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Pressemitteilung

Frankfurt

Niedrigster Flächenumsatz und höchste Anzahl an Abschlüssen in der Mainmetropole seit 10 Jahren


​Presseinformation inklusive Chart [PDF]

 


FRANKFURT, 7. Oktober 2014 - Der Motor der deutschen Wirtschaft gerät ins Stottern. Die Ukraine-Krise und daraus resultierende Handelsprobleme mit Russland wirken sich auch auf den Bürovermietungsmarkt der Finanzmetropole am Main aus. Vor diesem gesamtwirtschaftlichen Hintergrund gruppieren sich darüber hinaus immobilienspezifische Themen, die eine echte Vermietungsdynamik nicht so recht aufkommen lassen wollen: „Die Mieter reagieren nicht nur zögerlicher, sie sind einfach umsichtiger und treffen langfristige Entscheidungen, wenn es um Standortfragen und Flächenalternativen geht“, so Christian Lanfer, bei JLL Team Leader Office Leasing Frankfurt. Lanfer weiter: „Eine Umzugsentscheidung muss sowohl die Unternehmenskultur wiederspiegeln, als auch eine möglichst hohe Anpassungsfähigkeit an mögliche unternehmensbedingte Veränderungen bieten. Es kommt hinzu, dass durch die höhere Effizienz moderner Gebäude tendenziell immer weniger Fläche bei einem Neuabschluss benötigt wird.“
 
Diese Entwicklung zeigt sich nachdrücklich in der Dreivierteljahresstatistik 2014: Ein Umsatzvolumen von rund 268.000 m² ist gleichbedeutend einem Minus von 17 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (323.000 m²). Eine geringfügige Verbesserung erzielt werden konnte allerdings bei der Anzahl der Mietvertragsabschlüsse: ein Plus von 2 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (2014: 419, 2013: 409). Ein gleiches Bild bietet die Statistik im Fünfjahresschnitt: ein Minus von 20 % beim Flächenumsatz und ein Plus von 26 % bei der Anzahl der Abschlüsse. Kleinteilige Flächenumsätze sind denn auch Trumpf in der Mainmetropole: „Der Flächenumsatz im vergangenen Dreivierteljahr ist der niedrigste seit 10 Jahren, die Anzahl der Vermietungen die höchste seit 10 Jahren“, so der Vermietungsexperte. 
 
Diese Entwicklung bleibt nicht folgenlos: „Gegenüber der Prognose im Vorquartal von 450.000 m² müssen wir noch einmal deutlich reduzieren. Ich gehe von einem Umsatz in einer Größenordnung von 400.000 m² für das Gesamtjahr 2014 aus“, so Lanfer. Das wäre das niedrigste Volumen seit 2009.
 
Es fehlt an den ganz großen Abschlüssen in der Mainmetropole. Lediglich drei Vermietungen im gesamten Dreivierteljahr waren größer als 5.000 m² mit zusammen  55.000 m² oder 20 % des Gesamtumsatzes. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren immerhin 11 größere Vermietungen jenseits der 5.000 m² zu vermelden mit einem Volumen von insgesamt 90.000 m². So wirken denn auch Großanmietungen wie die der EZB mit 104.000 m² aus dem Jahr 2010 oder die 72.000 m² von der Deutsche Bahn AG aus 2009 gegenüber 32.000 m² der Deutsche Bank AG oder den 15.400 m² der Deutschen Bundesbank im Jahr 2014 wie aus der Zeit gefallen. Dementsprechend macht die Größenklasse unter 500 m² rechts und links des Mains denn auch das Rennen: über 290 Vermietungen sind gleichbedeutend einem Umsatz von ca. 70.500 m², beide Vergleichsgrößen in etwa auf Vorjahresniveau. Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielen konnten alle Größenklassen zwischen 500 und 5.000 m², abgestürzt dagegen alles jenseits der 5.000 m². Die Größenklasse zwischen 5.000 und 10.000 m² zum Beispiel hat einen Rückgang von 87 % beim Umsatz und von 89 % bei der Vermietungsanzahl gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zu verzeichnen.
 
Bei insgesamt 15 Teilmärkten waren die drei stärksten einmal mehr die Bankenlage, City und City West, jeweils mit zweistelligem Prozentanteil des Volumens, gleichbedeutend einem Anteil von 48 % am Gesamtvolumen im Dreivierteljahr 2014 und 33 % bei der Anzahl der Abschlüsse. Der Teilmarkt Bankenlage ist traditionell der umsatzstärkste und bewegt sich im Dreivierteljahresvergleich gegenüber dem Vorjahr immerhin bei einem Plus von 6 %.
 
Das Fertigstellungsvolumen im dritten Quartal  ist auf das niedrigste Niveau seit mehr als zwei  Jahren gefallen. Die  für das Gesamtjahr 2014 erwarteten rund 312.000 m² dürften zwar um ca. 60% über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen. Maßgeblichen Anteil daran würde aber der EZB-Neubau und  der im ersten Quartal  fertiggestellte TaunusTurm haben. Diese beiden Projekte allein kommen zusammen schon auf mehr als 160.000 m² Bürofläche. Letztlich könnte sich der Anteil freier Flächen an dem gesamten Fertigstellungsvolumen bei lediglich 26 % bewegen. Nicht zuletzt vor diesem  Hintergrund ist die  Leerstandsquote  weiter gesunken. „Mit 10,7 % haben wir in Frankfurt die niedrigste Leerstandsquote seit 11 Jahren“, so Lanfer.
 
Die Spitzenmiete in der Finanzmetropole am Main lag  Ende September stabil bei 35 Euro/m²/ Monat, Tendenz bis Jahresende: keine Veränderung. 64 % aller Abschlüsse  wurden in der Spanne zwischen 10 und 20 Euro abgeschlossen.

 


* Stadtgebiet Frankfurt + Eschborn und Kaiserlei