel fast 2.800 Euro/m². Demgegenüber  lag der Preis für Bestandsimmobilien bei ca. 990 Euro/m², damit allerdings auch deutlich (165 Euro/m²) über den Erlösen vor einem Jahr.

 
Deutsche Hauptstadt unangefochten Top 1 …
 
Lässt man die bundesweit  gehandelten Portfolios außen vor, bestimmt regional differenziert der Berliner Wohntransaktionsmarkt (inklusive Umland) wesentlich das Geschehen. Mit 1,7 Mrd. Euro wurde bereits zum Halbjahr fast der gesamte Vorjahreswert (2012: 1,9 Mrd. Euro) erreicht. Frankfurt am Main (307 Mio. Euro) und Rhein-Ruhr (304 Mio. Euro) folgen auf den Plätzen.

 
…einheimische Investoren dominieren den Gesamtmarkt 
 
Deutsche Investoren dominierten im ersten Halbjahr 2013 den  Markt. Verglichen mit dem Vorjahr (H1 2012: 50 %) ist ihr Anteil auf  90% der Transaktionssumme gestiegen: „Internationalen Investoren ist der deutsche Markt offensichtlich im letzten Jahr etwas zu teuer geworden“, so Oliver Schötz-van der Hoff, Leiter Regional Residential Investment Jones Lang LaSalle Deutschland. Und weiter: „Sie haben aber durch ihre vorausschauende Einkaufspolitik des letzten Jahrzehnts am steigenden Preisniveau gut partizipiert. Gleichzeitig erhöhen institutionelle Anleger durch das niedrige Zinsniveau ihre Immobilienquote, was die Nachfrage zusätzlich steigert.“ Da Megatransaktionen im zweiten Halbjahr derzeit nicht auszumachen sind, geht Jones Lang LaSalle  für das Gesamtjahr von einem Transaktionsvolumen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus. „Der deutsche Wohntransaktionsmarkt bleibt auf lange Sicht für Investoren attraktiv. Durch die nach wie vor nur moderaten Fertigstellungszahlen, bei gleichzeitig anhaltend hoher Nachfrage insbesondere in den Metropolregionen, sind Erträge aus Wohnungen weiterhin rentabel“, so Helge Scheunemann, Leiter Research Jones Lang LaSalle Deutschland.

 
* Verkauf von Wohnungspaketen mit mindestens 10 WE und 75 % Wohnnutzung sowie der Verkauf von Unternehmensanteilen mit Übernahme einer Kontrollmehrheit ohne Börsengänge. Nicht einbezogen wurde der Börsengang der LEG NRW, der den beiden bisherigen Anteilseignern Goldman Sachs und Perry Capital fast 1,2 Mrd. Euro brachte – Börsengänge eines Unternehmens werden von Jones Lang LaSalle nicht in diese Statistik aufgenommen.