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Pressemitteilung

Frankfurt

Deutschlands Ruf als europäische Konjunkturlokomotive ist Katalysator für den Vermietungsmarkt in Einkaufsmeilen

Jones Lang LaSalle analysiert Marktentwicklung im Gesamtjahr 2010 - Repräsentative Stichprobe umfasst  715 Vermietungen mit 365.000 m² Mietfläche


 
Frankfurt, 11. Februar 2011 – Die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle haben anhand eigener Recherchen und der Vermietungsmeldungen der Immobilienfachtitel den Markt für Ladenlokale in 1a-Lagen untersucht. Der Studie für das Gesamtjahr 2010 liegt eine repräsentative Stichprobe von 715 Vermietungen aller Maklerhäuser mit einer vermittelten Verkaufsfläche von insgesamt 365.000 m² zugrunde. Der Markt zeigt laut Jones Lang LaSalle wieder deutlich mehr Dynamik und lässt für das laufende Jahr besonders in den Metropolen Mietsteigerungen erwarten. Alle Quartale des Jahres 2010 liegen in Hinblick auf die Anzahl der Vermietungen klar über dem Vorjahr. Die ungewöhnlich starke Vermietungsaktivität im vierten Quartal 2010 setzt sich im neuen Jahr unvermindert fort. Auffallend ist das stark gestiegene Interesse internationaler Handelskonzepte. Diese schätzen die im europäischen Vergleich starke konjunkturelle Erholung Deutschlands und treiben ihre Expansion voran.
 
Steigende Mieten in den Toplagen und gut positionierten Standorten aus der zweiten Reihe
 
Auf Basis der guten Umsatzentwicklung in den vergangenen acht bis zehn Monaten zeigen sich die Einzelhandelsunternehmen wieder deutlich zuversichtlicher. Das Vertrauen in die eigene Stärke und ein stabiles Kaufverhalten der Konsumenten ist zurückgekehrt. Marc Alfken, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland bei Jones Lang LaSalle: „Besonders bei den großen Handelsfilialisten rückt die Standortexpansion wieder stärker in den Fokus ihrer Geschäftsstrategie. Dies wird sich im ersten Halbjahr 2011 in einer weiter anziehenden Flächennachfrage zeigen. Ab dem Spätsommer dürfte die Flächennachfrage sich über die führenden Marktakteure hinaus verstärkt in die Breite entwickeln. Besonders im hochwertigen Segment steht der Nachfrage ein immer knapper werdendes Flächenangebot gegenüber. Wir rechnen vor diesem Hintergrund mit steigenden Mieten in den Toplagen und gut positionierten Standorten aus der zweiten Reihe.“
 
Deutschlands Stellung als „europäische Konjunkturlokomotive“ beflügelt Nachfrage
 
Deutschland profitiert in hohem Maße von seiner im europäischen Vergleich guten Konjunkturentwicklung, niedrigen Arbeitslosenzahlen und einer durch die Krise weitgehend ungetrübten Kaufneigung. Besonders ausländische Retailer zieht Deutschlands Stellung als „europäische Konjunkturlokomotive“ derzeit magisch an. Alfken weiter: „Wir haben zu Jahresbeginn 20 internationale Labels identifiziert, die unmittelbar vor einem Markteintritt in Deutschland stehen. Allein aus dieser Gruppe erwarten wir bis Ende 2013 einen Bedarf von bis zu 50 neuen Standorten in deutschen Toplagen. Bereits auf der Immobilienmesse MAPIC im November hatte sich deutlich gezeigt, dass die internationalen Einzelhandelsunternehmen ihren Fokus klar auf Deutschland legen. Sie sehen Deutschland derzeit als größten und aktivsten Vermietungsmarkt in Europa.“
 
Neben den stark expansiven internationalen Konzepten zeigen sich auch die arrivierten Player wieder in Expansionslaune und investieren in die Optimierung und Erweiterung ihrer Standortnetzwerke. Selbst im während der Krise sehr zurückhaltenden Luxussegment ist wieder eine starke Flächennachfrage zu verzeichnen. Ebenfalls ein sehr aussagekräftiger Indikator für ein steigendes Vertrauen in eine nachhaltig gute konjunkturelle Entwicklung.
 
Ladengröße: Trend zu größeren Flächen – Stationäre Shops als Teil der Markenidentität
 
Der Trend zu größeren Flächen setzt sich eindeutig fort. Immer stärker werden stationäre Shops als wichtiger Bestandteil der Markenidentität interpretiert und großzügiger ausgelegt. Zwar fällt weiterhin ein Drittel aller untersuchten Vermietungen in die Flächenkategorie 100 bis 250 m². Insgesamt betreffen rund 70 Prozent aller Vermietungsabschlüsse Shops mit weniger als 500 m² Verkaufsfläche. Dennoch: ein Drittel der Abschlüsse liegt oberhalb von 500 m². Jede fünfte untersuchte Vermietung betrifft, mit steigender Tendenz, das Segment 500 bis 1.000 m². Jede zehnte vermittelte Fläche ist sogar 1.000 bis 2.000 m² groß.
 
Branchenanteile: Textilhandel mit Abstand wichtigster Abnehmer von Flächen in 1a-Lagen
 
Mit der Marktbelebung hat sich die im Laufe der Krise sehr starke Dominanz der Textilbranche wieder ein wenig relativiert. Dennoch bleibt die Branche mit Abstand wichtigster Abnehmer von Flächen in 1a-Lagen. Fast jede zweite vermittelte Fläche geht an Textilanbieter. Stark angezogen hat die Nachfrage aus dem Bereich Sport / Outdoor. Jede zehnte Anmietung in 1a-Lagen geht auf Anbieter dieser Branche zurück, die besonders durch den Outdoor-Boom angetrieben wird – ein neuer Rekordwert. Weiterhin stark ist der Gastronomiebereich, auf den ein weiteres Zehntel der Anmietungen entfällt. Auch Anbieter aus dem Heim-Haus-Wohnbedarf suchen wieder verstärkt Flächen und kommen auf einen Anteil von acht Prozent. Getrieben wird die Nachfrage besonders von Möbelmarken und Anbietern von Dekoartikeln. Die Oberbranchen Telekommunikation / Elektronik und Gesundheit / Beauty folgen mit je sechs Prozent Marktanteil. Bei letzterem sind Drogerien und Optik / Hörgeräte neben den üblicherweise großflächigen Fitnessanbietern klar tonangebend. Vergleichsweise verhalten ist die Nachfrage aus dem Bereich Schuhe / Lederwaren mit einem Anteil von vier Prozent. Hier ist besonders die noch vor einigen Jahren sehr starke Expansion ausländischer Markenanbieter etwas zurückgegangen.
 
Textilhandel im Detail: Young Fashion traditionell stark – Textildiscounter legen zu
 
Bei einer Detailbetrachtung der Textilbranche zeigt sich der Bereich Young Fashion unverändert am expansivsten. Eine im Vergleich zu den Vorjahren starke Nachfrage kommt zudem von den Textildiscountern, die fast jede fünfte Textilfläche mieten. Auch Bekleidungshäuser, allen voran C&A, fragen verstärkt Flächen nach. Mit rund acht Prozent folgen Damenoberbekleidung (DOB) und mit sieben Prozent Anbieter von Damen- und Herrenbekleidung.
 
Marktvolumen BIG 7: Berlin, Köln und Frankfurt mit den höchsten Flächenumsätzen
 
Das Vermietungsvolumen in den sieben großen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sowie Leipzig und Hannover hat stark zugelegt. Rund 40 Prozent der insgesamt untersuchten Fläche entfallen auf 1a-Lagen in den genannten Städten. Berlin hat mit einem Flächenvolumen von über 50.000 m² eine klare Spitzenstellung inne und absorbiert rund ein Drittel der in Metropolen vermittelten Fläche.
 
Andreas Kogge, Leiter Vermietung Jones Lang LaSalle Berlin: „Ein Hauptgrund für die starke Flächennachfrage sind auch in Berlin die internationalen Mieter, die ein besonderes Augenmerk auf die Hauptstadt legen. Der Handelsstandort Berlin zählt derzeit zu den interessantesten in Europa. Das Handelsangebot ist in Hinblick auf Vielfalt und Ausmaß nicht nur in Deutschland einzigartig. Fast 20 Einkaufsstraßen mit insgesamt rund 10 Kilometern Länge, 2.000 Ladenlokale und mehr als 870.000 m² Verkaufsfläche bieten Mietern und Investoren ein fast unbegrenztes Betätigungsfeld. Allein die touristische Attraktivität zieht Handelskonzepte magisch an. Berlin ist nicht nur die meistbesuchte Stadt in Deutschland – auch europaweit zählt sie in dieser Hinsicht zu den Top 3. München mag als heimliche Hauptstadt deutlich höhere Ladenmieten erzielen. Die wahre Handelsmetropole in Sachen Internationalität, Abwechslungsreichtum und Markenvielfalt ist Berlin.“
 
Mit erheblichem Abstand und jeweils knapp 20.000 m² vermittelter Fläche in 1a-Lagen folgen Frankfurt und Köln. München, Hamburg, Hannover und Düsseldorf erzielen Werte zwischen 12.000 und 16.000 m². Leipzig bleibt knapp unter 10.000 m² und Stuttgart bestätigt mit unter 5.000 m² eine traditionell sehr geringe Mieterfluktuation.