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Pressemitteilung

Frankfurt

Retail 2020: Online-Goldrausch revolutioniert Einkaufsverhalten und reduziert Markteintrittsbarrieren

Jones Lang LaSalle veröffentlicht Teil 3 der Studienreihe Retail 2020 – Thesen zur Zukunft des Einzelhandels in der nächsten Dekade


 
Frankfurt, 08. Juni 2010 – Mit der breit angelegten Studienreihe Retail 2020 und der eigens hierfür erstellten Website www.retail2020.com hinterfragen die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle die Herausforderungen des europäischen Einzelhandels innerhalb der nächsten Dekade und stellen diese in den Kontext einer sich rasant verändernden, globalen Einzelhandelslandschaft. Die Studie behandelt alle wesentlichen ökonomischen, technologischen, demographischen und kulturellen Einflussfaktoren und liefert Thesen für erfolgversprechende Handelsstrategien in den kommenden zehn Jahren.
 
Teil 3 der Studienreihe behandelt unter dem Titel „Online Gold Rush“ die durch den elektronischen Handel hervorgerufenen Innovationen und ist ab sofort als kostenloser Download unter www.retail2020.com verfügbar.
 
Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie entstehen Innovationen im Online-Handel? Warum werden Newcomer trotz fehlender einschlägiger Handelserfahrung innerhalb weniger Monate vom Niemand zum Topseller? Warum wenden sich viele Einzelhändler dem Online-Geschäft so schwerfällig zu? Wie lassen sich die Möglichkeiten des Internets optimal nutzen und welche neuen Geschäftsmodelle erwarten uns in den nächsten zehn Jahren?
 
Online-Innovationen übernehmen Trendsetter-Funktion des Handels
 
Als Bindeglied zwischen Herstellern und Konsumenten hat der Handel wegweisende Trends wie die Ratenzahlung, Self Service-Angebote, neuartige Concept Stores, Factory Outlet Center, Kundenkarten oder Guerilla-Stores auf den Weg gebracht. Künftige Innovationen werden verstärkt aus Online-Initiativen entstehen.
 
Rüdiger Thräne, Leiter der deutschen Einzelhandelssparte bei Jones Lang LaSalle: „Noch steckt der Online-Verkauf in den Kinderschuhen, doch in den kommenden Jahren wird das Internet die Welt des Einzelhandels dramatisch verändern. Die Möglichkeiten des elektronischen Handels haben die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer drastisch reduziert und den Convenience-Gedanken um eine Vielzahl neuer Facetten bereichert. Zwar haben viele Einzelhändler bereits begonnen, die Vorteile des Online-Shoppings zu nutzen. Nur wenige wagen sich dabei aber an vollkommen neue Geschäftsmodelle heran. In den nächsten zehn Jahren werden sich wegweisende Innovationen im Einzelhandel auf das Internet konzentrieren. Branchenfremde Unternehmer werden diesen Prozess maßgeblich anführen und das Konsumentenverhalten revolutionieren.“
 
Demokratisierung des Handels
 
Trendsetter wie eBay haben Versteigerungen in großem Stil marktfähig gemacht , erheblich zur Globalisierung des Handels beigetragen und die Voraussetzungen für einen sicheren Online-Zahlungsverkehr geschaffen. Private Verkaufsseiten wie Gilt.com revolutionieren den Markt für Luxusgüter mit individualisierten Exklusivangeboten. In interaktiven Portalen wie Polyvore.com können Kunden individuelle Looks zusammenstellen und von Gleichgesinnten bewerten lassen. Die Beispiele für Handelsinnovationen zeigen eine Demokratisierung des Handels auf, die fast immer von Nicht-Einzelhändlern initiiert wird. Wichtige Erfolgskriterien der neuen Trendsetter sind Convenience, das Gemeinschaftserlebnis und nicht zuletzt der Spaßfaktor.
 
Neue Formate - From zeros to heroes
 
Auf dem Apothekenmarkt mögen Marktregulierungen die Möglichkeiten des Online-Handels derzeit noch bremsen. Viele derartige Grenzen werden aber schon bald fallen. In den nächsten zehn Jahren werden wir einen wahren Goldrausch an neuen Ansätzen erleben, die innerhalb weniger Monate erheblich an Marktmacht gewinnen können. Formate wie Privatverkäufe, Tauschbörsen, Auktionslösungen, Interessenvereinigungen und Einkaufskooperationen, der Verleih von Waren und virtuelle Stores werden den stationären Handel herausfordern. Es sind neue und effiziente Bezahlsysteme, Auslieferungs- und Umtauschpraktiken zu erwarten. Die Personalisierung des Handels, mehr Gemeinschaftssinn und die Einbeziehung der Konsumenten werden eine tragende Rolle einnehmen. Die Annäherung an eine bedarfsgerechte Herstellung, Lagerung und Logistik setzt sich unaufhaltsam fort.
 
Neue Plattformen schaffen neue Marktführer
 
In fast allen Fällen werden neue kreative Ansätze von handelsfernen Start-Ups entwickelt, weniger von den bekannten Marktteilnehmern. Mit den Marktbedingungen und neuen Plattformen ändern sich die Marktführer. Die etablierten Akteure sind gefordert, ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Darüber hinaus sind Investitionen in Mitarbeiter erforderlich, die sich mit digitalen Technologien auskennen.
 
Christine Wegner, Head of Acquisitions im deutschen Shopping Center Management-Team von Jones Lang LaSalle zu den Auswirkungen auf Handelsimmobilienbetreiber: „Natürlich müssen sich die Betreiber elektronischer Shopping-Portale keine Gedanken über die Betriebskosten in 1a-Lagen oder Shopping Centern machen. Umgekehrt muss der Online-Handel bei der Bewertung von Geschäftsmodellen und auch in der Immobilienbewertung zukünftig ohne Zweifel berücksichtigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bedarf an Immobilien im Einzelhandel obsolet wird. An einer physischen Präsenz führt aber auch für den Einzelhändler der Zukunft kein Weg vorbei. Der stationäre Handel muss sich jedoch weiterentwickeln, den Verbrauchern ein attraktives Kauferlebnis bieten und dem Wunsch nach Vielfalt gerecht werden. In den kommenden Jahren wird zudem ein neuer Bedarf an Immobilien entstehen. Zum einen werden Online-Anbieter Einzelhandelsflächen nutzen, um ihre Markenbekanntheit zu fördern. Zum anderen wird die Nachfrage nach modernen Vertriebszentren für die Abwicklung von Online-Bestellungen wachsen.“