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Pressemitteilung

Frankfurt

Retail 2020: Vielzahl an Wahlmöglichkeiten und deutlich verbesserter Informationszugang setzen neue Macht der Konsumenten frei

Jones Lang LaSalle veröffentlicht Teil 2 der Studienreihe Retail 2020 – Thesen zur Zukunft des Einzelhandels in der nächsten Dekade


 
Frankfurt, 02. Juni 2010 – Mit der breit angelegten Studienreihe Retail 2020 und der eigens hierfür erstellten Website www.retail2020.com hinterfragen die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle die Herausforderungen des europäischen Einzelhandels innerhalb der nächsten Dekade und stellen diese in den Kontext einer sich rasant verändernden, globalen Einzelhandelslandschaft. Die Studie behandelt alle wesentlichen ökonomischen, technologischen, demographischen und kulturellen Einflussfaktoren und liefert Thesen für erfolgversprechende Handelsstrategien in den kommenden zehn Jahren. Teil 2 der Studienreihe behandelt die wachsende Macht der Verbraucher und ist ab sofort als kostenloser Download unter www.retail2020.com verfügbar.

Marc Alfken, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland bei Jones Lang LaSalle: „Der zweite Teil unserer Studie thematisiert die unaufhaltsam zunehmenden Wahlmöglichkeiten für Verbraucher und die veränderten Beziehungen zwischen Einzelhändlern, Herstellern und Konsumenten. Insbesondere wird dabei beleuchtet, wie das Internet und die neuen technologischen Möglichkeiten die Macht der Verbraucher stärken. Weiterhin werden das Konsumverhalten und der Wandel der Käufergruppen untersucht. Die Generation der Baby-Boomer erreicht zusehends das Rentenalter, die Zahl junger Erwachsener nimmt dramatisch ab und Männer befassen sich deutlich intensiver mit Konsumentscheidungen als in der Vergangenheit. Die Verbraucher sind anspruchsvoller als je zuvor und gewinnen gegenüber Einzelhändlern und Herstellern an Verhandlungsmacht und Einflussmöglichkeiten.“
 
Wesentliche Inhalte des zweiten Teils der Studie Retail 2020 sind:
 
Internet nivelliert asymmetrische Informationsverteilung: Das Internet nivelliert die bislang asymmetrische Informationsverteilung und setzt eine neue Macht auf Seiten der Konsumenten frei. Beispiele sind Preisvergleiche, Gutscheinsysteme, Chatrooms oder Anti-Marken-Kampagnen. Konsumenten nutzen mehr denn je mobile Kommunikationsmittel, um ihre Einkaufs- und Markenerfahrungen publik zu machen. Sie nehmen vor diesem Hintergrund Preise nicht mehr als gegeben hin und sind jederzeit bereit, den stationären Handel zu umgehen. Parallel entstehen auf diese Weise neue Vertriebswege von ebay bis hin zu individuellen Tauschbörsen.
 
Veränderte Kundenprofile: Kunden werden immer unberechenbarer. Die Selbstbestimmung ihrer Kaufentscheidungen nimmt erheblich zu. Immerhin stehen Handel und Herstellern künftig weitaus detailliertere und aktuellere Informationen über Konsumenten und ihre Kaufentscheidungen zur Verfügung.
 
Veränderte Vertriebswege: Der schon jetzt stark zunehmende Direktvertrieb der Hersteller wird weiter an Bedeutung gewinnen. Hersteller werden ihre Aktivitäten im Online-Handel und die Ausweitung ihrer stationären Vertriebswege weiter vorantreiben.
 
Bedarfsorientiertes Angebot: Einzelhändler müssen ihre Angebote stärker denn je nach den Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten. Hierzu zählen insbesondere die Punkte Erreichbarkeit und Komfort aber auch Sicherheitsaspekte. Zeitersparnis und ein angenehmes, bequemes Shopping-Erlebnis werden die Konsumentscheidungen zukünftig maßgeblich beeinflussen. Zumal mit den neuen Online-Möglichkeiten in dieser Hinsicht erhebliche Konkurrenz besteht. Zudem werden eine dynamische und individualisierte Preisfindung die heutigen Fixpreise mehr und mehr verdrängen.
 
Bedürfnisse wecken: Erfolgreiche Handelskonzepte antizipieren wesentliche gesellschaftliche Trends und greifen diese im Sinne der Kundenbindung auf. Hierzu zählen unterschiedliche Lebensstile, eine multikulturelle Gesellschaft, Design, Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit. Es geht künftig weniger um die reine Bedürfnisbefriedigung als vielmehr um ein mehr an Sinnhaftigkeit und Authentizität. Handelsimmobilien-Eigentümer und Handelskonzepte sollten gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Innerstädtische Standorte und Nahversorgungsangebote werden in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung gewinnen.
 
Größe und Struktur des Marktes: Angesichts einer stagnierenden Bevölkerungsentwicklung im Laufe des nächsten Jahrzehnts muss sich der Einzelhandel zumindest in Europa auf eine rückläufige Zahl junger Erwachsener und stark differenzierte Verbrauchersegmente einstellen. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass die ausgabefreudige erste Generation der Baby-Boomer allmählich das Rentenalter erreicht.
 
Marktzersplitterung: Während derzeit drei maßgebliche Verbrauchersegmente existieren, müssen sich die Einzelhändler bis zum Jahr 2020 auf fünf Zielgruppen einstellen: die Generation Y (15-34 Jahre), die Generation X (35-54 Jahre), die Baby-Boomer-Generation, die sich in die zwei Untergruppen der Rentner und der weiterhin Arbeitenden aufspaltet, sowie die ältere Generation der „Senioren“. Der Handel muss hierauf mit neuen Serviceangeboten und einem veränderten Produktmix reagieren und der Kaufkraft folgen. Beispiele sind mehr gastronomische Angebote, mehr Sitz- und Entspannungsbereiche sowie Concierge und Liefer-Services. Mit Blick auf die jungen Zielgruppen gewinnt das rund um die Uhr verfügbare Multi-Channel-Angebot weiter an Bedeutung. Damit verbunden sind erhebliche Investitionen in die logistischen Voraussetzungen für die Warenbereitstellung.
 
All dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Vermieter und Handel haben. Diese müssen ihre Anstrengungen in punkto Zusatznutzen deutlich verstärken. Zumal zusätzliche Serviceangebote, Produktzusatznutzen oder Garantien einen Ausweg aus den allgegenwärtigen Preisvergleichen bieten.
 
Weitere Details zu den angesprochenen Thesen finden Sie in Teil 2 unserer Studie „Retail 2020“, die Interessenten kostenlos auf der Website www.retail2020.com einsehen und herunterladen können.