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Pressemitteilung

Frankfurt

Investmentmarkt für handelsgenutzte Gewerbeimmobilien in Deutschland lässt Finanzkrise eindrucksvoll hinter sich

Jones Lang LaSalle beziffert Transaktionsvolumen 2010 mit 7,5 Milliarden Euro


 
Frankfurt, 14. Januar 2011 – Der Investmentmarkt für handelsgenutzte Gewerbeimmobilien in Deutschland hat die Finanzkrise eindrucksvoll hinter sich gelassen. Nach Berechnungen von Jones Lang LaSalle liegt das Transaktionsvolumen im Gesamtjahr 2010 bei insgesamt 7,46 Milliarden Euro. Berücksichtigt sind alle Handelsimmobilien-Kategorien von Geschäftshäusern über Shopping Center und Warenhäuser bis hin zu Fachmarktprodukten. Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 2,92 Milliarden Euro) legt das Volumen um den Faktor 2,5 zu. Auf das vierte Quartal entfallen laut Jones Lang LaSalle rund 1,67 Milliarden Euro. Besonders Shopping Center und Geschäftshäuser stehen im Fokus der Investoren. Insgesamt hat die Nutzungsklasse Einzelhandel ihre Stellung auf dem gesamten Gewerbeimmobilienmarkt weiter verfestigt. Handelsimmobilien stehen 2010 für 39 Prozent des gesamten Gewerbeimmobilien-Transaktionsvolumens in Höhe von 19,3 Milliarden Euro. Auf Büroimmobilieninvestments entfallen 40 Prozent.
 
Shopping Center: Vorjahresvolumen fast vervierfacht – Kategorie profitiert von Suche nach Core-Immobilien
 
Shopping Center sind mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro die mit Abstand stärkste Handelsimmobilien-Kategorie. Die Anlageklasse hat nach vielen Jahren des Zögerns etlicher Investoren den Durchbruch zur Core-Immobilie geschafft. Die Gründe sind gute Lagen, Multi-Tenant-Strukturen, bonitätsstarke Mieter und der Schutz vor Konkurrenz durch das Baurecht. Das gute Abschneiden ist maßgeblich auf die hochkarätigen Transaktionen im ersten Quartal zurückzuführen. Die Folgequartale spiegeln mit 300 bzw. 220 Millionen Euro aber keineswegs ein nachlassendes Investoreninteresse sondern vielmehr das limitierte Angebot erstklassiger Objekte wider. Im vierten Quartal konnte die Kategorie mit fast 600 Millionen Euro nochmals volumenstarke Transaktionen vorweisen. Das Jahr 2009 bleibt mit insgesamt 819 Millionen Euro deutlich hinter den aktuellen Werten zurück.
 
Geschäftshäuser: Klarer Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr – Volumen in allen Quartalen deutlich über dem Jahr 2009
 
Geschäftshäuser setzen den klaren Aufwärtstrend fort. Das Volumen im Gesamtjahr beläuft sich nach Berechnungen von Jones Lang LaSalle auf 1,72 Milliarden Euro. Insgesamt sind Geschäftshäuser mit einem Anteil von rund einem Viertel am gesamten Handelsimmobilienvolumen die zweitstärkste Kategorie nach Shopping Centern. Das Ergebnis des Jahres 2009 mit 993 Millionen Euro wird klar übertroffen. Die Kategorie hat im Verlauf des zweiten Halbjahrs deutlich zugelegt und liegt in allen Quartalen über den Ergebnissen des Jahres 2009. Der positive Trend ist nachhaltig und dürfte sich auch im neuen Jahr fortsetzen.
 
Supermärkte / Discounter: Starkes Gesamtjahr trotz Abschwächung im vierten Quartal
 
Der besonders im zweiten und dritten Quartal durch Portfolioverkäufe geförderte Aufwärtstrend im Segment Supermärkte / Discounter hat sich im vierten Quartal etwas verlangsamt. Dennoch hat sich das Transaktionsvolumen 2010 gegenüber dem Vorjahr mit insgesamt 842 Millionen Euro mehr als verdoppelt (2009: 340 Millionen Euro). Die Kategorie Supermärkte / Discounter liegt damit annähernd auf einem Niveau mit Fachmarktprodukten. Getragen wird die starke Performance allerdings maßgeblich durch das dritte Quartal mit den Verkäufen zweier Sale & Leaseback-Portfolios des Lebensmitteldiscounters Aldi an Allianz Real Estate und MGPA. Inwieweit es 2011 gelingt, an das hohe Transaktionsvolumen anzuknüpfen, hängt in erster Linie vom Ausmaß des Angebots adäquater Objekte ab.
 
Fachmarktprodukte: Vorjahreswerte werden trotz limitierten Angebots übertroffen
 
Auch die bei Investoren wegen ihrer defensiven Qualitäten geschätzten Fachmarktprodukte übertreffen die Vorgaben aus dem Jahr 2009 (474 Millionen Euro). Besonders Fachmarktzentren sind gefragt und erzielten im Gesamtjahr ein Volumen von 783 Millionen Euro. Das Transaktionsvolumen für einzelne Fachmärkte legt noch stärker zu. Jones Lang LaSalle beziffert das Jahr 2010 mit 336 Millionen Euro gegenüber 85 Millionen Euro in 2009. Bei weiterhin guter Nachfrage ist das Transaktionsvolumen auch 2011 maßgeblich von der Angebotssituation abhängig.
 
Warenhäuser: Vorjahresvolumen trotz schwachem Schlußquartal mehr als verdoppelt
 
Im Bereich Warenhäuser dominieren weiterhin Einzelverkäufe das Transaktionsgeschehen. Das Transaktionsvolumen im Jahr 2010 beläuft sich insgesamt auf 566 Millionen Euro und übertrifft den Vorjahreszeitraum (205 Millionen Euro) um mehr als das Doppelte. Die Entwicklung im Jahresverlauf ist durch ein starkes Auf und Ab geprägt. Das vierte Quartal fiel mit einem Volumen von unter 50 Millionen Euro enttäuschend aus. Dennoch ist auch 2011 ein stabiles Transaktionsvolumen in dieser Kategorie zu erwarten.
 
Investorengruppen: Asset / Fund Manager und Offene Immobilienfonds als aktivste Investoren
 
Nach einem starken ersten Quartal sind Immobilien-AGs 2010 mit insgesamt 1,6 Milliarden Euro dem Volumen nach die stärkste Käufergruppe, treten in den Folgequartalen jedoch kaum noch in Erscheinung. Deutlich kontinuierlicher zeigen sich die Asset- und Fund Manager, die in allen Quartalen eine gleichbleibend hohe Kaufaktivität zeigen und insgesamt 1,56 Milliarden Euro in Einzelhandelsimmobilien investierten. Allein im letzten Quartal summierten sich die Investitionen dieser Anlegergruppe auf über 500 Millionen Euro. Der starke Zuwachs wird besonders bei einem Vergleich mit der Investitionssumme des Jahres 2009 (360 Millionen Euro) deutlich. Offene Publikumsfondsgesellschaften komplettieren mit 1,06 Milliarden Euro Investitionsvolumen die Top 3 und setzen ihre starke Rolle aus 2009 (775 Millionen Euro) nahtlos fort. Weitere starke Investorengruppen sind Geschlossene Fonds (533 Millionen Euro) und Versicherungen (422 Millionen Euro). Die Aktivitäten der Privatinvestoren beziffert Jones Lang LaSalle mit rund 366 Millionen Euro.
 
Die Verkäuferseite wird klar von Entwicklern dominiert. Diese veräußerten im Gesamtjahr Immobilien im Wert von 3,45 Milliarden Euro und repräsentieren damit fast die Hälfte des gesamten Retail-Investitionsvolumens 2010. Weitere wichtige Verkäufergruppen sind Unternehmen ohne Geschäftsschwerpunkt im Immobilienbereich (765 Millionen Euro) sowie Asset- und Fund Manager (759 Millionen Euro).
 
Ausblick 2011: Trend zur Handelsimmobilie ist von Dauer
 
Das Fazit von Jörg Ritter, Leiter Einzelhandelsinvestment Deutschland bei Jones Lang LaSalle, fällt äußerst positiv aus: „Handelsimmobilien schließen in der Gunst der Investoren weiter zu Büroimmobilien auf und verfestigen einen nachhaltigen Anteil von mehr als einem Drittel am gesamten Transaktionsvolumen für Gewerbeimmobilien. Wichtiger noch: der Trend zur Handelsimmobilie ist von Dauer. Für 2011 wäre eine weitere Steigerung des Transaktionsvolumens auf 8 bis 9 Milliarden Euro keine Überraschung. Weiterhin werden Shopping Center und Geschäftshäuser dabei den Löwenanteil des Handelsimmobilienvolumens auf sich vereinen.“