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Pressemitteilung

Frankfurt

Mittel- und Osteuropa sind derzeit die Hauptziele europaweit expandierender Einzelhandelsunternehmen

Jones Lang LaSalle veröffentlicht Marktreport zum Thema „Grenzüberschreitende Einzelhandelsexpansion in Europa“


 
Frankfurt, 16. Februar 2009 – Das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle hat eine Studie zum Thema „Grenzüberschreitende Einzelhandelsexpansion in Europa“ vorgelegt. Die Studie untersucht insgesamt 500 Cross Border-Markteintritte in 18 europäischen Ländern aus den Jahren 2007 und 2008. Die Türkei, Russland, Polen und Rumänien sind danach die wichtigsten Zielländer des international expandierenden Einzelhandels. Auf die Türkei entfiel zuletzt mehr als jeder zehnte untersuchte Cross Border-Markteintritt in Europa. Ähnlich intensiv drängen international agierende Einzelhandelsunternehmen auf den russischen Markt. Insgesamt belegen mittel- und osteuropäische Länder die ersten fünf Plätze unter den zugkräftigsten Standorten. Portugal, Großbritannien und Belgien sind die Hauptziele in Süd- und Westeuropa. Deutschland zeigt nach einem schwächeren Jahr 2007 wieder eine Aufwärtstendenz und kletterte von Rang 13 auf Rang 9 unter Europas wichtigsten Ländern für Cross Border-Markteintritte. Die meisten länderübergreifend expandierenden Einzelhandelsunternehmen stammen aus Italien, den USA und Großbritannien.
 
Mittel- und Osteuropa im Fokus - Türkei als Bindeglied in den Mittleren Osten – Rumänien mit breitestem Markenspektrum in Mitteleuropa
 
Neville Moss, Leiter European Retail Research bei Jones Lang LaSalle: „Trotz Wirtschaftskrise ist der Einzelhandel weiter an einer Expansion nach Mittel- und Osteuropa interessiert. Derzeit stellen wir ein verstärktes Engagement im Bereich Franchise-Partnerschaften fest. Expandierende Einzelhandels-unternehmen versuchen auf diese Weise ihr Risiko zu verringern.“ Kooperationen mit Franchise-Partnern haben zuletzt insbesondere in Polen, Rumänien und Russland an Bedeutung gewonnen.
 
Starke Flächenzuwächse und eine entsprechende Modernisierung der Standortoptionen sind die Hauptkennzeichen aufstrebender Handelsmärkte. In der Türkei wurden in den Jahren 2007 und 2008 rund eine Million Quadratmeter Einkaufsfläche neu eröffnet, was die Nachfrage des internationalen Einzelhandels zusätzlich förderte. Das Land wird dabei als Knotenpunkt für den Markteintritt in den Mittleren Osten und den Kaukasus gesehen. Globale Einzelhandelsmarken wie Gap, Muji und Banana Republic entschieden sich zuletzt für Neueröffnungen in der Türkei. Auch die Luxusmarken Calvin Klein, Chanel und Yves Saint Laurent sind erstmals am Bosporus präsent.
 
Das Land mit dem breitesten Markenspektrum in Mitteleuropa ist derzeit Rumänien. In den vergangenen drei Jahren wies das Land eine Vielzahl von Markteintritten auf, darunter von Einzelhandelsunternehmen wie Peek & Cloppenburg, Karen Millen, Reserved oder Hervis.
 
Portugal Top-Zielland in Südeuropa – Großbritannien und Belgien Hauptziele in Westeuropa
 
In Südeuropa bleibt Portugal ein wichtiges Ziel des internationalen Einzelhandels. Das Land bietet vergleichsweise günstige Einzelhandelsmieten und eine Reihe moderner Einkaufszentren. In Westeuropa stehen derzeit Großbritannien und Belgien im Fokus expandierender Einzelhändler. Großbritannien profitiert dabei erheblich von dem neuen Shopping Center Westfield in London. Viele Händler nutzten dieses im hochwertigen Bereich angesiedelte Center für ihren Markteintritt in Großbritannien und umgehen so die hohen Mieten und die Flächenknappheit in der Londoner City. Das Westfield konnte zuletzt fast die Hälfte der neuen Marktteilnehmer auf dem britischen Einzel-handelsmarkt auf sich vereinen. Beispiele sind Handelsunternehmen wie Ugg (Australien), Hue (USA) und David Mayer (Frankreich). Auch Belgien ist ein interessanter Markt für die Cross Border-Expansion, da das Land nur in begrenztem Ausmaß über landeseigene Einzelhandelsunternehmen verfügt.
 
Deutschland nach schwächerem Jahr 2007 im Vorjahr wieder unter den zehn Top-Zielländern
 
Deutschland zählte von 2004 bis 2006 stets zu den fünf wichtigsten europäischen Zielländern für Cross Border-Markteintritte. Nach einem schwächeren Jahr 2007 zeigte Deutschland in 2008 wieder eine Aufwärtstendenz und kletterte von Rang 13 auf Rang 9. Viele international agierende Einzelhandelsunternehmen sehen trotz der hohen Wettbewerbsintensität in Deutschland sehr gute Markteintrittschancen und ein hohes Umsatzpotenzial. In 2007 und 2008 kamen Marken wie Ben Sherman, COS, Crocs, Filippa K., Marlies Dekkers, Monsoon Accessorize, The Sting, Vans, Yamamay hinzu.
 
Cross Border-Expansion wird überwiegend von westeuropäischen Markenanbietern im mittelpreisigen Segment getragen
 
Bei den grenzüberschreitend expandierenden Einzelhandelsunternehmen handelt es sich über-wiegend um Markenanbieter im mittleren Preissegment. Mehr als die Hälfte der Einzelhandels-unternehmen, die 2007 und 2008 neue Märkte erschlossen haben, stammen aus Westeuropa. Knapp ein Drittel kommt aus Südeuropa. Jede fünfte international expandierende Marke hat ihren Sitz außerhalb von Europa. Marken dieser Gruppe erschließen den Kontinent üblicherweise zunächst über West- und Südeuropa, zeigen sich aber in zunehmendem Maße auch an Mittel- und Osteuropa interessiert. Die mittel- und osteuropäischen Zielländer konnten zwar in den letzten Jahren einige prosperierende eigene Handelsunternehmen hervorbringen, repräsentieren aber nur etwa vier Prozent der grenzüberschreitenden Markteintritte in 2007 und 2008.
 
In den letzten Jahren waren die meisten im Ausland investierenden Einzelhandelsunternehmen US-amerikanischen Ursprungs; in den Jahren 2007 und 2008 führte jedoch Italien mit 16,6 Prozent die Liste der Ursprungsländer an. Ein wichtiger Grund hierfür ist die hohe Anzahl und Modekompetenz italienischer Markenlabels im Textil- und Schuhbereich. Die USA fielen mit 14,2 Prozent auf den zweiten Platz zurück, gefolgt von Großbritannien mit 13,3 Prozent.  Frankreich war mit 11,7 Prozent aller grenzüberschreitenden Investitionen ebenfalls stark vertreten. Jeder zehnte in den Jahren 2007 und 2008 beobachtete grenzüberschreitende Markteintritt geht auf Einzelhandelsunternehmen aus Deutschland zurück. Beispiele sind Tom Tailor, s.Oliver oder Deichmann. Auch der inländische Einzelhandel in Schweden und in den Niederlanden strebte aufgrund des eher kleinen Binnenmarkts tendenziell ins Ausland, häufig in nahegelegene, größere Länder.
 
Jones Lang LaSalle erwartet für 2009 vor allem in West- und Südeuropa einen Anstieg der Cross Border-Expansion
 
James Dolphin, Leiter European Retail Agency bei Jones Lang LaSalle, erwartet für 2009 ein Jahr der großen Chancen: „Mieter werden voraussichtlich selbst in erstklassigen Lagen sehr günstige Chancen für Vertragsabschlüsse vorfinden. Angesehene Marken mit guter Bonität werden am stärksten von den verbesserten Mietbedingungen profitieren. Das Vertrauen des Einzelhandels in die mitteleuropäischen Märkte ist nach wie vor relativ hoch. Dennoch werden sich Interessenten in Ländern, in denen viele Erschließungsprojekte geplant sind, selektiv verhalten und verstärkt auf die Standortqualität und den Mietermix achten. In 2009 erwarten wir vor allem in West- und Südeuropa ein steigendes Interesse seitens nordamerikanischer Marken. Wir gehen davon aus, dass eine Reihe von Einzelhandelsunternehmen wie beispielsweise Forever 21, Anthropologie, Hollister oder Crate & Barrel aus den vorteilhaften Vertragsbedingungen Nutzen ziehen wird."