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Pressemitteilung

Stuttgart

Mutige Mieter gesucht - Stuttgarter Bürovermietungsmarkt im 1. Quartal 2010


 
 
Stuttgart, 07. April 2010 – Sandro Camilli, Leiter des Stuttgarter Büros von Jones Lang LaSalle, spricht von „einem bitteren Zwist“ beim Jahrhundertprojekt „Stuttgart 21“. Eigentlich sei ein konzertiertes Zusammenwirken aller marktrelevanten Kräfte gefordert, um eines der größten deutschen Bauprojekte voranzubringen. „Stattdessen, so will es scheinen, leiden unter dem Zwist auch bereits andere Projekte, die nur entfernt damit zu tun haben“, so Camilli. Neben dem quasi traditionellen Gerangel mit den Umlandgemeinden um Investoren, übe sich Stuttgart nun auch noch im innerstädtischen „Hauen und Stechen um Stuttgart 21 – mit einer wachsenden Verbitterung der Immobilien-Player im Gefolge.“ In der Hamburger Hafen-City sei gezeigt worden, wie strategische Klugheit ein Brachland in eine blühende Immobilienlandschaft verwandeln kann – Stuttgart demgegenüber verschläft derzeit eine historische Chance.
 
Das Ausdehnen der Entscheidungshorizonte und die lediglich verhaltene Abschlussfreude haben im 1. Quartal 2010 zu einem leicht rückläufigen Umsatz der Büroflächen geführt: Rund 32.000 m² Ende März 2010 stehen rund 35.000 m² im Vergleichszeitraum des Vorjahres gegenüber. Der Mittelwert der letzten acht Quartale (2008+ 2009: 43.000 m²) wurde damit um rund ein Viertel unterschritten.  Die beiden größten Deals waren die Anmietungen im Teilmarkt Stuttgart Nord über 4.000 m² durch ein Call Center und in Vaihingen durch ein IT-Unternehmen über 3.500 m². Die City, in der Regel favorisierter Teilmarkt, zeigte im ersten Quartal 2010 deutlich weniger Umsatz – nur 4 % des Volumens und 10 % der Abschlüsse wurden an diesem Standort notiert.
 
Auf drei Branchen entfallen über 50 % des Umsatzvolumens, angeführt von Unternehmen aus dem Telekommunikationsbereich (22 % Anteil), über EDV-Unternehmen (19 %) zum Verlagswesen/Medien (16 %). Die meisten Mietverträge wurden von unternehmensbezogenen Dienstleistern unterschrieben. Insgesamt dominieren die kleinflächigen Vermietungen: mehr als 60 %  aller Deals bewegen sich unterhalb der 500 m².
 
„Vorausgesetzt, dass die aufgelaufenen Gesuche bzw. die in 2009 gezeigte Zurückhaltung bei  Projektanmietungen sich endlich in Neuvermietungen niederschlagen, erwarten wir für 2010 ein Umsatzvolumen auf dem Niveau des Vorjahres. Gefragt sind mutige Mieter, die bereit sind, in zukunftsträchtige Projekte durch entsprechende Vorvermietungsverträge einzusteigen. Ein jeder Markt lebt von der Dynamik seiner Teilnehmer. Im Stuttgarter Kessel erhitzen sich seit geraumer Zeit stattdessen nur die Gemüter“, so Camilli.
 
Die fehlenden Fertigstellungen, die mangelnde Dynamik auf dem Projektmarkt sowie das eher verhaltende Umsatzgeschehen haben bewirkt, dass sich der Leerstand in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf dem Niveau des Vorquartals bewegt. Die Leerstandsquote dürfte sich von derzeitigen 6,6 % bis Dezember allerdings auf knapp über 7 % erhöhen, dies einerseits aufgrund der spekulativen Fertigstellungen von rund 20.000 m² in den kommenden neun Monaten und andererseits wegen der Verkleinerungen der angemieteten Fläche bei Umzügen – in der Folge eine zusätzliche Belastung des Marktes durch leer stehende Flächen.
 
Zumindest der Statistik nach kommt  2011 mit fast 100.000 m² neue Flächen (davon spekulativ rund ein Viertel) eine gewisse Dynamik in den Markt zurück. Camilli: „Da Bestandsflächen speziellen Anforderungen bestimmter Nutzer nicht immer entsprechen, darüber hinaus zum Beispiel so genannte Green Buildings künftig sicher einen Vorteil bei der Vermarktung haben werden, wird ein  Angebot an Neubauflächen sicherlich seine Mieter finden. Das hat natürlich dann auch Auswirkung auf die Mietpreise. Derzeit vermieten wir auf niedrigem Preisniveau  - die meisten Deals bewegen sich zwischen 10,00 und 15 Euro/m²/Monat - nahezu ausschließlich in Bestandsflächen.“ 
 
Die Stuttgarter Spitzenmiete liegt bei 17,50 Euro/m²/Monat, dem bei weitem günstigsten Wert unter den sechs Immobilienhochburgen.