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Pressemitteilung

Frankfurt

Rekordwert des DIFI nochmals verbessert - Deutscher Immobilienfinanzierungsindex von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)


​Presseinformation inklusive Charts [PDF]

 

FRANKFURT, 5. März 2015 – Einen starken Anstieg verzeichnet der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) im ersten Quartal 2015. Mit einem Plus von 10,2 Punkten gegenüber dem Vorquartal ist der Index auf 39,1 Punkte gestiegen und hat damit das bisherige Rekordhoch vom Dezember 2014 nochmals übertroffen. Der Zugewinn im laufenden Quartal basiert sowohl auf der Verbesserung der Finanzierungssituation (+ 8,6 Punkte auf 59,4 Punkte) als auch der Finanzierungserwartungen. Deren leichte Abwärtsneigung hat sich bei der aktuellen Umfrage gedreht: erstmals seit Ende 2013 resultiert aus den Antworten der befragten Experten ein Zuwachs. Der entsprechende Saldo legt deutlich um 11,7 Punkte auf 18,7 Punkte zu.
 
Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle, umfragebasierte Analyse von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die den Deutschen Immobilienfinanzierungsindex gemeinsam vierteljährlich erheben.
 
 
Alle Nutzungsarten profitieren von der positiven Stimmung
 
Die Verbesserung der Finanzierungssituation betrifft alle vier Nutzungsarten. „Bemerkenswert ist dabei, dass keiner der Befragten die Meinung vertrat, dass sich die Finanzierungssituation in einem dieser Segmente zuletzt verschlechtert hat“, so Jörg Schürmann, bei JLL Head of Debt Advisory Germany. Besonders hoch gegenüber dem Vorquartal sei der Zuwachs bei Wohnimmobilien: Der entsprechende Saldo stieg um 16,5 Punkte auf 62,7 Punkte und erreicht den Höchstwert aller Nutzungsarten, gefolgt von Büro (60,8 Punkte), Einzelhandel (60,0 Punkte) und Logistik (54,2 Punkte). Erstmals seit über einem Jahr haben aber auch die Finanzierungserwartungen wieder deutlich zugelegt und auch hier erstreckt sich der Anstieg über alle Nutzungsarten. „Besonders stark ist der Zuwachs bei Einzelhandelsimmobilien (+ 20,5 Punkte), einhergehend mit dem zuletzt ebenfalls deutlich verbesserten Konsumklima in Deutschland“, so Dr. Oliver Lerbs, Ökonom am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). 

 
Auch Refinanzierungsbedingungen nochmals verbessert
 
Der Trend sich verbessernder Refinanzierungsbedingungen für die gewerbliche Immobilienfinanzierung setzt sich im DIFI Q1 2015 weiter fort. Während in Folge extremer Niedrigzinsen die Refinanzierung über Einlagen nach Einschätzung der Befragten weiterhin die Ausnahme geblieben ist, hat ihre Lagebeurteilung bei den  Immobilienaktien gegenüber dem vierten Quartal 2014 für einen ordentlichen Satz nach oben gesorgt: Der entsprechende Saldo aus positiven und negativen Nennungen hat sich von 20,4 Punkten auf 59,5 Punkte mehr als verdoppelt. Damit wird die aktuelle Lage bei diesem Anlagevehikel zurzeit am besten bewertet. „Die Erwartungen an den Refinanzierungsmärkten entwickeln sich größtenteils spiegelbildlich zur Lageeinschätzung. Mortgage Backed Securities punkten mit den höchsten Werten bei der Frage nach der Einschätzung für die kommenden sechs Monate“, so Schürmann.

 
Weitere Verlagerung gewerblicher Finanzierungen in Richtung risikoreichere Objekte

Die Finanzierungsexperten wurden im Rahmen der Umfrage auch um ihre Einschätzung der relativen Anteile der Risikoklassen Core, Core+, Value Add und Opportunistisch am Volumen der Neufinanzierungen und Darlehensprolongationen für 2014 und 2015 gebeten. Für beide Jahre und die vier Risikoklassen sollten sie darüber hinaus Schätzwerte für jeweils markttypische LTVs von Objektfinanzierungen abgeben.
 
„Die Antworten weisen auf eine weitere Verlagerung des Finanzierungsgeschehens zu risikoreicheren Objekten hin“, so Lerbs. Für das laufende Jahr gehen die befragten Experten im Mittel von einem Anteil an Core-Finanzierungen von 36 Prozent aus, für 2014 lag der Anteil ihrer Einschätzung nach bei gut 40 Prozent (für 2013 wurden im DIFI Q1 2014 noch knapp 60 Prozent genannt). Diese Entwicklung impliziere einen Bedeutungszuwachs von Finanzierungen in den Bereichen Core+, Value Add und Opportunistisch. „Am größten sind die erwarteten relativen Zuwächse in 2015 in den risikoreicheren Segmenten Value Add und Opportunistisch, mit einem Plus um jeweils drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr“, so Helge Scheunemann, bei JLL Head of Research Germany. Im Hinblick auf die Entwicklung markttypischer LTVs in den einzelnen Risikoklassen prognostizieren die befragten Finanzierungsspezialisten tendenziell eine Verschiebung hin zu höheren LTVs, auch für Objekte der Risikoklassen Value Add und Opportunistisch. Davon ausgenommen ist das Core-Segment: Hier wird erwartet, dass Investoren noch mehr Eigenmittel einbringen als bisher.

 

 

Anmerkungen
An der Umfrage des Deutschen Immobilienfinanzierungsindex vom 19.01.2015- 02.02.2015 beteiligten sich 53 Experten. Abgefragt wurden die Einschätzungen zur Marktsituation (vergangene sechs Monate) und zur Markterwartung (kommende sechs Monate). Dargestellt sind die prozentualen Anteile der Antwortkategorien sowie die Veränderungen in Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal (Δ Vorquartal). Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und negativen Antwortkategorien (wie z.B. „verbessert“ und „verschlechtert“). Der DIFI berechnet sich als ungewichtetes Mittel aus den Salden der Finanzierungssituation sowie der Finanzierungserwartung aller Nutzungsarten.

Der nächste DIFI-Report erscheint am 26. Juni 2015