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Pressemitteilung

Frankfurt

JLL befragt Modehandel zu Expansionsplänen und Zukunftsaussichten

400 nationale und internationale Expansionsleiter äußern sich zu ihrer Strategie


FRANKFURT, 24. Juni 2015 – JLL hat die Studie „Aktuelle Entwicklungen in der Modebranche“ und eine zugehörige Infografik veröffentlicht. Die Untersuchung beruht auf der europaweiten Befragung von mehr als 400 nationalen und internationalen Expansionsleitern aus dem Modehandel. Hinterfragt werden Expansionsziele, ausschlaggebende Parameter bei der Standortwahl sowie die Auswirkungen des Online-Handels.

Über 90 Prozent erwarten gleich bleibende oder steigende Bedeutung des stationären Handels

Dirk Wichner, Head of Retail Leasing Germany bei JLL: „Auf dem Vermietungsmarkt für Handelsimmobilien ist der Textilsektor eine feste Größe. Im Jahr 2014 entfielen rund 40 Prozent des Vermietungsvolumens auf diese Branche. Trotz der Zunahme des Onlinegeschäfts geht nur eine Minderheit der befragten Modeunternehmen mittelfristig von einem Bedeutungsrückgang des stationären Handels aus. Im Gegenteil rechnen für die kommenden fünf Jahre mehr als 90 Prozent der Befragten mit einer gleich bleibenden oder steigenden Bedeutung. In gleichem Ausmaß planen die Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten neue stationäre Filialen in Deutschland. Dabei wollen vier von fünf Unternehmen ihre Präsenz in den Spitzenlagen der Innenstädte ausbauen. Stadtteillagen kommen dagegen nur für ein Viertel der Unternehmen in Frage. Shopping Center zählt jeder zweite Expansionsmanager zu seinen strategischen Zielen.“

Städte ab 100.000 Einwohner werden verstärkt in Erwägung gezogen

Die zehn bedeutendsten Einkaufsmetropolen in Deutschland (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart) sind die Haupt-Expansionsziele der Modeunternehmen. Zunehmend erwägen diese aber auch kleinere Großstädte mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern. Fast jedes zweite der befragten Unternehmen plant dort in den kommenden zwölf Monaten neue Filialen. Dementsprechend ist der Anteil dieser Städte am gesamten innerstädtischen Vermietungsvolumen in Deutschland von 19 Prozent im Schnitt der Jahre 2009/2010 auf zuletzt 22 Prozent (2013/2014) gestiegen. Für eine Hinwendung zu dieser Städtekategorie spricht laut JLL auch das durchschnittliche Niveau der Spitzenmieten. Zwischen 2004 und 2014 hat es um 12 Prozent zugenommen. Gleichzeitig stiegen die Spitzenmieten in den Metropolen um durchschnittlich 37 bis 45 Prozent deutlich stärker.

Mietpreisniveau, Passantenfrequenz und Branchenstruktur ausschlaggebend

Welche Faktoren beachten die Modeunternehmen bei ihren Anmietungsentscheidungen? JLL hat zehn Parameter in Form eines Rankings abgefragt. Mehr als der Hälfte der befragten Expansionsmanager orientieren sich bevorzugt am Mietpreisniveau, der Passantenfrequenz und dem Mieterbesatz. Eine deutlich geringere Beachtung finden Kennziffern zu Kaufkraft, Zentralität und Umsatz. Nicht einmal für jeden Fünften zählen diese drei Faktoren zu den wichtigsten. Fast die Hälfte der Befragten misst ihnen sogar eine geringe Bedeutung bei.

Unternehmen bevorzugen fünfjährige Mietvertragslaufzeit

Bei der Mietvertragsdauer bevorzugt etwa jedes zweite Unternehmen eine fünfjährige Vertragslaufzeit. Die zehnjährige Variante wird von etwa zwei Fünfteln präferiert. Vertragslaufzeiten unter fünf Jahren werden aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen lediglich von 15 Prozent der Befragten befürwortet. Die Dauer des Anmietungsprozesses hat sich bei etwa jedem zweiten Unternehmen in den letzten zwei Jahren nicht verändert. Bei etwa einem Drittel hat sie sich verlängert. Fast jedes fünfte Unternehmen agiert heute nach eigener Auskunft schneller als noch vor zwei Jahren.

Vernetzung von Online-und Offline-Handel ist unabdingbar

Die meisten befragten Unternehmen betrachten einen eigenen Webshop als notwendige oder hilfreiche Ergänzung ihres stationären Handels und haben diesen bereits in den vergangenen Jahren etabliert. Für die meisten Befragten stellt der Online-Handel allerdings bislang nur eine Ergänzung dar. Der Löwenanteil des Umsatzes wird derzeit noch im stationären Handel erwirtschaftet. Der Großteil der Befragten geht jedoch davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre ein zunehmender Anteil des Umsatzes mit dem Onlinegeschäft erzielt wird. Dementsprechend wird die Vernetzung von Online-und Offline-Handel für unumgänglich gehalten.

Hohe Retourenquoten im Modebereich zählen zu den betriebswirtschaftlichen Schattenseiten des Onlinehandels. Einige Expansionsmanager erkennen hier sogar deutliche Vorteile eines Filialnetzes gegenüber dem reinen Online-Handel. Große Bedeutung wird vor diesem Hintergrund der Flächenmodernisierung, neuen Ladenbaukonzepten und Warenpräsentationen sowie der Lancierung neuer Konzepte beigemessen.

Interessant ist zudem die Einschätzung zur Verkaufsflächengröße. Wichner: „Drei Viertel der Befragten halten weder eine Vergrößerung noch eine Verkleinerung der Ladenflächen vor dem Hintergrund der Online-Konkurrenz für erforderlich. Die meisten Unternehmen haben somit die für ihre Konzepte passenden Ladengrößen bereits gefunden und einen Großteil ihrer Filialen daraufhin ausgerichtet.“