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Pressemitteilung

Frankfurt

Markt für Logistikflächen in Deutschland zur Jahresmitte erneut auf Rekordkurs


​Pressemitteilung inklusive Übersichtstabellen [PDF]

 

FRANKFURT, 20. Juli 2016 – Im ersten Halbjahr 2016 wurden auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen insgesamt gut 3,3 Mio. m² umgesetzt (Eigennutzer und Vermietungen) - damit liegt der Umsatz leicht (+2 %) über dem Wert der ersten sechs Monate des bisherigen Rekordjahres 2015. Die vergleichbaren 5- und 10-jährigen Durchschnittswerte wurden um 16 % bzw. 41 % übertroffen. Während die Umsätze durch Eigennutzer im Jahresvergleich um 12 % zurückgingen, legten die Vermietungsumsätze um 10 % zu.
 
„Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein neues Rekordjahr bilanziert werden kann. Die Nachfrage der Nutzer nach Logistikflächen ist weiterhin hoch und für das zweite Halbjahr werden einige größere Abschlüsse erwartet. Mögliche Auswirkungen des ‚Brexit‘ werden sich 2016 noch nicht niederschlagen. Die 6 Mio. m² - Marke sollte deutlich übertroffen werden können“, so Frank Weber, bei JLL Head of Industrial Agency Germany.
 
 
Flächenumsatz in den Big 5 leicht unter Vorjahreswert
 
In den Big 5-Ballungsräumen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) lag das umgesetzte Flächenvolumen mit insgesamt 959.000 m² leicht (-4 %) unter dem Niveau des Vorjahres und des fünfjährigen Durchschnittswertes (-2 %). Im Zehnjahresvergleich ist allerdings ein Plus von 12 % zu verzeichnen.
 
Die Region Frankfurt legte im Jahresvergleich am stärksten zu (+35 %) und rangiert innerhalb der Big 5 mit einem Flächenumsatz von rund 360.000 m² auf dem ersten Platz. Gut 100.000 m² weniger wurden in der Region Hamburg umgesetzt, die mit 255.000 m² auf dem zweiten Platz folgt und im Jahresvergleich ein Minus von 13 % verzeichnet. Auch die Regionen Berlin (-14 %) und Düsseldorf (-48 %) liegen hinter den Vorjahresergebnissen zurück. München dagegen bewegt sich mit 6 % mehr Umsatz im Plus. In allen Regionen - mit Ausnahme von Frankfurt – gingen die Flächenumsätze in der Größenordnung ab 5.000 m² überproportional zurück. Nur 15 Deals lagen oberhalb der 10.000 m² -Marke, im ersten Halbjahr 2015 waren es noch sieben Abschlüsse mehr. Der größte Vertragsabschluss in den Big 5 wurde bereits im ersten Quartal getätigt: das niederländische Einzelhandelsunternehmen Action mietete für sein neues Logistikzentrum ca. 82.000 m² in einer Projektentwicklung in Biblis in der Region Frankfurt. Mit 24.000 m² fällt die zweitgrößte Anmietung deutlich niedriger aus: die Rieck Logistik Gruppe unterzeichnete in der Region Hamburg einen Vertrag im VGP Park – auch hier handelt es sich um eine Projektentwicklung. Insgesamt entfallen 36 % des Umsatzes auf Handelsunternehmen, weitere 29 % wurden von Unternehmen aus dem Bereich Transport, Verkehr, Lagerhaltung umgesetzt. Industrieunternehmen folgen mit 20 %.
 
„Die Lage spitzt sich weiter zu: das Angebot an verfügbaren Flächen zur kurzfristigen Anmietung in der Größenordnung ab 5.000 m² ist schon lange zu gering, um den flächensuchenden Unternehmen eine gute Auswahl bieten zu können. Manche Unternehmen verlängern daher im Bestand, andere weichen auf Standorte in der Peripherie aus oder entscheiden sich - mit einigem zeitlichen Vorlauf - für eine Anmietung in einer Projektentwicklung“, so Weber.

 
Stabile Spitzenmieten
 
Die Spitzenmieten für Lagerflächen in der Größenordnung ab 5.000 m² blieben im ersten halben Jahr in allen Regionen stabil. München weist mit 6,75 Euro/m²/Monat den höchsten Wert auf. Die Regionen Frankfurt (6,00 Euro/m²/Monat), Hamburg (5,60 Euro/m²/Monat) und Düsseldorf (5,40 Euro/m²/Monat) folgen im Mittelfeld. Nutzer in der Region Berlin zahlen mit 4,70 Euro/m²/Monat die geringsten Preise in den besten Lagen. „Die Spitzenmieten werden sich auch in den nächsten Monaten weitgehend stabil zeigen, nur in der Region Frankfurt erwarten wir einen leichten Anstieg“, so Weber.
 
 
Noch nie wurden außerhalb der Big 5 Ballungsräume mehr Flächen umgesetzt - Ruhrgebiet mit außergewöhnlich hohem Umsatzvolumen
 
Außerhalb der Big 5 Ballungsräume* wurden in den ersten sechs Monaten 2016 rund 2,4 Mio. m² umgesetzt – mehr Flächen als je zuvor in einem ersten Halbjahr. Der Vorjahresvergleichswert wurde um 4 %, 5- und 10-jährige Durchschnittswerte um 25 % bzw. 57 % übertroffen. Rund 60 % des Umsatzes gingen auf das Konto von Vermietungen. Der Eigennutzeranteil nahm im Jahresvergleich leicht ab: mit 40 % markiert er den niedrigsten Wert im Vergleich der letzten fünf Jahre. Im ersten Halbjahr 2014 lag der Anteil der Eigennutzer noch bei über 60 %.
 
Umsatzstärkste Region ist das Ruhrgebiet. Hier wurden in den ersten sechs Monaten mit ca. 630.000 m² bereits mehr Flächen umgesetzt als jemals in einem Gesamtjahr. Die beiden größten Deals bundesweit wurden hier getätigt: Amazon unterzeichnete einen Vertrag für ein neues Logistikzentrum am Standort Werne - hier entstehen insgesamt rund 205.000 m² Lagerfläche auf zwei bis drei Etagen. Der bisher größte Umsatzanteil durch Eigennutzer wurde bereits im ersten Quartal registriert: Opel begann in Bochum mit dem Bau eines rund 95.000 m² großen Warenverteilzentrums. Auch für die zweite Jahreshälfte zeichnen sich im Ruhrgebiet bereits weitere großflächige Anmietungen ab: die Metro Group wird in Marl insgesamt rund 220.000 m² anmieten.
 
Nicht zuletzt durch die Großanmietung in Werne legten die Handelsunternehmen im zweiten Quartal deutlich zu, entsprechend einem runden Drittel am Gesamtumsatz zur Jahresmitte, knapp gefolgt von Industrie (32 %) und Transport, Verkehr, Lagerhaltung (30 %).
 
„Die positiven Geschäftserwartungen beim Onlinehandel spiegeln sich auch im Flächenumsatz wider. Unternehmen benötigen zur Kundenbelieferung mehr Fläche an mehr Standorten. Insgesamt wurden 2016 bundesweit ca. 333.000 m² durch E-Commerce Unternehmen umgesetzt. Rechnet man die Amazon-Anmietung heraus, liegt die durchschnittliche Flächengröße bei rund 9.000 m²“, so Weber.
 
*In diese Zahlen fließen ausschließlich Flächenumsätze ab einer Größe von mindestens 5.000 m² ein (Eigennutzer und Vermietungen)