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Pressemitteilung

Frankfurt

Markt für gewerbliche Immobilienfinanzierungen zeigt Stabilität auf hohem Niveau

Deutscher Immobilienfinanzierungsindex von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)


Presseinformation inklusive Chart [PDF]
  

FRANKFURT, 24. Juni 2014 - Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI)* hat im zweiten Quartal 2014 wieder zugelegt. Seit Ende März ist er auf 24,9 Punkte gestiegen (+ 1,9 Punkte) und behält damit das hohe Niveau der vergangenen neun Monate bei. Der leichte Zugewinn geht auf positivere Einschätzungen der Finanzierungssituation zurück, die die leicht nachgebenden Finanzierungserwartungen überkompensieren.
 
Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle, umfragebasierte Analyse von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die den Deutschen Immobilienfinanzierungsindex gemeinsam vierteljährlich erheben.
 
„Die optimistische Stimmung unter den Marktteilnehmern spiegelt die günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland wider. Trotz des schwelenden Ukrainekonflikts, möglicher Deflationsrisiken und damit einhergehenden Befürchtungen einer konjunkturellen Verlangsamung gilt die wirtschaftliche Lage Deutschlands als sehr stabil“, so Helge Scheunemann, bei JLL Head of Research Germany. „Gepaart mit der nochmaligen Lockerung der Geldpolitik durch die EZB bleibt das Umfeld für Immobilienfinanzierungen attraktiv“, erläutert Dr. Oliver Lerbs, Ökonom am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
 
Im Saldo kann über alle Nutzungsarten hinweg für die aktuelle Finanzierungssituation ein positives Ergebnis mit 39,3 Punkten notiert werden (+5,1 Punkte im Vergleich zu Q1 2014). Nur beim Wohnimmobilienmarkt sieht eine Minderheit (4,9 %) eine Verschlechterung in den vergangenen sechs Monaten. Das ändert aber nichts an der insgesamt positiven Einschätzung auch für diese Assetklasse. Mit einem neuen Höchststand des Saldos (47,7 Punkte) warten die Büroimmobilien auf. Dieser Wert basiert vor allem auf einem gegenüber dem ersten Quartal deutlichen Plus in der Antwortkategorie „nicht veränderte Finanzierungssituation“. Eine weniger günstige Einschätzung erfährt diese Nutzungsart – einhergehend mit einem rückläufigen Transaktionsvolumen im ersten Quartal – bei der Frage nach den Finanzierungserwartungen. Dies gilt auch für die Finanzierungseinschätzung zu Wohnimmobilien. Die Rückgänge bei beiden Nutzungsarten übersteigen die Zugewinne für Einzelhandels- und Logistikimmobilien, so dass unter dem Strich eine leicht gedämpfte Finanzierungserwartung (-1,3 Punkte) zu notieren ist. Generell haben sich die Nutzungsarten verglichen zum bisherigen Verlauf des DIFI einander angenähert und bewegen sich einheitlich um einen Wert von 10 Punkten.

 
Margen werden kleiner
 
„Das seit Anfang des Jahres vorherrschende Thema auf den Finanzierungsmärkten ist der hohe Konkurrenzdruck unter den Finanzierungsgebern insbesondere für Core-Immobilien mit entsprechenden Auswirkungen wie sinkenden Bankenmargen sowie steigenden Beleihungsausläufen („LTVs“) und Darlehensvolumen“, so Jörg Schürmann, bei JLL Head of Corporate Finance Germany. Dass im Zuge der gestiegenen Wettbewerbsintensität für Core-Finanzierungen die Margen spürbar kleiner geworden sind, bestätigen auch die Antworten der befragten Experten: Auf die – wie vor einem Jahr bereits gestellte – Sonderfrage nach ihren Einschätzungen bezüglich markttypischer Margen und LTVs für gewerbliche Finanzierungen von Bestandsimmobilien in den Risikoklassen „Core“ und „Value-Add“, geht die Mehrheit der befragten Experten von einer spürbaren Reduktion der Margen in allen Segmenten aus: 

  • Als markttypisch für Core-Finanzierungen bei Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien wird eine Marge zwischen 100-150 Basispunkten (bps) geschätzt, Wohnimmobilien kommen nach Einschätzungen der meisten Befragten auf 50 - 100 bps.
     
  • Die Margen für Finanzierungen im Bereich Value-Add sieht eine relative Mehrheit der Teilnehmer bei allen vier Segmenten derzeit bei 150 - 200 bps.
     
  • Markttypische LTVs bei Core-Finanzierungen im Büro- und Einzelhandelssegment haben sich nach Einschätzungen der meisten Befragten von 60-65% (DIFI Umfrage Juni 2013) auf aktuell 65-70% verschoben. Auch im Wohnimmobiliensegment ist tendenziell eine Verschiebung in Richtung höherer Fremdfinanzierungsanteile bei Core-Objekten zu beobachten. Bei den in der aktuellen DIFI-Umfrage erstmalig erhobenen LTVs im Value-Add-Bereich nennen die Experten erwartungsgemäß deutlich niedrigere Ausläufe.
     

„Insgesamt führen auf dem deutschen Gewerbeimmobilienfinanzierungsmarkt neben der Wettbewerbssituation auch die steigenden Neugeschäftsplanzahlen der deutschen Banken zu einem attraktiven Finanzierungsmarkt aus Sicht der Darlehensnehmer hinsichtlich Margen, LTVs, Darlehensvolumen und finanzierbaren Risikoklassen“, so Jörg Schürmann.

 

* Der DIFI in deutscher Sprache kann auf der JLL Website abgerufen werden unter
http://www.joneslanglasalle.com/MediaResources/EU/Marketing/Germany/Corporate_Finance/difi-report-2-quartal-2014-Germany-JLL.pdf
- in englischer Sprache unter http://www.jll.de/germany/en-gb/Research/difi-report-2nd-quarter-2014-Germany-JLL.pdf

Der nächste DIFI-Report erscheint am 18.09.2014.