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Pressemitteilung

Frankfurt

Investitionsvolumen in europäische Handelsimmobilien legt in den ersten drei Quartalen gegenüber Vorjahr um über 90 Prozent zu

Deutschland repräsentiert rund ein Viertel des Gesamtvolumens und ist zweitstärkster Markt nach Großbritannien


 
Frankfurt, 25. Oktober 2010 – Nach Berechnungen von Jones Lang LaSalle beläuft sich das europaweite Investitionsvolumen in handelsgenutzte Gewerbeimmobilien in den ersten drei Quartalen 2010 auf 15,2 Milliarden Euro. Die Erhebung berücksichtigt insgesamt 270 Investmentdeals in Shopping Center, Fachmarktprodukte und Factory Outlet Center. Aus der Untersuchung ausgenommen sind Geschäftshäuser in Einkaufsstraßen sowie Transaktionen mit einem Wert von unter fünf Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q 1-3 2009: 7,8 Milliarden Euro) hat sich das Investitionsvolumen nahezu verdoppelt.
 
Das gemeinhin ruhigere dritte Quartal konnte mit 5,0 Milliarden Euro nahtlos an die Monate April bis Juni anknüpfen. Stärkste Anlageklasse sind unverändert Shopping Center. Die Kategorie steht mit knapp 9 Milliarden Euro Transaktionsvolumen für fast 60 Prozent des Gesamtaufkommens. Auf Fachmarktzentren und Supermärkte entfallen jeweils rund 18 Prozent. Im dritten Quartal erreichen europaweit zehn Transaktionen ein Volumen von jeweils mehr als 100 Millionen Euro. Herausragender Deal war die Akquisition des aus sieben Shopping Centern in Polen und Frankreich bestehenden Simon Ivanhoe-Portfolios durch Unibail Rodamco im Wert von 715 Millionen Euro.
 
Deutschland repräsentiert ein Drittel des Transaktionsvolumens – Polen mit starkem 3. Quartal
 
Deutschland ist mit einem bis Ende September aufgelaufenen Transaktionsvolumen von rund 3,9 Milliarden Euro nach Großbritannien zweitstärkster Markt in Europa und steht für etwa ein Viertel des gesamten Marktvolumens. Frankreich, die Niederlande und Italien komplettieren die europäischen Top 5. Polen rückt nach einem starken dritten Quartal auf und zieht an Spanien vorbei.
 
Agata Sekula, Leiterin Einzelhandelsimmobilieninvestment CEE-Region bei Jones Lang LaSalle: „Aufgrund der positiven makroökonomischen Situation in Polen und der gegenüber dem Vorjahr um mehr als sechs Prozent gestiegenen Einzelhandelsumsätze ist das Investoreninteresse merklich gestiegen. Gefragt sind insbesondere erstklassige Shopping Center im Großraum Warschau und in den regionalen Zentren. Allerdings haben sich die Entscheidungszeiträume erheblich verlängert, da Investoren Objekte in der Due Diligence-Phase sehr intensiv analysieren. Mit den beiden Shopping Center-Transaktionen Arkadia und Warszawa Wilenska in Warschau wurden zwar erst zwei wirklich hochkarätige Transaktionen in 2010 tatsächlich abgeschlossen. Weitere Verkaufsprozesse sind aber bereits weit fortgeschritten und werden spätestens bis zum Jahresende oder ersten Quartal 2011 wirksam werden.“
 
Deutsches Transaktionsvolumen im dritten Quartal beläuft sich auf rund 700 Millionen Euro
 
In Deutschland verstärkt das weiter wachsende Interesse internationaler Investoren die ohnehin gute Nachfragesituation inländischer Akteure. In der Folge setzt sich der Druck auf die Renditen auch im dritten Quartal fort. Die zunehmende Kapitalverfügbarkeit und verbesserte wirtschaftliche Rahmendaten fördern die Investmentnachfrage. Im dritten Quartal wurden in Deutschland laut Jones Lang LaSalle rund 700 Millionen Euro in Shopping Center, Fachmarktzentren und Factory Outlets investiert. Die Verkäufe zweier Sale & Leaseback-Portfolios des Lebensmitteldiscounters Aldi an Allianz Real Estate und MGPA sind dabei die herausragenden Transaktionen gewesen.
 
In Hinblick auf das gehandelte Volumen ist Deutschland derzeit neben Großbritannien der aktivste europäische Markt für Shopping Center-Investments. Anke Haverkamp, Leiterin Shopping Center Investment Deutschland: „Investoren sehen deutsche Centerstandorte als defensive Anlageklasse mit im europäischen Vergleich niedrigen Mietpreisen. Im Bereich der Spitzen-Produkte beobachten wir stabile Mieten bei leicht sinkenden Renditen und ein wieder verbessertes Finanzierungsumfeld. Bis Ende 2010 erwarten wir eine Anfangsrendite bei 5,20 bis 5,30 Prozent. Der zaghafte Optimismus färbt nun auch auf Center mit einem gewissen Asset-Management-Bedarf ab. Mittelfristig erwarten wir auch hier eine erhöhte Nachfrage. Die Schere zwischen Core-Objekten auf der einen und Secondary auf der anderen Seite ist derzeit extrem weit geöffnet, wird sich aber mittelfristig wieder ein wenig schließen."
 
Tesco-Großdeal sorgt für starkes drittes Quartal in Großbritannien
 
In Großbritannien ragt der Sale & Leaseback-Deal des Handelskonzerns Tesco mit einem Volumen von 1,15 Milliarden Euro im dritten Quartal heraus. Unabhängig davon zeigen Transaktionsvolumina von rund 1,4 Milliarden Euro je Quartal im bisherigen Jahresverlauf eine sehr kontinuierliche Entwicklung. Von den im dritten Quartal verkauften sieben Shopping Centern ist besonders das Stratford Centre in London erwähnenswert, das für über 100 Millionen Euro von Land Securities an Catalyst European Property Fund wechselte.
 
David Raven, Leiter Shopping Center Investment Großbritannien: „Der überwiegende Teil der in 2010 gehandelten Shopping Center in Großbritannien bleibt hinter der Qualität der im Vorjahr veräußerten Objekte zurück. Diese Tatsache ist ein weiterer Indikator für die verbesserte Stimmung der Investoren. Der Trend wird sich bis auf weiteres fortsetzen, da das Angebot herausragender Shopping Center weiterhin limitiert ist. Dementsprechend erwarten wir, dass die Spitzenrenditen auf dem derzeitigen Niveau verharren werden. Fremdkapitalfinanzierte Investoren und insbesondere Opportunity Funds haben im bisherigen Jahresverlauf wieder an Bedeutung gewonnen. Sie werden die Käuferseite im letzten Quartal und voraussichtlich auch in 2011 dominieren, sofern sie in der Lage sind, die Kreditgewährung der Banken abzusichern. Diese Käufergruppe nimmt mit Blick auf das zu erwartende Angebot an zweitrangigen Objekten eine Schlüsselstellung ein.“