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Pressemitteilung

Frankfurt

Keine Sommerpause auf dem Investmentmarkt für Wohnportfolios


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Im dritten  Quartal haben die Aktivitäten auf dem Investmentmarkt für Wohnimmobilien* verglichen mit den Vorquartalen wieder deutlich zugenommen. Mit 3,3 Mrd. Euro in den Monaten Juli bis Ende September  erreichte das Transaktionsvolumen  über 40 % des Dreivierteljahresergebnisses.  7,7 Mrd. Euro sind im  laufenden Jahr bis dato zu notieren, für 72.000 Wohnungen gab es neue Eigentümer. Dennoch: mit einem Minus von 60% liegt das Resultat deutlich unter dem des Vorjahres, das durch vier  Großtransaktionen (Q 1 – Q 3 2016: 0)  jenseits der 500 Mio. Euro gepusht worden war. Dr. Konstantin Kortmann, Head of Residential Investment JLL Germany: „Das Interesse an Wohnimmobilien ist ungebrochen. Auch ein längerer Zeitraum zum Vergleich herangezogen, zeigt, wie stark die  Aktivitäten in den  vergangenen drei Monaten waren. Sie haben den Fünfjahresschnitt der entsprechenden Zeitabschnitte um mehr als 40 % übertroffen. Kortmann weiter: „Ein tieferer Blick auf die gehandelten Wohninvestments macht deutlich, dass die durchschnittliche gehandelte Portfoliogröße zwar auf unter 250 Wohnungen gesunken ist -   dem niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren-  der durchschnittliche Preis pro Wohneinheit aber  erstmals auf über 100.000 Euro pro Wohnung zugelegt hat. Dafür verantwortlich sind nicht nur der Verkauf von höherwertigen Portfolios und den nach wie vor zahlreichen Projektentwicklungen, sondern auch der weiter starke Preisanstieg in den Metropolen aufgrund der Knappheit von Angeboten bei gleichzeitig weiter steigender Nachfrage.“


Die Spitzenposition bei Wohnportfoliotransaktionen hält nach wie vor Berlin. Hier wurden mit etwa 2,3 Mrd. Euro etwa 30 % des gesamten Transaktionsvolumens investiert. Auch der internationale Anteil ist hier mit 30 % des investierten Kapitals weit überdurchschnittlich. Frankfurt kommt auf ein Ergebnis von 590 Mio. Euro, Hamburg auf 490 Mio. Euro.

Internationales Kapital war insgesamt wieder stärker zu beobachten: 23 % des in Deutschland investierten Kapitals für Wohnimmobilien kommt aus dem Ausland. (Q1- Q 3 2015 14 %), mit den Top 3 Großbritannien (ca. 410 Mio. Euro), Israel (390 Mio. Euro) und den USA (282 Mio. Euro). „Inwiefern diese gestiegenen internationalen Aktivitäten ihre Ursachen im Brexit haben, ist noch nicht klar abzugrenzen. Generell erfährt Deutschland zumindest kurzfristig einen Bedeutungsgewinn für internationale Investoren, die risikoarme und defensive Investitionsmöglichkeiten suchen und in Deutschland finden. Dies gilt sowohl für den direkten Immobilienerwerb als auch für die indirekte Investition über Fondsvehikel oder Aktiengesellschaften in Deutschland“, so Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany.  Dazu gehören insbesondere  Deutsche Spezialfonds mit Investitionen in Wohnimmobilien bis dato in einer Größenordnung von netto mehr als 1,6 Mrd. Euro. Sie haben damit  den größten Vermögensaufbau unter allen Investorentypen. Auf  Asset- und Fondsmanager entfällt ein Vermögensaufbau von netto ca. 1,5 Mrd. Euro. Wohnungsaktiengesellschaften investierten nur etwa 170 Mio. Euro mehr als sie durch Verkäufe abzogen – ein im Vergleich relativ geringer Vermögenszuwachs: „Dies ist insofern beachtlich, als die Aktiengesellschaften in der Vergangenheit meist zu den am stärksten investierenden Käuferklassen gehörten. Allerdings sind die Großportfolios mittlerweile rar geworden und der Ankauf von Projektentwicklungen als Einstieg in den Wohnungsmarkt vieler Städte ist offensichtlich nicht rentabel genug“, erläutert Konstantin Kortmann.“ Spezialfonds hingegen würden  vom Boom des Wohnungsneubaus in Deutschland profitieren, sie seien einer der Hauptabnehmer von Forward Deals. Von den mehr als 2,1 Mrd. Euro, die 2016 in den Verkauf von Projektentwicklungen flossen, wurden etwa 690 Mio. Euro durch Spezialfonds investiert.


Helge Scheunemann abschließend: Neben dem weiter florierenden Verkauf von Projektentwicklungen, Spezialwohnsegmenten wie Studenten- und Apartmentwohnen und der andauernden Konsolidierung von Bestandsportfolios wird vor allem auch die angestrebte Übernahme der Conwert durch die Vonovia zu einem letztlich guten Gesamtjahresergebnis  beitragen. Vonovia  bietet derzeit für die gesamte Gesellschaft 2,9 Mrd. Euro einschließlich Schulden. Der Hauptteil des Conwert Wohnungsbestands, 24.500 Wohnungen mit einem Bilanzwert von ca. 1,5 Mrd. Euro, befindet sich dabei in Deutschland. Drei Monate vor Jahresende  gehen wir vor diesem Hintergrund von einem Transaktionsvolumen von  12 bis 13 Mrd. Euro aus, ein Ergebnis leicht  unter dem Schnitt der letzten fünf Jahre (13,5 Mrd. Euro).