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Pressemitteilung

Frankfurt

Hotelinvestmentmarkt EMEA zeigt sich im dritten Quartal deutlich dynamischer – 5,5 Mrd. Euro bis Ende des Jahres erwartet


 
 
Frankfurt, 26. Oktober 2010 – Das Hoteltransaktionsvolumen in der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) erreichte in den ersten neun Monaten 2010 mit rund 3,97 Mrd. Euro* ein Plus von 55 % gegenüber dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums (ca. 2,56 Mrd. Euro). Nach 2,16 Mrd. Euro in den ersten beiden Quartalen wurden im dritten Quartal über 1,81 Mrd. Euro investiert (+70 % gegenüber Q3 2009). Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleibt der langfristige Dreivierteljahresdurchschnitt (2000 bis 2009: 7,7 Mrd. Euro) deutlich unterschritten, die Rekordergebnisse in 2006 und 2007 spielen hier eine entscheidende Rolle.
 
Sowohl Einzel- als auch Portfoliotransaktionen konnten bislang ein deutliches Plus verzeichnen. Mit 2,5 Mrd. Euro lag das Volumen der Einzeltransaktionen im Einjahresvergleich etwa 40 % höher. Bei den Portfoliodeals war die Veränderung noch spürbarer. 14 Portfoliotransaktionen summierten sich in den ersten drei Quartalen auf ein Volumen von 1,4 Mrd. Euro, entsprechend einem Zuwachs von über 80 %. Im Vorjahreszeitraum waren es 13 Deals mit einem Volumen von 780 Mio. Euro.

„Die Hotelmärkte nehmen wieder Fahrt auf. Dass die Talsohle durchschritten ist, zeigt sich flächendeckend in besserer Auslastung und höheren Zimmerpreisen, wodurch das Vertrauen der Investoren wieder wächst“, so Christoph Härle, Managing Director Jones Lang LaSalle Hotels, Global Hotel Capital Group. Und weiter: „Nachdem Banken bei der Vergabe von Fremdkapital wieder offener agieren, sind auch wieder mehr großvolumige Transaktionen möglich. Sechs Deals jeweils über 100 Mio. Euro allein im dritten Quartal zeugen von Bewegung auf Seiten aller Marktteilnehmer. Ein Jahresendergebnis in einer Größenordnung von etwa 5,5 Mrd. Euro erscheint erwartbar.“

Das meiste Geld im laufenden Jahr wurde im Vereinigten Königreich angelegt: mit 1 Mrd. Euro führen sie die Dreivierteljahresstatistik für Hotelinvestments vor Frankreich (rund 505 Mio. Euro) und Spanien (ca. 291 Mio. Euro) an. Deutschland kommt auf ein Volumen von rund 210 Mio. Euro (Q 1-Q 3 2009: 220 Mio. Euro). Vor allem deutsche institutionelle Investoren wie LB Immo Invest, Union Investment Real Estate, Commerz Real oder Lloyd Fonds traten als Käufer auf. Begehrte Objekte waren Budgethotels der Marken B & B, Motel One oder Holiday Inn Express. Ausländische Investoren waren nur bei zwei Transaktionen auf der Käuferseite, entsprechend einem Anteil von 27 % am Gesamtvolumen. „Es sind momentan viele Transaktionen in Endverhandlungen, so dass sich das Hotelinvestmentvolumen in Deutschland bis Jahresende bei bis zu 500 Mio. Euro bewegen könnte“, so Härle. Und weiter: „Maßgeblich beeinflusst wird das Ergebnis durch den bereits im August vereinbarten Deal eines europäischen Accor-Portfolios mit sieben Hotels in Deutschland. Zusammen mit dieser Transaktion, die bis Ende des Jahres final abgeschlossen sein soll, könnte ein Jahresplus von immerhin über 40 % notiert werden.“

Der größte Deal in Europa im laufenden Jahr war der Verkauf der Gruppe B & B mit 223 Budget-Hotels und etwa 16.000 Zimmern. Das Private Equity Unternehmen The Carlyle Group erwarb im Mai 2010 die Hotels für rund 480 Mio. Euro von der französischen Fondsgesellschaft Eurazeo.

Im dritten Quartal wurden 28 Transaktionen realisiert, unter anderem in Belgien, Deutschland, England, Frankreich und Italien.
  • Das Hilton Brüssel fand mit dem schwedischen Immobilienunternehmen Pandox einen neuen Eigentümer. Pandox kaufte das 432-Zimmer Hotel für rund 27 Mio. Euro und plant, weitere ca. 25 Mio. Euro in Renovierungsmaßnahmen zu investieren.
     
  • An die Union Investment Real Estate ging das Hotelprojekt Holiday Inn Express Dresden (218 Zimmer). Verkäufer war die Hotelimmobiliengesellschaft Foremost Real Estate. Die Eröffnung des 3-Sterne Hotels ist für Sommer 2011 vorgesehen.
     
  • Das 5-Sterne Hotel Le Méridien Piccadilly wurde von Host Hotels & Resorts für umgerechnet etwa 75 Mio. Euro erworben. Jones Lang LaSalle Hotels hat den Verkäufer Starman Hotels bei der Transaktion beraten.
     
  • In London erwarb die spanische Hotelgesellschaft Sol Meliá ein Hotelprojekt für rund 113 Mio. Euro. Die Eröffnung des 173-Zimmer Hotels unter der Marke „Me by Meliá“ ist für 2012 geplant.
  • Die Royal Bank of Scotland hat für 215 britische Pfund (umgerechnet ca. 260 Mio. Euro) das Cumberland Hotel in London an ein Joint Venture aus dem Private Equity Unternehmen Starwood Capital und dem britischen Immobilieninvestor London & Regional verkauft.
     
  • Ein Portfolio aus fünf Holiday Inn Hotels in London wechselte für über 100 Mio. britische Pfund den Eigentümer. Die britische Splendid Hotel Group verkaufte die Hotels an Redefine International, ein Immobilieninvestmentunternehmen mit Sitz in Südafrika.
     
  • Für 135 Mio. Euro wechselte das Luxushotel Lutetia in Paris den Eigentümer. Die israelische Gruppe Alrov ewarb das Hotel von der französischen Groupe du Louvre.
     
  • Das Holiday Inn Genoa City wurde von dem italienischen REIT Fabrica Immobiliare für 15 Mio. Euro erworben. Jones Lang LaSalle Hotels hatte den Verkäufer, ein italienischer Projektentwickler, bei der Transaktion beraten.

Beim Blick auf die geografische Herkunft des Kapitals zeigt sich eine deutliche Diversifizierung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Inländisches Investment hat zwar mit 36 % nach wie vor den größten Anteil, liegt jedoch deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (59 %). Investoren aus den USA verstärkten ihr Engagement wieder. Mit einem Anteil von 20 % (2009: 6 %) konnten US-amerikanische Hotelanleger grenzüberschreitende europäische Investoren (16 % nach 18 % in 2009) dabei sogar überholen.


*Basierend auf Transaktionen mit einem Investitionsvolumen von mind. 10 Mio. Euro (Einzel- und Portfoliotransaktionen)