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Pressemitteilung

Frankfurt

Einzelhandel richtet seinen Blick auf kleine und mittlere Städte

Nachfrage nach Mietflächen wächst erneut – Gastronomie baut Anteile erneut aus


​​​​FRANKFURT, 28. April 2016 – Der deutsche Retail Leasing Markt ist optimistisch ins Jahr 2016 gestartet. Doch zugleich geraten die Märkte in den größten Städten Deutschlands erneut unter Druck. Die Abschlüsse verlagern sich zunehmend in die kleinen und mittleren Städte. 121.200 m² wurden bundesweit umgesetzt – rund 10 % mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Mit 254 Abschlüssen nach 203 im Vorjahrsvergleichsraum, stieg das prozentuale Wachstum bei den Deals sogar um 25 %. Die aktuelle Anzahl liegt damit genau im Schnitt der Quartale der vergangenen fünf Jahre. Nachdem das Vorquartal besonders stark war, zeigte sich das erste Quartal 2016 also durchaus solide, der große Kater bleibt vorerst aus.

Bei den Größenklassen entfielen 31 Deals beziehungsweise 12 % Marktanteil mit einem Flächenvolumen von 63.900 m² auf die Kategorie mit mehr als 1.000 m². Das Gros machten dabei internationale Filialisten aus, darunter die Handelsketten TK Maxx und Woolworth mit jeweils drei Anmietungen. Bemerkenswert ist, dass mittlerweile auch innenstadtuntypische Konzepte wie der schwedische Heimwerkermarkt Clahs Ohlson in 1-a-Lagen anmieten.

Dirk Wichner, bei JLL Head of Retail Leasing Germany: „Die Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer, dass der Jahresauftakt eher schwach war, wird von den blanken Zahlen zunächst nicht bestätigt. Allerdings spiegelt sich hier die Schwäche der Big 10 wider, die in der subjektiven Betrachtung der Akteure häufig im Fokus stehen. Insbesondere in Berlin – und das bestätigen die Zahlen – hat man derzeit das Gefühl, der Markt steht still. Das liegt daran, dass auch Großstädte abseits der Big 10 mittlerweile entsprechende Mietflächen anbieten können. Zudem werden diese Städte in den kommenden Quartalen weiter kräftig aufholen, da Investoren mittlerweile auch in dort viele Objekte bauen.”

Rund 36.000 m² des Flächenvolumens gingen dabei auf die Big 10 Standorte, die damit erneut Abstriche beim Anteil am Gesamtvolumen machen mussten – für sie ging es um minus drei Prozentpunkte auf 30 %. Entsprechend verhalten sind die Umsätze in den einzelnen Standorten: Den besten Start erwischte Stuttgart mit 9.700 m², die die baden-württembergische Landeshauptstadt vor allem einer Primark-Anmietung zu verdanken hat. Dahinter folgt München mit 5.200 m², was ein leichtes Wachstum gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Fast gleichauf mit jeweils 4.100 m² folgen Frankfurt und Berlin. Ist dieser Wert für Frankfurt noch ein mittelmäßiges Ergebnis, bedeutet es für die Hauptstadt das niedrigste Ergebnis binnen sechs Jahren. Köln (3.200 m²) und Düsseldorf (3.100 m²) zeigten konstante Werte und in Hamburg (2.900 m²) fehlte es vor allem an Großflächenanmietungen. Leipzig startete mit 2.600 m² ähnlich gut wie im vergangenen Jahr. Mit 460 m² zeigt der Hannoveraner Markt momentan die geringste Dynamik.

Stärkster Flächenumsatzbringer war erneut die Textilbranche mit rund 30 %. Innerhalb der Branche liefen die Textildiscounter mit 37 % der Young Fashion (26 %) den Rang ab.

Mit großem Wachstum und insgesamt 24 % folgt in der Branchenanalyse die Gastronomie, die erneut zulegen konnte und den Abstand zum Textilhandel deutlich verringerte. Vor allem gesundes Fastfood liegt im Trend und Salatbars liefern sich mit den Burgerketten ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Expansion. Die drittgrößte Branche „Gesundheit/Beauty“ vereint 11 % auf sich, wobei neue Konzepte wie der amerikanische Kosmetikanbieter Vine Vera, die australische Marke Aesop und der spanische Parfumanbieter Equivalenza in Deutschland konstant wachsen. Die Sparte verbuchte eine weitere Premiere: Der Onlineoptiker Mister Spex hat erstmals stationäre Flächen angemietet.

Bei den Spitzenmieten auf den Haupteinkaufsstraßen teilen sich die Big 10 in drei Gruppen auf. Die Führungsgruppe mit mehr als 300 Euro/m²/Monat führt unangefochten München mit konstant 360 Euro an, die auf der Kaufingerstraße gezahlt werden.  Dahinter verbessert sich die Berlin Tauentzienstraße auf Jahressicht von 300 auf 350 Euro und setzt sich damit von der Frankfurter Zeil ab, die bei 310 Euro verharrt.

In der Gruppe der Verfolger behaupten Düsseldorfs Königsallee (290 Euro) und Hamburgs Spitalerstraße (280 Euro) ihre Positionen. Das Hauptfeld führt Kölns Schildergasse schließlich mit konstant 255 Euro an, während Stuttgarts Königstraße bei 250 Euro liegt. Dahinter folgen Hannovers Georgstraße (200 Euro), Nürnbergs Ludwigsplatz (160 Euro) und die Petersstraße und die Grimmaische Straße in Leipzig mit 120 Euro. Auch hier gab es keine Veränderung.

Der Rückgang der Renditen hat sich derweil in allen zehn Städten abgebremst. In den meisten Städten blieb die Spitzenrendite konstant. Allein Hannover, Leipzig und Nürnberg verloren um 10 Basispunkte. Den niedrigsten Wert erreichte München mit konstanten 3,50 %.