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Pressemitteilung

Frankfurt

Deutscher Hotelmarkt auf dem besten Weg zu hohem Transaktionsvolumen in 2017

Einzeltransaktionen im ersten Halbjahr nehmen deutlich zu


​Pressemitteilung inklusive Chart [PDF]

 

FRANKFURT, 12. Juli 2017 - Einzeltransaktionen bestimmten zur Jahresmitte wieder verstärkt das Investmentgeschehen auf dem deutschen Hotelmarkt. Obwohl also im laufenden Jahr großvolumige Hotelportfolios - wie etwa der Verkauf des Interhotel Portfolios in 2016 für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag - ausgeblieben sind, fällt der Rückgang im Transaktionsvolumen mit 8 % vergleichsweise gering aus. 1,83 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten 2017 übertreffen den mittelfristigen (5 Jahre) und langfristigen (10 Jahre) Durchschnitt aber mit 50% bzw.110% jeweils deutlich. „Vor der Finanzkrise und zwischen 2008 und 2014 war das jetzige Halbjahresergebnis nicht einmal ein Jahresvolumen. Und es hätte noch höher ausfallen können, wenn kurz vor dem Abschluss stehende größere Investments im Juni unterzeichnet worden wären. Die werden wir nun in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Gut möglich, dass dann das Rekordergebnis von 2016 im laufenden Jahr mit Erreichen der 5 Mrd. Euro-Marke erneut übertroffen wird“, zeigt sich Stefan Giesemann, Senior Vice President der JLL Hotels & Hospitality Group, zuversichtlich.
 
Es ist also viel Dynamik auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt: auch die rekordverdächtige Anzahl der Transaktionen (über 50) in den ersten sechs Monaten unterstreicht die hohe Nachfrage. „Denn an den Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert: die Wirtschaft läuft, der Finanzierungsmarkt ist liquide, der Anlagedruck hoch, der Tourismus ist weiterhin auf Wachstumskurs und pusht die Betriebszahlen der Hotels“, so Giesemann. Und weiter: „Diese Konstellation in Kombination mit einem Produktmangel hat sich auch auf die Renditen ausgewirkt. Objekte in A-Lagen mit langen Pachtverträgen werden mittlerweile mit um die 4% gehandelt.“ 
 
In den ersten sechs Monaten wurden insgesamt 43 Einzeltransaktionen mit einem Volumen von rund 1,3 Mrd. Euro (H1 2016: 800 Mio. Euro mit 27 Transaktionen) notiert. „Insbesondere Hotelentwicklungen waren sehr gefragt und stellten rund ein Drittel aller Einzeltransaktionen dar“, so der Hotelexperte. Zu den größten Einzeltransaktionen zählte u.a.:
 

  • der Verkauf des Pullman Hotel in München im zweiten Quartal unter Beratung von JLL an CDL Hospitality Trust, ein börsennotierter Reit aus Singapur. Der Kaufpreis für die Liegenschaft inklusive der dazugehörigen Büro- und Einzelhandelsflächen, die einen Anteil von 15% an der Gesamtfläche ausmachten, lag bei 104,7 Mio. Euro. Der Minderheitsanteil verbleibt beim Verkäufer NKS Hospitality, einem Gemeinschaftsunternehmen der Event Hospitality Gruppe und der Investmentgesellschaft Redwood Grove International.
     
  • die Veräußerung des Radisson Blu in Hamburg im ersten Quartal an die norwegische Wenaasgruppen für einen dreistelligen Millionenbetrag. Verkäufer Azure Hotels hatte das Hotel Ende 2015 von Invesco Real Estate erworben. Die Transaktion ist seit der Veräußerung des Sofitel Munich Bayerpost 2015 für 180 Mio. Euro die bis dato größte Hoteleinzeltransaktion in Deutschland.
     
  • der Ankauf des Abba Hotels in Berlin im ersten Quartal durch Axa Investment Managers. Verkäufer und Betreiber ist die spanische Gruppe Abba Hoteles, die das Hotel in einer Sale & Lease-back Transaktion zurückgemietet hat.
     
  • der Erwerb des Dorint Hotel Sanssouci in Potsdam im zweiten Quartal durch die Deutsche Asset Management für einen Kaufpreis von rund 32 Mio. Euro und einer Rendite von um die 7,0%. Verkäufer war Ebertz & Partner. Im Zuge der Transaktion wurde ein neuer 20-jähriger Pachtvertrag mit dem Betreiber Dorint abgeschlossen. 

  

Im Portfolio-Segment lag das Volumen mit acht Transaktionen bei 530 Mio. Euro (H1 2016: 1,2 Mrd. Euro mit 11 Transaktionen). Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr, in dem der Verkauf des Interhotel Portfolios allein 40% des Transaktionsvolumens ausmachte, einem Rückgang von 55%.


Unter anderem fanden neue Eigentümer:

  • die Hotelplattform Vienna International Hotelmanagement AG, die von U City Public Company Limited gekauft wurde, eine an der Börse in Bangkok gelistete Gesellschaft. Unter den insgesamt 36 Hotels waren auch 11 im Eigentum befindliche Häuser in Deutschland unter der Marke Vienna House Easy.
     
  • das Suite Novotel und ibis Parkstadt Schwabing, das an den französischen Investor Aviva verkauft wurde. Die Transaktion wurde auf Käuferseite in Zusammenarbeit mit Algonquin, dem strategischen Partner von Aviva, abgeschlossen. Verkäufer war Axa Investment Managers Deutschland, für die JLL exklusiv beim Verkauf beratend tätig war.
     
  • vier Motel One Häuser in Berlin (2 Hotels), Nürnberg und München, erworben von LHI Leasing. Der Gesamtpreis für alle Objekte lag bei 165 Mio. Euro. Die Häuser wurden verkauft und zurückgemietet von der Motel One Gruppe.
     

Von institutionellen Investoren floss auch zwischen Januar und Ende Juni das bei weitem meiste Kapital in Hotelobjekte: rund 1,2 Mrd. Euro waren es bei 29 Investments. Hotelbetreiber (8 Transaktionen), Immobilienfirmen (6), Privatpersonen (5), und Private Equity Firmen / REITs (3) investierten zusammen ca. 630 Mio. Euro.
Auf das Konto deutscher Investoren gingen rund 60% aller Transaktionen mit einem Volumen von insgesamt 940 Mio. Euro. Großbritannien erwies sich unter den ausländischen Anlegern als aktivster Player (fünf Transaktionen mit zusammen rund 200 Mio. Euro); asiatisches Kapital kam mit 220 Mio. Euro aus Thailand und Singapur.
 
Stefan Giesemann abschließend: „Eine Abkühlung des Marktes ist nicht in Sicht. Eher ist das Gegenteil der Fall: etliche neue Fonds wurden vor kurzem aufgesetzt, um u.a. in Hotels zu investieren. Trotz Rekordtief sind Renditen in der Assetklasse Hotel nach wie vor höher als bei anderen Immobilienarten. Zu beobachten ist deshalb, dass bei Quartiersentwicklungen und mischgenutzten Projekten immer häufiger Hotels als attraktiver Renditetreiber integriert werden.“

 


*Die Hotels & Hospitality Group von JLL Germany berücksichtigt Einzeltransaktionen mit einem Investitionsvolumen von mindestens 5 Mio. Euro sowie Portfoliotransaktionen mit Objekten ausschließlich in Deutschland. Ebenso enthalten sind deutsche Hotels, die als Teil von grenzüberschreitenden Portfolioverkäufen veräußert werden.