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Pressemitteilung

Frankfurt

Mit Angebotserweiterung gegen Preissteigerungen

Beispiel Berlin; Kommunale Wohnungsgesellschaften in Zeiten der Mietpreisbremse


​Presseinformation inklusive Chart [PDF]

 
FRANKFURT, 12. März 2014 - Die Mietpreisbremse nimmt immer mehr Gestalt an. Den Ländern soll für eine Dauer von fünf Jahren in Gebieten mit nachgewiesen angespannten Wohnungsmärkten die Möglichkeit eingeräumt werden, bei Wiedervermietungen von Wohnraum die Mieterhöhungsmöglichkeiten auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zu beschränken. Über eine genaue Ausgestaltung des Gesetzes wird aktuell beraten. Die geplante Regulierung soll dabei alle Marktteilnehmer gleichermaßen betreffen.
 
„In der derzeitigen Diskussion über steigende Mieten und eine unzureichende Versorgung mit günstigem Wohnraum wird ignoriert, dass viele der betroffenen Städte mit ihren kommunalen bzw. landeseigenen Wohnungsunternehmen bereits über einen großen Hebel zur Mietpreisbegrenzung verfügen. Beispielsweise gehören den sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften Berlins mit rund 274.000 Wohnungen über 14% des Berliner Wohnungsbestandes", so Roman Heidrich, MRICS, bei JLL Team Leader Residential Valuation Advisory Berlin. Heidrich weiter: „Ähnlich sieht es in Hamburg mit den rund 130.000 Wohnungen der SAGA GWG (14%) und in München mit rund 64.000 Wohnungen der GEWOFAG Holding GmbH sowie der GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH (zusammen 8,4% aller Wohnungen) aus. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Wohneigentumsquoten in den drei vorgenannten Städten liegt der Anteil der kommunalen bzw. landeseigenen Wohnungen am gesamten Mietwohnungsbestand noch deutlich höher."
Wegen des gesetzlichen Auftrags an Städte und Kommunen zur Gewährleistung einer angemessenen Wohnungsversorgung für breite Bevölkerungsschichten waren die kommunalen Wohnungsgesellschaften gegründet worden. Insofern sind sie als wichtiges Instrument der aktiven kommunalen Wohnungs- und Mietpreispolitik anzusehen.
 
Die durchschnittlichen Bestandsmieten der Wohnungsbaugesellschaften in den drei untersuchten Städten zeigen, dass diese – teilweise deutlich – unter den aktuellen Mietspiegelmieten liegen. 
 

Mit dem „Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“ haben die kommunalen Wohnungsgesellschaften in Berlin bereits erste Schritte zur Mietpreisbegrenzung eingeleitet. „Den kommunalen Wohnungsunternehmen wird damit eine wichtige Rolle zur Sicherung der bezahlbaren Mieten für breite Bevölkerungsschichten zugewiesen", so Heidrich. Und weiter: „Das Versäumnis der Politik in den letzten Jahren auf den Neubaubedarf in den prosperierenden Großstädten nicht rechtzeitig reagiert zu haben, soll jetzt in Form einer Mietpreisbremse auch zu Lasten der privaten Wohnungseigentümer behoben werden. Dies kann nicht zielführend sein, da es überwiegend die privaten Investoren sind, die den dringend benötigten Neubau von Wohnungen schaffen müssen. Der öffentlichen Hand fehlen für umfangreiche Wohnungsbautätigkeiten derzeit schlichtweg die Ressourcen."
 
Bei der aktuellen Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung in Berlin müssen jedes Jahr mehr als 15.000 Wohnungen neu erstellt werden. Auch wenn sich die Anzahl der genehmigten Neubauwohnungen in Berlin 2013 mit 10.101 Wohnungen erneut deutlich erhöht hat, ist davon auszugehen, dass die Zahl tatsächlich fertig gestellter Wohnungen deutlich darunter liegen wird. Zeitlich verzögert wird es jedoch zu einem deutlichen Anstieg der Fertigstellungszahlen kommen, was beweist, dass der Wohnungsmarkt auch ohne weitere staatliche Eingriffe auf die gestiegene Nachfrage reagiert und funktioniert – allerdings mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.
 
„Schlussendlich bedeutet dies, dass Berlin – und dies gilt gleichermaßen auch für alle stark nachgefragten Großstädte und Metropolregionen – einen deutlichen, kurzfristig wirksam werdenden Schub beim Wohnungsneubau benötigt. Nur mit der Ausweitung des Angebots kann einer weiteren Mietpreissteigerung begegnet werden. Hier sollten seitens der Politik Anreize angesetzt werden, anstatt den investitionswilligen Akteuren, die es seit vielen Jahren derzeit aufgrund des günstigen Marktumfelds wieder gibt, die Projektkalkulationen kaputt zu regulieren. Eine regulatorisch bedingte Verringerung der Neubauzahlen in den nächsten Jahren bei gleichzeitig steigender Nachfrage wird den Druck auf die Mietpreise nur weiter verstärken", betont Heidrich.