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Pressemitteilung

Frankfurt

Noch keine Brexit-Effekte auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt


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FRANKFURT, 7. April 2017 – Rund 116.000 m² wurden auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt (Stadtgebiet sowie Eschborn und Offenbach-Kaiserlei) in den ersten drei Monaten 2017 angemietet. Gegenüber dem starken Vorjahresquartal schlägt zwar ein Minus von 10 % zu Buche, gegenüber dem langjährigen (5- bzw. 10-Jahres-) Schnitt bilanziert aber jeweils ein Plus von rund 15 %. „Der im langfristigen Vergleich überdurchschnittliche Start wurde trotz fehlender Deals im fünfstelligen Bereich erzielt“, so Markus Kullmann, bei JLL Team Leader Office Leasing Frankfurt. Dafür nahmen Anmietungen in der Größenklasse 5.000 bis 10.000 m² mit einem Volumen von insgesamt 37.000 m² im Jahresvergleich um 60 % zu. Allein ein Drittel des Umsatzvolumens geht damit auf das Konto der sechs Deals dieser Kategorie, allen voran die Anmietungen der Deutsche Bahn mit 7.100 m² an der Mainzer Landstraße und der Europäischen Zentralbank mit 6.800 m² im Japan Center.
 
Geografisch diversifiziert zeigt sich der Frankfurter Markt bei der Verteilung der Top-Deals: drei Teilmärkte (Bankenlage, Eschborn, Westend) sind mit jeweils zwei Anmietungen vertreten, dazu jeweils einmal West, Bahnhofsviertel, Flughafen und Ost. Keine Änderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es bei den beiden topplatzierten Teilmärkten: die Bankenlage hat trotz Rückgang um ein Drittel mit 23.300 m² nach wie vor Platz eins inne, mit einem Plus von 18 % behauptet sich Eschborn auf Platz zwei.
 
„Brexit-Effekte auf dem Frankfurter Markt im Sinne konkreter Abschlüsse sind noch nicht zu verbuchen, die Gespräche werden aber immer konkreter“, so Kullmann. Ob letztlich Frankfurt, Dublin, Amsterdam oder Paris  Profiteur sein werden - oder alle ein bisschen vom Kuchen abbekommen - ist noch lange nicht entschieden. Rahmenbedingungen und Arbeitsmärkte für eine Verlagerung von Finanzexperten und Bankmitarbeitern werden en detail austariert, mit noch offenem Ausgang. „Dies wird sich erst im Laufe des Jahres und mit Fortschreiten der Austrittsverhandlungen konkretisieren. Daher halten wir unsere Jahresprognose für 2017 mit einem Vermietungsumsatz von 450.000 m² aufrecht – dem Schnitt der letzten fünf bzw. zehn Jahre entsprechend“, so Kullmann. Auch vor diesem Hintergrund wird bei der Umsatzstatistik nach Branchen die Top-Position im ersten Quartal, wie schon im Vorjahr, von „unternehmensbezogenen Dienstleistungen“ mit rund 35 % des Umsatzvolumens eingenommen. „Banken / Finanzdienstleister“ folgen mit größerem Abstand auf Platz 2.
 
Kullmann weiter: „Nicht zuletzt wird es darauf ankommen, welche Funktionen und Abteilungen die Banken in Folge des Brexit zum Beispiel nach Frankfurt verlagern könnten. Denn davon wird abhängen, welche Lagen, Gebäudequalitäten und Mietpreissegmente tatsächlich benötigt werden.“ Die ab dem Jahr 2019 erwarteten spekulativen Fertigstellungen (MarienTurm und OmniTurm) seien allesamt in bester Lage und im oberen Preissegment anzusiedeln. An spekulative Neubauprojekte außerhalb des CBD trauen sich Entwickler und
Finanzierer noch nicht heran. Benötigt wird der Neubau aber allemal. Abschlüsse und weitere Gesuche in diesen Lagen sind vorhanden, aktuell bereits dokumentiert etwa durch Anmietungen am Flughafen (6.500 m²) im Main-Airport-Center durch IMS Health - vermittelt von JLL - oder von 6.700 m² im projektierten Bürogebäude „Hafenbogen“ im Westhafen durch das Kommunikationsnetzwerk Dentsu Aegis Network.
 
Mit 9 % im ersten Quartal notiert die Bankenmetropole nach wie vor die höchste Leerstandsquote aller deutschen Immobilienhochburgen. Bis zum Jahresende wird eine leicht rückläufige Tendenz bis 8,8 % prognostiziert. „Beobachter könnten angesichts des Leerstandssockels von Frankfurt als ‚einen der letzten mieterfreundlichen Märkte‘ in Deutschland sprechen“, so Kullmann. Trotz des insgesamt vergleichsweise noch recht hohen Leerstands werde es aber für anmietungswillige Nutzer je nach Lage und Preisklassen auch am Main immer enger. Und das mittlerweile nicht nur bei großen zusammenhängenden Flächen, sondern zunehmend auch in kleineren Top-Flächen im CBD. Dies manifestiere sich auch anhand der rückläufigen Anzahl der Vermietungen im Bereich unter 1.000 m². Auch Flächen im - für Frankfurter Verhältnisse – günstigen Segment von 10 – 12 Euro sind immer weniger verfügbar. Dies wird zu einer erhöhten Nachfrage in der City-West, Flughafen oder Eschborn führen.
 
Unverändert bei 37,00 Euro / m² / Monat zeigte sich im ersten Quartal die Spitzenmiete auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt. Bis zum Jahresende erwartet JLL einen Anstieg auf 38,00 Euro.