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Pressemitteilung

Berlin

Bürovermietungsmarkt Berlin – Umsatz leicht rückläufig, Nachfrage weiter hoch


Pressemitteilung inklusive Chart [PDF]​

 

BERLIN, 05. Juli 2018 – Weiterhin auf hohem Niveau präsentiert sich der Berliner Bürovermietungsmarkt im ersten Halbjahr 2018 - und zwar trotz eines leichten Rückgangs beim Umsatzvolumen: 391.000 m² entsprechen einem Minus von 8 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2017. „Der Rückgang des Flächenumsatzes ist maßgeblich auf den eklatanten Mangel an Flächen zurückzuführen, denn die Nachfrage bleibt stark. Sowohl groß- als auch kleinteilige Vermietungsanfragen - und das aus allen Bereichen der Wirtschaft - stoßen auf einen nahezu leer gefegten Büromarkt. „Die Flächenknappheit zwingt die Nutzer oft, im Bestand zu verlängern, teilweise zu deutlich erhöhten Mieten“, so Stephan Leimbach, Head of Office Leasing JLL Germany. Das trotzdem hohe Niveau zeigt sich auch und vor allem im langfristigen Vergleich mit deutlichen Pluszeichen sowohl bei den entsprechenden Halbjahren 2013 – 2017 mit + 13 % als auch - und noch stärker - beim 10-Jahresvergleich mit einem Volumensplus von mehr als 30%. Leimbach weiter: „Unsere Prognose von 850.000 m² für das Gesamtjahr halten wir aufrecht. Das wäre ein Vermietungsumsatz, der zwar nicht an das Vorjahr herankommen, im langfristigen Vergleich aber deutlich überdurchschnittlich notieren würde.“
 
„Das Interesse internationaler Büromieter an Berlin steigt. Zunehmende Headquarterfunktionen sowie die wachsende Bedeutung als internationales politisches Zentrum tragen dazu bei, dass Berlin eine immer stärkere Rolle auf dem internationalen Büromarkt einnimmt. Darüber hinaus expandieren Berliner Unternehmen stark, Start-ups genauso wie traditionelle Unternehmen. Das trägt alles in allem zur weiter steigenden Attraktivität des Berliner Bürovermietungsmarktes bei und wirkt sich dementsprechend auf die Nachfrage aus“, so Leimbach.
 
Das Fehlen großflächiger Deals wirkt sich auch auf die Bilanz der Umsatzvolumina nach Größenklassen aus. Rückläufig waren Umsatzvolumina über 5.000 m² (- 16 %), um fast die Hälfte sind Umsätze bei Anmietungen über 10.000 m² zurückgegangen. Stark zugelegt haben dagegen die Umsätze bei Deals zwischen 2.500 m² und 5.000 m². Mit Ausnahme der Anmietung der Vattenfall Europe mit 27.000 m² am Berliner Südkreuz wurden die meisten Top 10 – Deals des Halbjahres bereits im ersten Quartal abgeschlossen. „Im zweiten Halbjahr könnten noch einige großflächige Deals realisiert werden“, so Leimbach.
 
Die Anmietung von Vattenfall hat im ersten Halbjahr die Industrie an die Spitze der Branchen katapultiert mit einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr, den Dauersieger „Unternehmensbezogene Dienstleistungen“ auf Platz zwei verweisend. Ungewöhnlich für den Berliner Markt die Topplatzierung der Branche „Banken, Finanzdienstleistungen“ auf Rang drei. 

Leimbach weiter: „Die Top-Lagen und die Lagen innerhalb des S-Bahn-Ringes verfügen über keine nennenswerten Flächenreserven mehr, also müssen potentielle Interessenten auf City-Randlagen wie das Südkreuz oder Reinickendorf ausweichen.“ Nicht von ungefähr kommen daher die Platzierungen der „Außerhalb“-Märkte an prominenter Stelle in den Deal-Top 10 und in den Umsatzvolumina nach Teilmärkten vor. „Außerhalb Süd“ mit der Anmietung von Vattenfall ist dabei mit einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 65.000 m² topplatziert, in den Top 3 gefolgt von dem – trotz allem - nach wie vor starken Teilmarkt Mitte und Charlotten-Burg-Tiergarten. Doppelt so hoch gegenüber dem 1. Halbjahr 2017 gestiegen ist auch der Umsatz in „Außerhalb Nord“ und „Außerhalb West“.

„Eine kurzfristige Entspannung beim Flächenangebot ist bis zum Jahresende noch nicht im Sicht, die Bauvolumina nehmen allerdings bereits zu“, so Leimbach. Mitte 2018 sind über 1 Mio. m² Bürofläche im Bau. Für 2019 werden Fertigstellungen von knapp 700.000 m² erwartet, 60 % sind aus aktueller Sicht noch verfügbar. 2020 könnte die Mio.-Grenze bei den Fertigstellungen überschritten werden - die Vorvermietungsquote liegt hier aktuell noch bei niedrigen 20 %.   

Weiter rückläufig zeigt sich die Leerstandsquote auf dem Berliner Gesamtmarkt. Zur Jahresmitte werden 3,2 % notiert. Auf bis zu 2,9 % könnte sich der Rückgang der Quote bis zum Jahresende fortsetzen. Nur noch 1,3 % beträgt sie beispielsweise im Areal Potsdamer – Leipziger Platz. Das Leerstandsvolumen zeigt sich im Jahresvergleich um knapp 75 % rückläufig, ähnlich verhält es sich auf dem Areal Hauptbahnhof-Europacity – stadtweit mit der niedrigsten Leerstandsquote mit verschwindend geringen 0,2 %. Insgesamt fünf Teilmärkte zeigen eine Quote von unter 2 %.
 
Weitere 50 Cent ging es bei der Spitzenmiete im zweiten Quartal nach oben, die mit 31,50 Euro / m² / Monat 12,5 % höher als vor zwölf Monaten notiert. Einen starken Anstieg hat auch die gewichtete Durchschnittsmiete erfahren – + 13,2 % im Jahresvergleich. „Ein Ende der Mietpreissteigerungen ist nicht in Sicht. Die Mietpreisspannen verschieben sich stattdessen in allen Teilmärkten stark nach oben“, so Leimbach.