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Pressemitteilung

Berlin

Einzelhandelsstandort Berlin – Deutsche Hauptstadt in Sachen Dynamik, Internationalität und Markenvielfalt

Jones Lang LaSalle untersucht Situation auf dem Einzelhandelsimmobilienmarkt und stellt neue Studie City Guide Berlin vor


 
Berlin, 05. November 2010 – Die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle haben die wichtigsten Einkaufsstraßen der Hauptstadt in der aktualisierten Studie Retail City Guide Berlin eingehend analysiert. Die Publikation stellt sämtliche Top-Einzelhandelslagen und eine Vielzahl relevanter Nebenlagen vor. Etliche erstmals erhobene Kennziffern wie etwa die m²-genaue Erfassung der Verkaufsfläche aller Lagen, Fluktuationsraten und Internationalitätsgrade stellen den Handelsstandort Berlin in einer völlig neuen Detailschärfe dar.
 
Kurfürstendamm und Tauentzienstraße – Berlins Aushängeschilder
 
Kurfürstendamm und Tauentzienstraße sind mit zusammen über 320 Shops und 276.300 m² Verkaufsfläche die Top-Einzelhandelslagen Berlins. Die Spitzenmieten in der Tauentzienstraße erreichen bis zu 240 Euro/m². Auf dem Kurfürstendamm werden bis zu 210 Euro/m² erzielt. Die Tauentzienstraße ist mit einem Filialisierungsgrad von nahezu 100 Prozent die konsumigste Berliner Toplage. Rüdiger Thräne, Niederlassungsleiter Jones Lang LaSalle Berlin: „Neben der traditionell starken Südseite verschafft der Neubau Tauentzienstraße 5 gegenüber dem KaDeWe auch der Nordseite eine wichtige Aufwertung. Die umfangreichsten Entwicklungen stehen um den Breitscheid-platz an. Das Zoofenster, der geplante Neubau des Schimmelpfeng-Hauses und der Umbau des Zoobogens setzen neue Akzente. Insgesamt wird sich der konsumige Bereich des Kurfürstendamms über die Joachimstaler Straße hinaus weiterentwickeln. Der Luxusbereich zwischen Olivaer Platz und Knesebeckstraße wird durch das im Bau befindliche Objekt Kudamm No. 195 gestärkt. Weitere wichtige Impulsgeber werden die Projektentwicklungen Ku’damm Karree und Haus Cumberland sein.“
 
Jüngste Neuzugänge auf dem Kurfürstendamm sind The North Face und die Kindermodespezialisten Bellybutton sowie Boutique Carina. Subway startet an der Ecke Olivaer Platz, die Porzellan-Manufaktur Meissen im Neuen Kranzler Eck. Das DOB-Label Basler eröffnet seinen deutschlandweit größten Flagshipstore am Kurfürstendamm. Im Luxusbereich eröffnete Prada an der Ecke Wielandstraße. Auch das Tochterlabel Miu Miu zeigt Interesse an einem Standort in Berlin. Hermès verlässt die Friedrichstraße und konzentriert sich künftig auf die City-West. Die Filiale am Kurfürstendamm wird umgebaut und im KaDeWe eröffnet eine weitere Dependance. Jüngster Neuzugang auf der Tauentzienstraße ist der erste Deutschlandstore der Bekleidungsmarke Monsoon.
 
Alexanderplatz – Aufsteiger im Berliner Osten
 
Der Alexanderplatz ist der zentrale Einkaufsstandort und Verkehrsknotenpunkt des Berliner Ostens. Die Verkaufsfläche liegt bei insgesamt 146.000 m² und hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. Thräne: „Unter Berlins Toplagen hat sich die Lage hinsichtlich Mietpreisentwicklung und Verkaufsflächenzuwachs zuletzt am dynamischsten entwickelt. Aktuell werden bis zu 175 Euro/m² erzielt.“ Seit 2006 haben das Kaufhof-Weltstadthaus, das Alexanderhaus und Berolinahaus sowie zuletzt der Neubau des Geschäftshauses „die mitte“ das Platzensembles vervollständigt. Als weiterer Shopping Hot Spot hat sich das „Alexa“ fest etabliert und zählt zu den am stärksten frequentierten und erfolgreichsten Centern in ganz Berlin. Leerstände sind kaum zu verzeichnen. Im Gegenteil - weitere Einzelhandelsprojekte sind in Planung. Der Alexanderplatz wird sich nicht nur aufgrund der verkehrsgünstigen Lage auch zukünftig als Handelsstandort auf sehr hohem Niveau behaupten.
 
Schloßstraße – Wichtigste Toplage außerhalb des Zentrums
 
Die Schloßstraße ist mit rund 345 Shops und einer Gesamtverkaufsfläche von rund 164.900 m² die wichtigste Toplage außerhalb des Zentrums. Bei Spitzenmieten bis 90 Euro/m² profitiert die Lage vom berlinweit höchsten Kaufkraftniveau des Bezirks Steglitz-Zehlendorf und den starken Kaufkraftzuflüssen aus dem südlichen Berliner Umland. Am Nordende dominieren die Shopping Center Forum Steglitz und Schloss-Straßen-Center. Das neu eröffnete Karstadt-Warenhaus und der in Bau befindliche „Boulevard Berlin“, der aufgrund seiner Größe auch überregional Beachtung finden wird, stärken die Westseite. Im Neubau Schloßstraße 20 eröffnet SportScheck seine erste Berliner Niederlassung und verleiht dem Mittelteil der Lage neue Impulse. Weitere Neuzugänge sind die Drogeriemarktkette dm, der britische Schuhanbieter Clarks und Gravis. Trotz des steigenden Flächenangebots ist insgesamt eine Stabilisierung auf hohem Niveau zu erwarten.
 
Friedrichstraße – Touristenmagnet mit spürbarem Aufwind im nördlichen Teil
 
Die einstige Vergnügungsmeile Friedrichstraße bietet heute 185 Shops mit insgesamt 89.700 m² Verkaufsfläche. Die aktuelle Spitzenmiete liegt bei etwa 140 Euro/m². Die Aushängeschilder Galeries Lafayette, der Departmentstore im Quartier 206 und das Quartier 205 stehen für einen abwechslungsreichen Mietermix aus Luxus und konsumigen Anbietern. Im nördlichen Teil um den Bahnhof stehen Versorgungsaspekte im Vordergrund. Nach Süden hin ist das Angebot stärker an der Nachfrage der Touristen orientiert und der Fashionanteil nimmt zu. Das traditionsreiche Kulturkaufhaus Dussmann wird seit kurzem durch die „Upper East Side“ ergänzt. Das mit den für die Friedrichstraße charakteristischen Kolonaden versehene Gebäudeensemble wertet die Kreuzung Friedrichstraße/Ecke Unter den Linden deutlich auf. Weitere Entwicklungsdynamik geht vom Bereich nördlich des S-Bahnhofs Friedrichstraße aus. Hauptmieter des Projekts „F 100“ werden ab Anfang 2011 Maredo, Rewe und die Drogeriemarktkette dm. Zudem bieten die Erdgeschossflächen der Ernst & Young-Zentrale nördlich des Bahnhofs neue Flächen für die Young Fashion-Konzepte Weekday und Superdry sowie den Schuhfilialisten Görtz 17. Die Friedrichstraße ist besonders im nördlichen Teil spürbar im Aufwind. Auch für den südlichen Teil ist mit einer positiven Entwicklung zu rechnen.
 
Hackescher Markt – Szenequartier mit internationaler Reichweite
 
Der Hackesche Markt und seine Seitenstraßen haben sich mit rund 300 Shops und etwa 50.000 m² Verkaufsfläche zu einem internationalen Standort der Modeszene entwickelt. Individuelle Shops, schmale Straßen, Passagen und belebte Hinterhöfe bestimmen das Flächenangebot. Die Mieten sind von 50 bis 75 Euro/m² in 2006 auf aktuell bis zu 125 Euro/m² gestiegen. Thräne: „Der lokale Handel und die kreative Szene erschließen die preiswerteren Nebenstraßen rund um die Hauptachsen Oranienburger Straße, Rosenthaler Straße, Neue Schönhauser Straße und Münzstraße. Vermehrt rücken Lagen wie die Mulackstraße, Rosa-Luxemburg-Straße, Weinmeisterstraße und auch die Rochstraße in den Fokus. Für die etablierten Bereiche sind weitere Mietsteigerungen zu erwarten und neben Projektentwickler zeigen auch Endinvestoren großes Interesse am Hackeschen Markt.“ Jüngste Neuzugänge sind die Modedesignerin Lena Hoschek und ab Anfang 2011 das Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor in der Neuen Schönhauser Straße. Timberland folgt voraussichtlich im Frühjahr 2011. Der italienische Schuhanbieter Riccardo Cartillone eröffnet einen weiteren Laden in der Rosenthaler Straße. In den neu eröffneten Rosenthaler Höfen hat Ben Sherman seinen ersten Berliner Laden eröffnet. Schräg gegenüber präsentiert All Saints auf drei Etagen einen neuen Flagshipstore.
 
Wilmersdorfer Straße – Kiezlage mit hohem Entwicklungspotenzial
 
Die Wilmersdorfer Straße verfügt als einzige Fußgängerzone unter Berlins Toplagen und traditionelle Charlottenburger Kiezlage über ein großes Einzugsgebiet. Seit der Eröffnung der Wilmersdorfer Arcaden hat die Lage zwischen Schillerstraße und S-Bahnhof Charlottenburg im Bereich der Fußgängerzone eine positive Entwicklung genommen. Bei einer Verkaufsfläche von insgesamt rund 83.900 m² erreichen die Spitzenmieten rund 80 Euro/m². Zahlreiche Projektentwicklungen verdeutlichen das Potenzial der Straße. Gegenüber den Arcaden hat C&A einen Neubau bezogen. An der Kreuzung Pestalozzistraße wurde die Wilmersdorfer Straße 57 neu entwickelt. Der südliche Bereich hat sich mit der Modernisierung der Wilmersdorfer Straße 65-66a und durch attraktive Neuvermietungen stabilisiert. Der nördliche Teil außerhalb der Fußgängerzone kann von dieser Dynamik dagegen nicht ausreichend profitieren und hat besonders nördlich der Bismarckstraße mit Leerständen zu kämpfen. Ein Impulsgeber ist die Neuentwicklung des Eckgrundstücks Wilmersdorfer Straße 38. Die Projektentwicklungen und Planungen auf den Eckgrundstücken Bismarckstraße und weiter südlich an der Kantstraße lassen weiteres Potenzial erkennen und für die Zukunft eine positive Entwicklung erwarten.
 
Potsdamer Platz – Pulsierendes Zentrum zwischen City West und Mitte
 
Der Potsdamer Platz an der Nahtstelle zwischen City West und Mitte hat sich zu einem touristischen Aushängeschild Berlins entwickelt. Die gelungene Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Entertainment macht den Platz zu einem pulsierenden Zentrum Berlins. Knapp 60.000 m² Verkaufsfläche stehen zur Verfügung, die Mieten erreichen in der Spitze 70 Euro/m². Das Einzelhandelsangebot beschränkt sich bisher relativ einseitig auf die gut besuchten Potsdamer Platz Arcaden und das Sony Center. Eine spannende Entwicklung wird in Zukunft der Leipziger Platz nehmen. Hier entsteht auf dem Grundstück des ehemals größten Warenhauses Europas neben Büros und Wohnungen ein weiteres Shopping Center mit einer Verkaufsfläche von rund 36.000 m².
 
Jeder zehnte in deutsche Handelsimmobilien investierte Euro geht nach Berlin
 
Nach Einschätzung von Rüdiger Thräne spiegelt sich die gute Entwicklung der wesentlichen Einkaufsstraßen auch in einer sehr guten Investorennachfrage wider: „In den ersten drei Quartalen 2010 wurden in Berlin rund 670 Millionen Euro in Einzelhandelsimmobilien investiert. Dies entspricht mehr als 10 Prozent des bundesweiten Transaktionsvolumens von insgesamt 5,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2009 lag das Berliner Einzelhandels-Transaktionsvolumen noch bei lediglich 280 Millionen Euro. Auch der Anteil der Handelsimmobilien an allen Gewerbeimmobilien-Transaktionen hat deutlich zugelegt. Bis Ende September 2010 liegt er bei 43 Prozent, Büroimmobilien kommen auf 47 Prozent. Im Gesamtjahr 2009 lagen Einzelhandelsimmobilien noch bei rund 23 Prozent.“
 
Die Nettoanfangsrenditen für Geschäftshäuser in 1a-Lagen beziffert Jones Lang LaSalle in den Toplagen Kurfürstendamm, Tauentzienstraße und Friedrichstraße für das dritte Quartal mit 4,6 Prozent. Der Alexanderplatz liegt bei etwa 4,8 Prozent. Hackescher Markt und Potsdamer Platz beziffert Jones Lang LaSalle mit jeweils 5,0 Prozent. In der Schloßstraße und der Wilmersdorfer Straße wird mit 5,1 bzw. 5,4 Prozent kalkuliert.