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Pressemitteilung

MIPIM, Cannes

Transaktionsvolumina auf europäischem Gewerbeimmobilienmarkt legt 2010 zu - Erholung in einzelnen Märkte sehr unterschiedlich - Jones Lang LaSalle veröffentlicht European Capital Markets Bulletin


 
 
MIPIM, Cannes, 15. März 2010 – Die Direktinvestitionen in den europäischen Gewerbeimmobilienmarkt könnten 2010 um 20 % bis 30 % höher liegen als ein Jahr zuvor (2009: 69,2 Mrd. Euro*) und sich damit zwischen 85 und 90 Mrd. Euro bewegen. Großvolumigere Transaktionen dürften dabei wieder zunehmen. Diese Erwartung geht aus der neuesten Ausgabe des European Capital Markets Bulletin von Jones Lang LaSalle hervor. Der Report verweist auf die bereits im Verlauf des vergangenen Jahres einsetzende Erholung: Dabei wurde eine Verdoppelung des Transaktionsvolumens zwischen dem 1. Quartal (11,6 Mrd. Euro) und dem 4. Quartal 2009 registriert (24,6 Mrd. Euro) sowie ein Plus von 50 % im 12-Monatsvergleich des vierten Quartals. Der Prozentsatz der Transaktionen mit einem Volumen über 50 Mio. Euro zeigte nach dem Tiefpunkt im 1. Quartal 2009 wieder eine steigende Tendenz. Von den fast 100 Transaktionen über 100 Mio. Euro, die 2009 europaweit abgeschlossen wurden, wurden knapp 75 im 2. Halbjahr und 40 im letzten Quartal 2009 zum Abschluss gebracht. Im zweiten Halbjahr wurden auch die einzigen beiden Transaktionen des Jahres jenseits der 1 Mrd.-Euro-Marke registriert: die Sale-and-Leaseback-Transaktion eines Bankfilialen-Portfolios in Spanien und der Verkauf eines 50%igen Anteils am „Broadgate Estate“ in Großbritannien. 
  
„Die – zumindest verbesserte – Verfügbarkeit von Fremdkapital, die Beobachtung, dass die Preisfindung ihren Boden erreicht oder die Preise schon wieder steigen, die leicht zunehmende Risikobereitschaft der Investoren sowie die vermehrt dem Markt zur Verfügung stehenden immobilen Anlagemöglichkeiten unterstützen das Wachstumspotenzial“, so Chris Staveley, Regional Director, EMEA Capital Markets Jones Lang LaSalle. Und weiter: „Allerdings bewegt sich das für 2010 erwartete Volumen historisch betrachtet immer noch auf niedrigem Niveau, läge in etwa auf dem Ergebnis von 2002 (85,1 Mrd. Euro). Der Grund für die eher schrittweise und allmähliche statt jähe, ohne Übergang einsetzende Erholung hängt mit der Fokussierung der Investoren auf ein schmales Spektrum Cash-flow generierender 1A-Core-Objekte zusammen. Fast überall bilden angespannte konjunkturelle Aussichten die Kulisse für die Nutzermärkte. In einigen zeigt sich zwar eine leichte Erholung der Spitzenmieten. Insgesamt bleibt aber vorsichtiges Agieren bei Investoren und Nutzer auch 2010 vorherrschende Strategie.“
 
 
Leichte Zunahme bei Kapitalwerten in 2010

Vor dem Hintergrund der Renditekompression in einigen Märkten im 4. Quartal (so etwa in Hamburg und Frankfurt mit – 15 Basispunkte, London West End und Moskau mit – 50 Basispunkte) bei gleichzeitig sich den Tiefständen nähernden Mieten in anderen Märkten, zeigten die Kapitalwert-Indizes von Jones Lang LaSalle in den letzten drei Monaten 2009 in allen Sektoren ansteigende Tendenz. Der Europäische Büro-Kapitalwert-Index verzeichnete einen Quartalsanstieg von +1,1%, Einzelhandelsflächen in 1A-Lagen legten um +4,8% zu und Lager- und Logistikflächen um +1,0%.  Der weiter vorhandene Druck auf die Spitzenmieten (wenige Märkte werden sich dieser Entwicklung entziehen können) sowie eine Renditekompression in weiteren Märkten werden bei den Spitzenkapitalwerten im Jahresvergleich für ein zwar leichtes, aber immerhin positives Wachstum sorgen.
 
 
2010 mehr Märkte im Fokus der Investoren 

Der Anteil grenzüberschreitender Investitionen lag 2009 bei unter 50% des europäischen Transaktionsvolumens. Ihren bisherigen Höchststand hatten sie mit 63% in 2007. Auffällig war vor allem die Konzentration internationalen Kapitals auf nur wenige Märkte. 50% aller  grenzüberschreitenden Investitionen in Europa, bei denen der Käufer aus dem Ausland und der Verkäufer aus dem jeweiligen Inland stammt, konnte Großbritannien auf sich verbuchen, gefolgt von Frankreich mit einem Anteil von 11 %, Spanien mit 8 % und die Mittel- und Osteuropäischen Länder mit zusammengerechnet ebenfalls 8 %. „Vor dem Hintergrund gefestigten Vertrauens der Marktplayer und der Annäherung bei der Preisgestaltung wird internationales Kapital  2010 mit den zunehmenden Aktivitäten grenzüberschreitender Käufer wieder in mehr Märkte fließen“, so Nigel Roberts, Leiter EMEA Research bei Jones Lang LaSalle. Und weiter: „Freilich hängt diese Entwicklung davon ab, ob es gelingt, das Tempo der konjunkturellen Erholung und die Stabilität auf den Finanzmärkten beizubehalten.“

Als aktivste Quellen grenzüberschreitender Investitionen (Käufer aus dem Ausland, Verkäufer aus dem jeweiligen Inland) erwiesen sich europaweit globale Kapitalsammelstellen mit 32 %, gefolgt von deutschen Investoren mit rund 24 %. Zusammengenommen stammte 2009 also mehr als die Hälfte des grenzüberschreitend investierten Kapitals von diesen beiden Investorengruppen.
  
„Wir rechnen damit, dass globale grenzüberschreitende Investoren weiterhin eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Liquidität für große Transaktionen in den Core-Investment-Märkten der EMEA-Region spielen werden“, ergänzt Arthur de Haast, Leiter der International Capital Group von Jones Lang LaSalle. „Die Zunahme der Transaktionstätigkeit wird nicht nur auf Europa beschränkt bleiben, sondern sich auch im asiatisch-pazifischen Raum und in Amerika manifestieren.“
 


* Die Transaktionen von Grundstücken und Wohnimmobilien sowie Käufe von Unternehmen, die Eigentümer auch von Immobilien sind, sind nicht berücksichtigt