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Pressemitteilung

Berlin

Labels to watch – Aktuelle Trends in Deutschlands Einkaufsmeilen

Erfolgsrezepte 2010: Spezielle Angebote, neue Konzepte, mehr Originalität


 
Berlin, 25. Mai 2010 – Trotz Warenhauskrise, erheblicher Veränderungen im Konsumentenverhalten und zunehmender Bedeutung des elektronischen Handels zeigen sich die deutschen Einkaufsmeilen in stabiler Verfassung. Die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle haben nach den Gründen für diese vordergründige Diskrepanz gesucht. Sie benennen aktuelle Trends und lenken den Blick auf die wichtigsten Labels to watch.
 
Lust auf neue Konzepte und Originalität
 
Andreas Kogge, Leiter Einzelhandelsimmobilien bei Jones Lang LaSalle Berlin: „Die immer wieder kritisierte Gleichförmigkeit des Angebots in Deutschlands 1a-Lagen und Shopping Centern macht die Lust der Konsumenten auf neue Konzepte deutlich. Der Markt bietet nach wie vor zu viel Mitte. Zwar funktioniert das Angebot über den Preis weiterhin. Eine immer größere Anzahl an Verbraucherschichten interessiert sich jedoch zunehmend für spezielle Angebote, neue Konzepte und Originalität. Traditionsmarken mit echter ‚Heritage’ sind die Gewinner. Besonders, wenn es ihnen gelingt, sich neu zu erfinden. Beispiele sind Labels wie Fred Perry, Barbour, Adidas oder Burberry.“
 
Internet schafft informierte Konsumenten und weckt Begehrlichkeiten
 
Die Konsumenten sind besser informiert als früher und lassen sich durch reine Überdistribution und Logomarken weniger stark beeindrucken. Ein wichtiger Auslöser dafür sind die Kauf- und Informationsmöglichkeiten im Internet. Kogge: „Das Web bewegt sich mit großen Schritten von 2.0 in Richtung 3.0. Die Auswirkungen auf den Handel sind immens. Die Onlineangebote machen neugierig, wecken Begehrlichkeiten, ermöglichen kritisches Hinterfragen und eine ständige Überprüfbarkeit der Preise. Die Bedeutung der stationären Vor-Ort-Präsenz in Form von Shops hat im Zuge dieser Entwicklung keineswegs ab- sondern vielmehr zugenommen. Nur hier können Marken in direktem Kundenkontakt ihre Welt erlebbar machen.“
 
Investitionen in stationäre Vertriebskanäle - Ladenbau - Multi Channel-Distribution
 
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Bedeutung der großen Verteiler schwindet. Waren- und Textilkaufhäuser kämpfen um ihre Umsatzanteile und sind gezwungen, sich neu zu definieren. Kogge: „Trotz der Umwälzungen zeigen neue erfolgreiche Multimarkenanbieter, dass die Formel ‚Alles unter einem Dach’ in der neuen Form ‚Interessantes Angebot - Richtiger Preis - Passendes Storeformat’ durchaus eine neue Berechtigung bekommen kann. Zahlreiche Department- und Conceptstores weltweit beweisen, dass dieses Format noch lange nicht totgesagt sein muss.“
 
Immer mehr Hersteller sehen sich vor dem Hintergrund dieser Problematik jedoch vorerst gezwungen, eigene Vertriebskanäle aufzubauen. Gleichzeitig geschieht dies mit dem Ziel, die Kundennähe zu optimieren und das eigene Markenimage zu schärfen. Zwar eröffnen eigene stationäre Netzwerke den Herstellern neue Umsatzpotenziale. Nicht jedes Label hat jedoch die  erforderliche Markenstärke, um als eigenes Store-Format zu funktionieren. Viele sind auf Multi-Marken-Flächen besser aufgehoben.
 
Auch die bereits gut positionierten Konzepte müssen auf die veränderten Konsumentenbedürfnisse reagieren und tun dies bereits. Beispiele sind hohe Investitionen in den Ladenbau, der zu einem wesentlichen Erfolgskriterium geworden ist. Die Gleichförmigkeit früherer Ladenbaugenerationen ist deutlich mehr Individualität gewichen. Insgesamt wird Präsenz zu einem der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Starke Labels bieten ihre Produkte heute gleichzeitig stationär, im Internet und per Katalog im Versandhandel an.
 
Internationale und spezialisierte Marken besonders expansiv: Labels to watch
 
Das starke Interesse internationaler Konzepte an einem Markteintritt in Deutschland setzt sich fort. Der spanische Anbieter Desigual hat für seinen ersten Store in Berlin die Auszeichnung als „Store of the Year 2009“ erhalten. Der amerikanische Luxusanbieter Michael Kors sucht deutschlandweit. Hollister ist in Frankfurt angekommen, das Mutterlabel Abercrombie könnte folgen. True Religion, Urban Outfitters und Bench machen auf sich aufmerksam. Die Off Price-Konzepte Primark und TK Maxx expandieren. Barbour und Next haben erste eigene Shops eröffnet. P&C launcht seine Eigenmarken McNeal und Review. Der spanische Textilkonzern Inditex will weitere Vertriebskonzepte nach Deutschland bringen. Neben den bereits eingeführten Konzepten Zara und Massimo Dutti steht das hauseigene Young-Fashion-Konzept Bershka in den Startlöchern. Auch Zara Home will Inditex nach Deutschland holen. H&M geht mit Monkie und Weekday neue Wege.
 
Im Bereich der Urban- und Streetwearmarken ist besonders viel Bewegung. Kogge: „Die internationale Modemesse Bread&Butter in Berlin ist in diesem Marktsegment als Wegweiser zu sehen. Neue Labels wie Scotch&Soda, Red Wing Shoes, Superdry, All Saints oder Arqueonautas sind Beispiele, die für eine Expansion in Frage kommen. Der Fokus liegt dabei auf den Szenelagen der Metropolen wie dem Hackeschen Markt in Berlin.“
 
Auch der Outdoorbereich boomt und investiert weiter in eine gezielte Expansion. Neben dem schon lange in 1a-Lagen präsenten Anbieter Jack Wolfskin treten nun auch Labels wie Odlo oder Mammut mit eigenen Shops in Erscheinung. Gleiches gilt für großflächige Sporthäuser. Deutschlands Kinder haben vom spanischen Label Imaginarium einiges zu erwarten. Der Schuhhandel wurde durch das Schweizer Label Navy Boots bereichert. Bei den Schmuckanbietern zeigen sich Pandora, Accessorize, und die New Yorker-Tochter Ann Christin expansiv. Im Elektronikbereich könnte der amerikanische Branchenriese Best Buy über England auch Kontinentaleuropa erschließen.
 
Bewegung im Markt – Einkaufsmeilen spiegeln veränderte Konsumentenwünsche wider
 
Insgesamt kann von Eintönigkeit in Deutschlands Einkaufsmeilen nur bedingt die Rede sein. Kogge: „Die Verwerfungen in den Handelskategorien und das seit 2008 deutlich gewachsene Großflächenangebot haben interessante internationale Konzepte auf den Plan gerufen. Gleichzeitig steigern etliche Szenelabels ihren Bekanntheitsgrad via Internet beträchtlich und suchen daraufhin ihre Chancen im stationären Handel. In schwierigen Zeiten zeigen sich Deutschlands Einkaufsstraßen in solider Verfassung und spiegeln die veränderten Kundenwünsche und den vielzitierten Wandel im Handel wider.“