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Pressemitteilung

Frankfurt

Große Nachfrage nach kleinen Flächen prägte 2015 den Retail Leasing Markt

Fünfjahreshoch bei der Anzahl der Abschlüsse – 524.700 m² vermietet


​FRANKFURT, 26. Januar 2016 – Das Jahr 2015 hat auf dem Retail Leasing Markt einen Endspurt hingelegt und das verhaltene dritte Quartal teilweise wieder wettgemacht. Mit 1.077 Abschlüssen nach 994 im Vorjahr standen zum Jahresende so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Fokus allerdings wieder stärker auf kleineren Flächen bis 100 m², so dass der Flächenumsatz um rund 10 % auf 524.700 m² zurückging.
Die Vermietungen unter 100 m² machten rund ein Viertel aller Abschlüsse aus und legten damit deutlich zu, was auch auf höhere Aktivitäten der Gastronomie zurückzuführen ist. Von 260 Deals gehen 68 auf ihr Konto – darunter die Illy-Kaffeebars, Backwerk und MyMuesli. Das Segment mit mehr als 1.000 m² konnte derweil sein Vorjahresniveau nicht verteidigen und erreichte einen Anteil von 13 % der abgeschlossenen Mietverträge gegenüber 17 % im Vorjahr.

Dirk Wichner, bei JLL Head of Retail Leasing Germany: „Wie erwartet, setzt sich der Trend im Bereich Gastronomie fort und wird aller Voraussicht nach auch noch weiterhin anhalten. Der Mode-Einzelhandel hingegen wuchs im vergangenen Jahr sehr moderat. Hier spiegelt der Flächenumsatz die aktuelle Nachfrage kleinerer Formate wider.”

Rund 205.000 m² des Flächenvolumens gingen dabei auf die Big 10 Standorte, die im Abschlussquartal für die Hälfte aller Deals sorgten und so ihren Anteil für das Gesamtjahr leicht von 38 % auf 40 % ausbauen konnten. Primus unter den Big 10 bleibt weiterhin die Hauptstadt Berlin mit 48.400 m², was rund 18 % weniger im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch das zweitplatzierte Hamburg verbuchte mit 27.000 m² rund 8000 m² weniger als im Jahr 2014. Seinen stabilen Auftritt mit jeweils mehr als 20.000 m² in den vergangenen vier Jahren setzte derweil Köln fort und liegt mit 24.800 m² auf dem dritten Platz, vor dem rheinischen Rivalen Düsseldorf und München mit je 23.900 m². Für Düsseldorf ein gutes Comeback mit einem Plus von 160 % nach einem deutlich schwächeren Vorjahr. Das Feld komplettieren Frankfurt (18.500 m²), ein starkes Leipzig (12.200 m²), Stuttgart (11.300 m²) Hannover (8700 m²) und Big-10-Schlusslicht Nürnberg mit 6.200 m². Darunter büßten Frankfurt (minus 40 %) und Stuttgart (minus 58 %) deutlich ein.

Stärkster Flächenumsatzbringer war erneut die Tetxtilbranche mit rund 37 % nach 41 % im Vorjahr. Die Young-Fashion-Anbieter Reserved und Superdry gehörten dabei zu den agilsten Akteuren. Ihr Segment machte unter den Textilhändlern 29 % aus. Mit je einem Fünftel folgen Bekleidungshäuser und Discounter.
Mit großem Wachstum und insgesamt 22 % folgt in der Branchenanalyse die Gastronomie. Insbesondere Systemgastronomie wie Aposto, L’Osteria und Gin Yuu gehörte zu den größten Interessenten. Die drittgrößte Branche „Gesundheit/Beauty“ vereint 10 % auf sich und wird dabei deutlich von den drei großen Ketten dm, Rossmann und Müller dominiert, die 60 % der umgesetzten Fläche angemietet haben.

Spitzenmieten: Berlin macht Boden auf München gut 
Bei den Spitzenmieten auf den Haupteinkaufsstraßen teilen sich die Big 10 in drei Gruppen auf. Die Führungsgruppe mit mehr als 300 Euro/m²/Monat führt unangefochten München mit konstant 360 Euro an, die auf der Kaufingerstraße gezahlt werden.  Dahinter verbessert sich die Berlin Tauentzienstraße von 300 auf 320 Euro und setzt sich damit von der Frankfurter Zeil ab, die um 10 Euro auf 310 Euro zulegt.

In der Gruppe der Verfolger legen Düsseldorfs Königsallee (290 Euro) und Hamburgs Spitalerstraße (280 Euro) auf Jahressicht um je 5 Euro zu. Das Hauptfeld führt Köln Schildergasse schließlich mit 255 Euro an (plus 5 Euro) während Stuttgarts Königstraße bei 250 Euro verharrt. Dahinter folgen Hannovers Georgstraße (200 Euro), Nürnbergs Ludwigsplatz (160 Euro) und die Petersstraße und die Grimmaische Straße in Leipzig mit 120 Euro.
Die Renditen waren derweil in allen zehn Städten rückläufig. Die niedrigste Spitzenrendite erreichte München mit aktuell 3,50 %. Hamburg, Köln, Stuttgart und Nürnberg büßten 30 Basispunkte ein. In Berlin und Düsseldorf gaben die Renditen um 25 Punkte nach.