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Pressemitteilung

Frankfurt

Innerstädtische Geschäftshäuser und Shopping Center dominieren Transaktionsgeschehen auf dem Handelsimmobilien-Investmentmarkt 2009

Der deutsche Investmentmarkt für Handelsimmobilien im Jahresrückblick 2009


 
 
Frankfurt, 15. Januar 2010 – Kemper’s Jones Lang LaSalle, Retail-Spezialist der Jones Lang LaSalle-Gruppe, beziffert das Transaktionsvolumen 2009 auf dem deutschen Investmentmarkt für Handelsimmobilien mit etwa 2,92 Milliarden Euro. Die zugrunde liegende Analyse beinhaltet alle Handelsimmobilien-Kategorien von Geschäftshäusern in innerstädtischen 1a-Lagen über Shopping Center und Warenhäuser bis hin zu Fachmarktprodukten. Obwohl das Transaktionsvolumen deutlich hinter dem Vorjahreswert von 6,05 Milliarden Euro zurückbleibt, zeichnet sich laut Kemper’s Jones Lang LaSalle seit Mitte des Jahres ein unverkennbarer Aufwärtstrend ab.

So wurden 60 Prozent des Gesamtvolumens in den Monaten Juli bis Dezember erzielt. Im dritten und umsatzstärksten Quartal lag das Transaktionsvolumen erstmals seit vier Quartalen bei über einer Milliarde Euro. Für das Schlussquartal notiert Kemper’s Jones Lang LaSalle rund 713 Millionen Euro und weist darauf hin, dass im ersten Quartal 2010 nicht zuletzt im Shopping Center-Bereich einige weitere hochkarätige Transaktionen anstehen. Insgesamt repräsentieren Handelsimmobilien damit rund 28 Prozent des gesamten Gewerbeimmobilien-Transaktionsvolumens 2009 in Höhe von circa 10,34 Milliarden Euro.
 

Fortsetzung der spürbaren Marktbelebung trotz fehlender Jahresendrallye
 
Jörg Ritter, Leiter Einzelhandelsinvestment Deutschland bei Kemper’s Jones Lang LaSalle: „Die seit Jahresmitte 2009 spürbare Marktbelebung hat sich auch im vierten Quartal fortgesetzt. Eine echte Jahresendrallye ist zwar ausgeblieben, angesichts der Rahmenbedingungen kann man aber von einem insgesamt akzeptablen Jahr sprechen. Zumal einige im vierten Quartal angeschobene Transaktionen wie etwa das Shopping Center A10 in Wildau bei Berlin erst im ersten Quartal wirksam werden und einen guten Start in das Jahr 2010 versprechen. Deutschland hat sich in einem schwierigen Marktumfeld 2009 als aktivster Retail-Investmentmarkt in Kontinentaleuropa positioniert und wir sind zuversichtlich, im laufenden Jahr an diese Vorgabe anknüpfen zu können.“
 

Geschäftshäuser in innerstädtischen 1a-Lagen: Stärkste Assetklasse bei Handelsimmobilien - Transaktionsvolumen gegenüber Vorjahr fast verdoppelt

Viele Investoren sehen Geschäftshäuser in Toplagen zurecht als „sicheren Hafen“. Sie weisen aufgrund der konstanten Mietpreisentwicklung für Einzelhandelsflächen eine stabile Wertentwicklung auf. Obwohl die Investoren in diesem Bereich nur ein geringes Angebot vorfanden, konnte das  Transaktionsvolumen gegenüber 2008 fast verdoppelt werden. Schon nach Ablauf der ersten drei Quartale hatten Geschäftshäuser in 1a-Lagen das gesamte Transaktionsvolumen des Jahres 2008 egalisiert. Für das Gesamtjahr beziffert Kemper’s Jones Lang LaSalle das Transaktionsvolumen mit   993 Millionen Euro (2008: 508 Millionen Euro).
 

Shopping Center: Zweitstärkstes Segment in 2009

Auf dem Investmentmarkt für Shopping Center mit Losgrößen von in der Regel über 50 Millionen Euro stellen die erschwerten Finanzierungsbedingungen ein besonderes Hemmnis dar. Dennoch hat das Segment 2009 bei einer überschaubaren Angebotssituation gut abgeschnitten. Insgesamt notiert Kemper’s Jones Lang LaSalle ein Transaktionsvolumen von etwa 819 Millionen Euro (2008: 1,11 Milliarden Euro). Mehrere kurz vor dem Abschluss stehende Transaktionen lassen ein starkes erstes Quartal 2010 erwarten.
 

Fachmarktprodukte: Stärkste Nachfrage bei großen Fachmarktzentren - Supermärkte und Discounter mit starkem 4. Quartal

Mangels geeigneter Angebote hat sich das Transaktionsvolumen bei großen Fachmarktzentren in 2009 halbiert. Die bei Investoren wegen ihrer defensiven Qualitäten nach wie vor geschätzten Objekte erzielten ein Volumen von rund 475 Millionen Euro (2008: 1,05 Milliarden Euro). Der Bereich Supermärkte / Discounter hat nach einem insgesamt verhaltenen Jahresverlauf im vierten Quartal aufgeholt und das Gesamtjahr mit rund 340 Millionen Euro abgeschlossen (2008: 548 Millionen Euro).
 

Warenhäuser: Einzelverkäufe bestimmen Marktgeschehen – Größere Portfolioverkäufe ausgeblieben

Im Bereich Warenhäuser dominierten Einzelverkäufe das Transaktionsgeschehen. Während im ersten Halbjahr noch Quartalswerte von über 50 Millionen Euro erzielt wurden, entwickelten sich die Transaktionsvolumina in der zweiten Jahreshälfte rückläufig. Größere Portfoliotransaktionen sind trotz der Insolvenzen von Karstadt und Woolworth bislang ausgeblieben. Insgesamt bleibt das Gesamtergebnis 2009 mit 205 Millionen Euro laut Kemper’s Jones Lang LaSalle deutlich hinter dem allerdings von der Arcandor-Transaktion geprägten Vorjahr (2,2 Mrd. Euro) zurück.
 

Investorengruppen: Offene Publikumsfonds stärkste Anlegergruppe – Inländische Anleger dominieren

Die beiden wichtigsten Investorengruppen des Jahres 2009 sind Offene Publikumsfonds mit rund 775 Millionen Euro Transaktionsvolumen, gefolgt von Asset/Fonds-Managern mit 360 Millionen Euro. Geschlossene Fonds (255 Millionen Euro), Privatinvestoren / Family Offices (249) und Unternehmen (239) komplettieren die Top 5 der aktivsten Investorengruppen. Dichtauf folgen Projektentwickler mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 231 Millionen Euro. Fast 90 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens wurde mit inländischen Anlegern realisiert. 2008 überwogen ausländische Investoren noch mit einem Verhältnis von 60:40.
 

Ausblick 2010: Markterholung setzt sich fort

Jörg Ritter: „Die wesentliche Devise des Jahres 2009 hat auch für 2010 Bestand: Qualität geht. Aber auch bei den opportunistischen und Value Added Investments zeigt sich seit dem dritten Quartal wieder ein zaghaftes Interesse, das von angelsächsisch geprägten Investoren ausgeht. Stabile Renditen, ein geringer Bieterwettbewerb und die zunehmende Verhandlungsbereitschaft der Verkäuferseite stellen die Strategie des Abwartens zunehmend in Frage. Notverkäufe werden auch 2010 die Ausnahme bleiben. Aber wir nähern uns der Phase, in der nicht wenige der in der Boomphase aufgenommenen Finanzierungen auslaufen. Das Thema dürfte damit zumindest in einigen Fällen an Bedeutung gewinnen. Wir rechnen mit einer Fortsetzung der Marktbelebung im ersten Quartal.“