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Pressemitteilung

Frankfurt

Investitionen in Handelsimmobilien im ersten Halbjahr fast ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum

Aufgelaufenes Transaktionsvolumen liegt Ende Juni bei knapp 3,8 Mrd. Euro


Pressemitteilung mit Schaubildern (PDF)

Frankfurt, 09. Juli 2013 – Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 3,8 Mrd. Euro liegt der Investmentmarkt für handelsgenutzte Gewerbeimmobilien im ersten Halbjahr 2013 etwa ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum. Fast 60 Prozent des Anlagevolumens entfällt auf die beiden stärksten Kategorien Geschäftshäuser und Shopping Center. Inländische Akteure dominieren auf der Käufer- und Verkäuferseite eindeutig das Marktgeschehen. Bezogen auf den gesamten Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien stehen Handelsimmobilien im ersten Halbjahr für knapp 30 Prozent des Anlagevolumens. Die Erhebung von Jones Lang LaSalle berücksichtigt alle Verkäufe von Shopping Centern, Geschäftshäusern, Fachmarktprodukten, Discountern / Supermärkten sowie Warenhäusern.

Geschäftshäuser in 1a-Lagen: Starke Nachfrage nach Top-Objekten setzt sich fort

Geschäftshäuser in innerstädtischen 1a-Lagen dominieren wie im ersten Quartal das Marktgeschehen. Ende Juni beläuft sich das aufgelaufene Transaktionsvolumen auf knapp 1,2 Mrd. Euro (H1 2012: 507 Mio. Euro). Damit macht die Kategorie fast ein Drittel des gesamten Retail-Transaktionsvolumens aus. Der Düsseldorfer Kö-Bogen und die Frankfurter Transaktionen One Goetheplaza sowie Zeil 94 haben das Ergebnis maßgeblich beeinflusst. Hinzu kommen viele kleinere Transaktionen in Städten aus der zweiten Reihe, die das wachsende Interesse der Investoren an regionalen Standorten bestätigen.

Shopping Center: Klarer Aufwärtstrend nach schwachem ersten Quartal

Shopping Center legen nach einem schwachen Auftaktquartal (55 Mio. Euro) wie erwartet deutlich zu. Bis Ende Juni beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 970 Mio. Euro. Anders als im ersten Quartal wechselten unter anderem mit der Aachener Kaiserplatz-Galerie und dem Anteilsverkauf an der Dresdner Altmarkt-Galerie gleich vier Objekte im dreistelligen Millionenbereich den Eigentümer.

Anke Kaukars-Haverkamp, Leiterin Shopping Center Services Deutschland bei Jones Lang LaSalle: „Wie erwartet, ist das Transaktionsvolumen nach einem schwachen ersten Quartal bis Ende Juni deutlich gestiegen. Mit Blick auf das Gesamtjahr 2013 sollte das Niveau des Vorjahres in Höhe von etwa drei Mrd. Euro erreichbar sein. Einzig limitierender Faktor bleibt das begrenzte Angebot an Core-Objekten. Bei einer leicht steigenden Risikobereitschaft der Investoren bietet der Markt derzeit attraktive Chancen. Mit einem nur gering erhöhten Risiko lassen sich deutlich bessere Renditen erwirtschaften. Die unterschiedlichen im Markt aktiven Investorengruppen und die damit verbundenen Strukturierungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie seit vielen Jahren nicht mehr.“

Fachmarktprodukte: Transaktionsvolumen gegenüber H1 2012 mehr als verdoppelt

Insgesamt haben sich die Investitionen in Fachmarktprodukte und Supermärkte / Discounter gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 mehr als verdoppelt. Große Fachmarktzentren bleiben im ersten Halbjahr mit einem Volumen von rund 400 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (464 Mio. Euro). Deutlich zugelegt haben dagegen einzelne Fachmärkte, die auf rund 436 Mio. Euro Transaktionsvolumen kommen. Der Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum lag bei rund 80 Mio. Euro. Der Bereich Supermärkte / Discounter zeigt sich weiterhin stark. Mit fast 460 Mio. Euro Transaktionsvolumen hat sich das Volumen gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 (42 Mio. Euro) mehr als verzehnfacht.

Warenhäuser: Transaktionsvolumen steigt gegenüber Vorjahreszeitraum um rund 50 Prozent

Warenhäuser liegen mit einem Transaktionsvolumen von rund 320 Mio. Euro fast 50 Prozent über dem Vorjahresniveau (217 Mio. Euro). Insgesamt steht die Anlagekategorie für fast zehn Prozent des im ersten Halbjahr in Einzelhandelsimmobilien investierten Transaktionsvolumens. Die drei größten Verkäufe waren ein Portfolio aus zwei Karstadt-Immobilien in Braunschweig und Hannover, ein Kaufhof-Warenhaus in Oberhausen sowie eine Karstadt-Projektentwicklung in Esslingen.

Inländische Investoren bestimmen das Marktgeschehen - Stabile Renditesituation

Inländische Investoren bestimmen mit einem 80-prozentigen Anteil am Transaktionsvolumen im bisherigen Jahresverlauf eindeutig das Marktgeschehen. Bei den zehn größten Retail-Transaktionen war lediglich in einem Fall ein ausländischer Käufer involviert. Im ersten Halbjahr 2012 war das Verhältnis von in- zu ausländischen Investoren noch nahezu ausgeglichen. Auf der Verkäuferseite zeigt sich ein ähnliches Bild: der im Vorjahr noch fast hälftig verteilte Markt wird nun zu fast 80 Prozent von inländischen Verkäufern bestimmt.

Die Renditen für Core-Immobilien bleiben über alle Retail-Nutzungsarten hinweg niedrig. Jörg Ritter, Mitglied im deutschen Management Board von Jones Lang LaSalle und zuständig für Einzelhandelsimmobilien: „Aufgrund der starken Handelsimmobilien-Nachfrage bewegen sich die Spitzenrenditen weiterhin auf niedrigem Niveau. Shopping Center liegen im zweiten Quartal bei 4,75 Prozent. Fachmarktzentren beziffern wir aktuell mit 5,80 Prozent, einzelne Fachmärkte mit 6,50 Prozent. Geschäftshäuser erreichen, als Mittelwert der Spitzenrenditen in den sieben großen Metropolen, 4,13 Prozent.“

Käufergruppen: Asset / Fund Manager und Offene Fonds am aktivsten

Asset / Fund Manager und Offene Fonds sind im ersten Halbjahr die stärksten Käufergruppen. Das Transaktionsvolumen der genannten Marktteilnehmer beläuft sich laut Jones Lang LaSalle auf zusammen knapp 1,8 Mrd. Euro und repräsentiert einen Anteil von fast 50 Prozent am gesamten Marktvolumen. Auf der Verkäuferseite dominieren Projektentwickler sowie Asset / Fund Manager das Geschehen. Ihr Verkaufsvolumen liegt zusammen bei fast 2,4 Mrd. Euro, was einem Anteil von rund 65 Prozent entspricht.

Ausblick: Transaktionsvolumen im Gesamtjahr 2013 voraussichtlich auf Vorjahresniveau

Jörg Ritter erwartet für den weiteren Jahresverlauf folgendes Szenario: „Das niedrige und für Immobilieninvestoren attraktive Zinsniveau sorgt für eine unverändert gute Nachfrage nach Retail-Investments. Wie prognostiziert, haben Shopping Center im zweiten Quartal deutlich zugelegt und Geschäftshäuser in innerstädtischen 1a-Lagen setzen ihren positiven Trend fort. Dabei stellen wir vermehrt fest, dass die Investoren sich auch für regionale Standorte aus der zweiten Reihe interessieren. Erfreulich ist zudem die deutliche Zunahme des Transaktionsvolumens im Bereich Fachmarktprodukte. Das robuste Umfeld könnte nun den ein oder anderen Akteur dazu bewegen, qualitativ hochwertiges Produkt an den Markt zu bringen. Wir halten vor diesem Hintergrund an unserer Prognose aus dem April fest und erwarten für das Gesamtjahr ein Investmentvolumen auf Vorjahresniveau in Höhe von 7,9 Milliarden Euro. Mit ein bisschen Glück ist auch ein Überschreiten der Marke von acht Mrd. Euro möglich.“​