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Pressemitteilung

Frankfurt

Deutscher Lager- und Logistikflächenmarkt mit überdurchschnittlicher Bilanz


​Presseinformation inklusive Übersichtstabellen [PDF]

 

FRANKFURT, 16. Oktober 2015 – In den ersten neun Monaten 2015 lag der Umsatz auf dem deutschen Lager- und Logistikflächenmarkt bei rund 4,86 Mio. m² (Eigennutzer und Vermietungen). Damit wurde das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre in einem Zeitraum von neun Monaten erzielt. Um über ein Fünftel wurden Vorjahresvolumen und 5-Jahresschnitt überschritten, der zehnjährige Vergleichswert sogar um über 50 %.
  
Eigennutzer- und Vermietungsumsätze entwickelten sich im Jahresvergleich diametral: 10 % weniger Flächen durch Eigennutzeraktivitäten stehen einem Anstieg von 51 % durch Vermietungen gegenüber. „Eine starke Nutzernachfrage zeigt sich in den meisten Regionen. Insbesondere die sich verändernden Anforderungen an Logistiknetzwerke sorgen dafür, dass die Chancen so gut wie noch nie stehen, das bisherige Rekordjahr 2011 zu übertreffen“, so Frank Weber, bei JLL Head of Industrial Agency Germany. Damals waren es 5,86 Mio. m² Logistikflächen. 

 
Big 5 – Ballungsräume: Region Hamburg mit stärkstem Umsatzplus im Jahresvergleich
 
Der Umsatz in den Big 5-Ballungsräumen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) zwischen Januar und Ende September weist im Jahresvergleich ein Plus von 15 % auf. Mit ca. 1,58 Mio. m² erreichte das Ergebnis das zweithöchste Volumen der letzten zehn Jahre. Nur 2011 waren es im ersten Dreivierteljahr mehr. Den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verbuchte die Region Hamburg: plus 52 % schlugen hier dank eines überdurchschnittlichen dritten Quartals zu Buche. Damit ist bereits drei Monate vor Jahresende der Umsatz des gesamten Jahres 2014 (450.000 m²) übertroffen. Auch die Regionen Düsseldorf (+  27 %) und Berlin (+ 8 %) legten zu. Auf ähnlichem Niveau bewegte sich die Münchener Region (- 2 %). Die Region Frankfurt musste gegenüber einem  herausragenden Vorjahresumsatz moderate Einbußen hinnehmen (-8 %). „Einige Big 5 - Regionen sind hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Der Grund ist einfach: Größere moderne Bestandsobjekte zur kurzfristigen Anmietung sind nach wie vor Mangelware. Diese Situation führt mittlerweile  dazu, dass spekulativer Neubau für einige Entwickler wieder ein Thema ist“, so Weber. Auch die Suche von Unternehmen nach Grundstücken für Eigenentwicklungen verstärke sich wieder. 
 
Vier der fünf größten Deals in den Big 5 entfallen in den ersten neun Monaten auf Eigennutzer-Neubauten und machen über 200.000 m² aus. Bauhaus errichtet beispielsweise ein 60.000 m² großes Logistikzentrum in Krefeld bei Düsseldorf, Lidl baut ein rund 41.000 m² großes Logistikzentrum in Großbeeren bei Berlin. Zusammen mit der bis dato in den Big 5 größten Anmietung durch das Logistikunternehmen Rhenus in der Region Frankfurt (ca. 42.000 m² im neu errichteten VGP Park in Rodgau) und weiteren 80 Deals ab 5.000 m² wurde das Volumen in dieser Größenklasse überproportional (+43 %) getoppt. Gleichzeitig haben die Top5 Deals dazu beigetragen, dass rund zwei Drittel des Umsatzes durch Handelsunternehmen sowie Unternehmen aus dem Bereich  Transport/Verkehr/Lagerhaltung erfolgten.  
 
Die Spitzenmieten für Lagerflächen (in der Größenordnung ab 5.000 m²) blieben in allen Regionen stabil mit den höchsten Mieten in der Region München (6,50 Euro/m²/Monat) deutlich vor Frankfurt (6,00 Euro/m²/Monat), Hamburg (5,60 Euro/m²/Monat) und Düsseldorf (5,40 Euro/m²/Monat). Die niedrigsten Spitzenmieten werden nach wie vor in der Region Berlin gezahlt (4,70 Euro/m²/Monat). Auch bis zum Jahresende erwartet JLL keine Veränderungen.

 
Noch nie fanden außerhalb der Big 5 so viele Lager- und Logistikflächen einen neuen Nutzer
 
Außerhalb der Big 5 Ballungsräume* ist in den ersten neun Monaten 2015 ein Flächenumsatz von ca. 3,28 Mio. m² zu notieren, mehr als jemals zuvor in einem ersten Dreivierteljahr und ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. 5- und 10-Jahresvergleich sprechen mit + 36 % bzw. +68 % eine deutliche Sprache. Herausragend sind vor allem vier Großanmietungen mit jeweils mehr als 100.000 m² Fläche in künftigen Neubauten:  Die BMW AG mietete im zweiten Quartal in Wallersdorf ca. 200.000 m² und in Bruckberg-Gündlkofen ca. 118.000 m². Im dritten Quartal zeichnete der Internethandel für die größten Anmietungen verantwortlich. Für Zalando wird in Lahr ein Verteilzentrum mit ca. 130.000 m² und für den Online-Händler Jago in Hückelhofen bei Mönchengladbach ein rund 120.000 m² großes Distributionszentrum errichtet. „Insgesamt fanden über 80 % des Gesamtumsatzes in Neubauten/Projektentwicklungen statt. Damit  setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort“, so Weber.
 
Zwar sind bei E-Commerce-Unternehmen Flächengrößen im sechsstelligen Bereich mittlerweile die Ausnahme, ihr Flächenbedarf ist aber noch lange nicht gedeckt. Im laufenden Jahr gingen auf ihr Konto bereits rund 370.000 m², auch hier nur getoppt von Aktivitäten in 2011. Diese Umsätze haben auch dazu geführt, dass der „BMW-Effekt“ in den Umsatzstatistiken außerhalb der Big 5 – Ballungsräume weniger stark zum Tragen kommt als noch zum Halbjahr. Mittlerweile liegen die Umsätze von Industrieunternehmen (Anteil von 35 %) nur noch knapp vor dem Handel und der Branche Transport/Verkehr/Lagerhaltung (32 % bzw. 31 %). 
„Zunehmen wird allerdings der Bedarf an Flächen in der Nähe der größeren Städte – Stichwort ‚City-Logistik‘. Daran führt kein Weg für ein Unternehmen vorbei, wenn es dem sich ändernden Bestellverhalten und dem schnelleren Lieferbedarf Rechnung tragen will“, so Weber
 
*In diese Zahlen fließen ausschließlich Flächenumsätze ab einer Größe von mindestens 5.000 m² ein (Eigennutzer und Vermietungen)