Skip Ribbon Commands
Skip to main content

Pressemitteilung

Berlin

Berliner Bürovermietungsmarkt leidet unter Flächenverknappung


Pressemitteilung inklusive Chart [PDF]

 

BERLIN, 6. April 2018 – Der Berliner Bürovermietungsmarkt startet mit einem Umsatzvolumen von rund 190.000 m² und somit etwas schwächer als in den Vorjahreszeiträumen. Damit bleibt der Markt im langfristigen Vergleich auf überdurchschnittlichem Niveau, mit einem 10 % höheren Umsatz gegenüber dem 5-Jahresschnitt des jeweils ersten Quartals in den Jahren 2013 – 2017 und sogar einem Drittel über dem 10-Jahresschnitt 2008 – 2017. „Der gegenüber dem Vorjahr um 17 % rückläufige Vermietungsumsatz zum Jahresbeginn ist in erster Linie der zunehmend geringeren Flächenverfügbarkeit von Bestands- und auch Neubauflächen in diversen Lagen, Qualitäten und Größenklassen geschuldet und kein Zeichen einer insgesamt abflauenden Marktdynamik“, so Steffen Lesener, Team Leader Office Leasing JLL Berlin. Lesener weiter: „Insgesamt gibt es allerdings noch keinen Grund, unsere Prognose für 2018 vom Jahresanfang zu revidieren. Nach wie vor gehen wir für das Gesamtjahr von einem deutlich überdurchschnittlichen Umsatzvolumen von rund 850.000 m² aus.“
 
Vor allem bei großen Flächen gestaltet sich die Suche schwierig. Der Rückgang des Umsatzvolumens ist - neben kleinen Flächen unter 500 m² - mit minus 50 % vorrangig in der Größenklasse über 10.000 m² festzumachen. Drei Anmietungen in diesem Flächensegment summierten sich trotz allem auf 40.000 m² - dank der größten Deals im Teilmarkt „Außerhalb Nord“: rund 14.000 m² durch das DIN Deutsches Institut für Normung und über 13.000 m² durch die Berliner Sparkasse. Das Volumen im Bereich 2.500 m² - 5.000 m² hat sich verdoppelt und konnte auch im Bereich 5.000 – 10.000 m² um rund 50 % zulegen, beide allerdings im Vergleich zum relativ geringen Volumen im Vorjahr.
 
Neben dem bereits genannten „Außerhalb Nord“ mit einer Verdreifachung des Umsatzvolumens haben auch die Teilmärkte „Außerhalb Süd“ und „Außerhalb West“ deutlich zugelegt. „Außerhalb Nord“ musste sich mit rund 35.000 m² auch nur ganz knapp dem umsatzstärksten Teilmarkt „Mitte“ geschlagen geben. In „Mitte“ hat u.a. eine Anmietung über 7.000 m² der Naspers Services im Pressehaus am Alex auch für den ersten Platz der Branche „Banken, Finanzdienstleistungen“ in den ersten drei Monaten 2018 gesorgt. 
  
Steffen Lesener weiter: „Eine entscheidende Rolle spielt der enge Zeithorizont der Mietgesuche. Ein Großteil der Mietinteressenten in allen Größensegmenten sucht neue Flächen immer noch in einem Zeitrahmen von drei bis zwölf Monaten bis zum Bezug – der Hauptgrund, warum die Mieten für Bestandsflächen in die Höhe schießen und auch Randlagen stark profitieren.“
 
Aktuell ist der Flächenengpass sowohl im Bestand als auch in Neubauten zu spüren. Der Leerstand ist, trotz des Umsatzrückgangs, weiter rückläufig und notiert Ende März 2018 bei 3,4 %, 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorquartal und 0,8 Prozentpunkte niedriger als vor Jahresfrist. Bis zum Jahresende prognostiziert JLL einen weiteren Rückgang auf 3,2 %.
In zwölf der 16 Berliner Teilmärkte zeigt die Leerstandsquote in den ersten drei Monaten 2018 ein Minuszeichen, 10 Teilmärkte notieren eine Quote von unter 3 % und liegen damit auch unter dem stadtweiten Durchschnittswert. Lediglich 45.000 m² Bürofläche wurden zum Jahresanfang 2018 fertiggestellt, weitere rund 100.000 m² werden im Jahresverlauf 2018 erwartet – rund 30 % sind aus aktueller Sicht noch verfügbar. „In den nächsten Jahren erwarten wir hier allerdings einen deutlichen Sprung – auch der spekulative Neubau wird zulegen, mit großen Fertigstellungen rechnen wir aber erst Ende 2019 / Anfang 2020“, so Lesener. Über 600.000 m² bzw. 900.000 m² werden für 2019 und 2020 erwartet.
 
Entsprechend dem aktuellen Flächenengpass ist einmal mehr ein Anstieg bei der Spitzenmiete zu beobachten – sie legte im Laufe des ersten Quartals um einen weiteren Euro auf 32,00 Euro / m² / Monat zu. Innerhalb eines Jahres ist damit insgesamt ein Plus von 11 % zu notieren, der mit Abstand größte Anstieg unter den deutschen Big 7. Noch stärker stieg die gewichtete Durchschnittsmiete im Jahresvergleich: um 17 % auf 18,46 Euro / m² / Monat. Verträge für rund 50.000 m² wurden bereits oberhalb der 25 Euro – Marke abgeschlossen, zehnmal mehr als im ersten Quartal 2017.