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Pressemitteilung

Hamburg

Einzelhandelsstandort Bremen überzeugt durch Beständigkeit und hohe Einzelhandelsumsätze

Jones Lang LaSalle untersucht Einzelhandelssituation in der Hansestadt


 
Hamburg, 02. September 2010 – Die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle haben den Einzelhandelstandort Bremen untersucht. Die Hansestadt erzielt mit ihrer Top-Lage Sögestraße im ersten Halbjahr 2010 stabile Einzelhandelsmieten bis zu 105 Euro/m² und zählt damit zu den 20 teuersten Handelsstandorten in Deutschland. Insgesamt bietet Bremen rund 270 Ladenlokale in den 1a-Lagen Sögestraße / Katharinenpassage, Obernstraße / Hutfilterstraße, Lloydpassage, Knochenhauerstraße und Am Wall. Die Mieten zeigen sich in den letzten Jahren stabil und sind durch die Eröffnung des Shopping Centers Waterfront im Herbst 2008 nur leicht zurückgegangen. Allerdings hatten die Bremer 1a-Lagen Anfang des Jahrzehnts auch schon Mieten bis 120 Euro/m² erzielt. Für das zweite Halbjahr erwartet Jones Lang LaSalle eine stabile Mietpreisentwicklung.
 
Geringe Mieterfluktuation und Flächenverfügbarkeit bremsen Marktdynamik
 
Mit rund 1,2 Millionen Konsumenten im Einzugsgebiet ist Bremen das wirtschaftliche Oberzentrum im Nordwesten Deutschlands und für bundesweit tätige Einzelhandelsunternehmen ein Muss-Standort. Zumal der für 2010 prognostizierte Einzelhandelsumsatz mit rund 3,33 Milliarden Euro der elfthöchste in Deutschland ist. Auch die sehr gute, rund ein Viertel über dem Bundesdurchschnitt liegende Zentralität zieht Mietinteressenten an. Der Mieterbesatz in den innerstädtischen 1a-Lagen erweist sich jedoch als sehr beständig und eröffnet nur wenige Optionen. Ein Mangel an Großflächen und die historische Bausubstanz erschweren eine Ansiedlung zusätzlich. Auch finden Konzepte aus dem höherpreisigen Genre nur wenige geeignete Lageoptionen vor. Die Katharinenpassage bietet zwar ein passendes Umfeld, verfügt aber nur über ein eingeschränktes Platzangebot. In der Folge sind luxuriösere Anbieter unterrepräsentiert und kaufkräftige Shopper, die in Bremen durchaus zahlreich vorhanden sind, orientieren sich nicht selten in Richtung Hamburg.
 
Veränderte Passantenströme durch geplantes City-Center
 
Die Bremer Innenstadt könnte sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Grund hierfür sind die Gespräche über ein neues Shopping Center in der Innenstadt. Das geplante "City-Center" soll im Bereich um den Ansgari-Kirchhof und den Hanseatenhof entstehen und 25.000 bis 30.000 m² zusätzliche Verkaufsfläche schaffen. Sandra Ludwig, Leiterin Einzelhandelsinvestment Jones Lang LaSalle Hamburg: „Der Flächenzuwachs wäre ohne weiteres zu verkraften und würde den Mangel an größeren Stores verringern. Allerdings würde der geplante Standort für eine Verschiebung der Passantenströme sorgen. Während die Sögestraße über die Lloydpassage gut angebunden ist, könnte der hintere Bereich der Hutfilterstraße in Mitleidenschaft gezogen werden.“
 
Expandierende Einzelhändler konzentrieren sich auf Toplage Sögestraße
 
Die Toplage Sögestraße wird bei Spitzenmieten bis 105 Euro/m² für ein Standardladenlokal mit 100 m² Verkaufsfläche sehr gut nachgefragt. Mit insgesamt nur knapp 50 Ladenlokalen ist die Angebotssituation jedoch stark eingeschränkt. Für erstklassige Objekte lassen sich in Einzelfällen deshalb Mieten bis 130 Euro/m² erzielen. Der Filialisierungsgrad bewegt sich mit fast 75 Prozent auf einem für Einkaufsmeilen typischen Niveau. Als Neuzugang machte zuletzt Levi’s in der früheren Puma-Fläche auf sich aufmerksam. Ludwig: „Sehr positiv entwickelt sich auch die Katharinenpassage mit ihren rund 40 Shops. Höherwertige Konzepte finden dort ein geeignetes Umfeld vor und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.“
 
Starke Ankermieter machen Obernstraße zur frequenzstärksten Meile in Bremen
 
Die Obernstraße ist die frequenzstärkste Lage in Bremen und verfügt mit der Hutfilterstraße als Verlängerung zusammen über rund 80 Ladenlokale. Die Spitzenmieten in der Obernstraße erreichen bis zu 100 Euro/m². Ludwig: „Die Fluktuation ist auch hier gering. Die Lage bietet mit Anson’s, H&M, Thalia, Esprit, New Yorker und allen voran Karstadt einige starke Frequenzbringer. Umgekehrt wirft die unklare Zukunft von Karstadt auch Fragen auf, die für die Entwicklung der Lage entscheidende Bedeutung haben.“
 
Hutfilterstraße nach schwächerer Phase wieder stabilisiert
 
Die Hutfliterstraße bleibt hinter dem Potenzial der Obernstraße zurück, hat sich aber zuletzt wieder stabilisiert. Zwischenzeitlich hatte sich der Mieterbesatz zu sehr in Richtung Preiswert-Angebote bewegt. Ludwig: „Nicht zuletzt das in 2009 entwickelte Brillissimo mit den Mietern Strauss Innovation und Idee.Creativ hat der Lage einen gewissen Aufschwung verschafft. Im März diesen Jahres folgte das Münchner Modeunternehmen Hirmer. Mit den Drogeriemärkten dm und Rossmann siedeln sich nun auch Nahversorger wieder vermehrt in der Lage an.“ Die Spitzenmiete beziffert Jones Lang LaSalle derzeit mit bis zu 80 Euro/m². Im hinteren Bereich Richtung Bürgermeister-Smidt-Straße geht die Spitzenmiete auf maximal 60 Euro/m² zurück. Die Hutfilterstraße wäre von einer Realisierung des "City-Center" vermutlich am stärksten betroffen und würde besonders im hinteren Bereich an Frequenz und Attraktivität verlieren.
 
Lloydpassage wäre der Gewinner der diskutierten Center-Pläne
 
Die parallel zur Obernstraße verlaufende Lloydpassage mit ihren 30 Flächen würde in besonderem Maße von einer Realisierung des "City-Center" profitieren. Als Verbindungsachse könnte sie die Anbindung an die Toplage Sögestraße sicherstellen. Der trotz der Ansiedlung eines Tally Weijl-Flagships nur sehr bedingt funktionierende Lloydhof könnte durch die Einbindung in die Centerpläne zu neuem Leben erweckt werden. Derzeit beziffert Jones Lang LaSalle die Spitzenmiete in der Lloydpassage mit etwa 90 Euro/m², in Einzelfällen sind Werte bis 120 Euro/m² möglich.
 
Erste Wahl für Spezialisten: Am Wall und Knochenhauerstraße
 
Die Knochenhauerstraße ist besonders für individuellere und spezialisierte Labels eine interessante und preiswerte Alternative zu den Toplagen. Insgesamt bietet die Lage rund 40 Ladenlokale, die in der Spitze 35 bis 45 Euro/m² erzielen. Ähnlich ausgerichtet ist die Lage Am Wall mit knapp 30 Flächen. Hier erreichen die Mieten in der Spitze 30 bis 40 Euro/m². Ludwig: „In beiden Fällen eignen sich die Lagen vorrangig für gut positionierte Anbieter mit hoher Kundenbindung und klar definierter Zielkundschaft, die nicht auf hohe Frequenzen angewiesen sind.“
 
Shopping Center Waterfront findet mit Primark einen zugkräftigen Ankermieter
 
Das im Herbst 2008 eröffnete Waterfront mit 120 Geschäften und rund 44.000 m² Einzelhandelsfläche hat mit Primark einen zugkräftigen Ankermieter gefunden, der von den Kunden gut angenommen wird. Weitere Zugpferde sind H&M sowie C&A. Dennoch fällt die Stimmung innerhalb der Mieterschaft weiterhin uneinheitlich aus. Zuletzt siedelte sich mit Mothercare auf rund 600 m² ein Kinderausstatter an.