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Pressemitteilung

Berlin

Berliner Kudamm wird 125 und ist kein bisschen in die Jahre gekommen

Jones Lang LaSalle zu den Einzelhandelsaspekten des Jubiläums


 
Berlin, 05. Mai 2011 – 125 Jahre sind eine lange Zeit und hinterlassen normalerweise tiefe Spuren. Nicht so in einer der bekanntesten und traditionsreichsten Einkaufsstraßen der Welt, dem Berliner Kurfürstendamm. Trotz aller Niedergangsszenarien, die Kritiker über Jahrzehnte hinweg ausmalten, zeigt sich der Kudamm in der jüngeren Geschichte erstaunlich lebendig. Zwar wird eine reine Einzelhandelsbetrachtung dem Kudamm nicht gerecht. Hierhin zog es die Ostberliner in der Nacht der Wiedervereinigung. Hier wurden die Erfolge der Nationalmannschaften gefeiert. Hier fand bis in die 90iger Jahre das Berliner Nachtleben statt. Jones Lang LaSalle hat das Jubiläum dennoch zum Anlass genommen, die Einzelhandelsentwicklung des Boulevards einmal genauer zu untersuchen.
 
City-West vs. historische Mitte? Berlin verträgt mehrere Zentren
 
Nach der Vereinigung mehrten sich mit dem wachsenden Interesse an der historischen Mitte und der wiederbelebten Friedrichstraße die Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Kurfürstendamms. Dabei hatte zum damaligen Zeitpunkt allein das KaDeWe mehr Verkaufsfläche als die gesamte Friedrichsstraße. Heute weiß man, dass die Metropole Berlin mehrere Zentren verträgt. Der Kudamm hat nach wie vor die Nase vorn und ist zusammen mit der Tauentzienstraße das Aushängeschild des Berliner Einzelhandels. Darüber hinaus zählt er ohne Zweifel zu den renommiertesten europäischen Prachtboulevards. Nicht umsonst waren die Pariser Champs-Élysées das bauliche Vorbild. Auch wenn der Kudamm am Ende nur halb so breit geraten ist.
 
Bei aller Tradition - auch der Kudamm lebt von Neuerungen
 
Zwar sind im Laufe der Jahre Kinos, Cafes, Restaurants und Galerien verschwunden. Aber Wandel gehört zu jedem guten Einkaufsboulevard. Andreas Kogge, Leiter Einzelhandelsvermietung bei Jones Lang LaSalle in Berlin: „Jeder Verlust der nicht selten altbackenen Traditionsmieter wurde als Tragödie beurteilt. Die Cafes Kranzler oder Möhring zogen zwar kaum noch Gäste, dafür aber umso mehr Nostalgiker an. Natürlich hat sich vieles verändert. Niedergangsszenarien sind aber fehl am Platze. Im Gegenteil: Das neue Gesicht steht dem Kudamm des Jahres 2011 sehr gut.“
 
Die Einzelhandels-Eckdaten der Lage sprechen für sich: Mit 75 Geschäftshäusern, insgesamt 127.000 m² Verkaufsfläche und in Spitzenzeiten über 7.000 Passanten pro Stunde ist der Kudamm eine der wichtigsten Einkaufsmeilen Deutschlands. Die über 200 Ladenlokale sind im Durchschnitt über 400 m² groß und werden zu rund einem Drittel von Textilanbietern genutzt. Bezogen auf die Verkaufsfläche ist der Kudamm fast vollständig in der Hand nationaler und internationaler Filialisten. Seit 2006 hat nach Berechnungen von Jones Lang LaSalle rund ein Drittel der Ladenlokale den Mieter gewechselt. Die Lage ist also höchst vital und zählt mit Monatsmieten bis zu 220 Euro/m² nicht umsonst zu den teuersten Handelsstandorten in Deutschland.
 
Eine Alleinstellung hat der Kudamm auch aus architektonischer Sicht. Die in einigen Lagen Berlins intensiv diskutierten Trivialbauten sind hier die Ausnahme. Die Lage macht ihre 125-jährige Tradition erlebbar und bietet eine schöne Altbaustruktur. Ein Pluspunkt, den viele Handelskonzepte bei ihrer Expansion zu schätzen wissen. Besonders bei internationalen Mietern steht der Kudamm hoch im Kurs. Hermès renoviert und erweitert seine Bestandsfläche derzeit aufwändig und wird im September 2011 neu eröffnen. Zudem geht das Luxuslabel mit einem zweiten Store im Luxuskaufhaus KaDeWe an den Start. Auch die italienische Luxusmarke Prada hat seit Februar 2011 wieder eine eigene Repräsentanz in der Hauptstadt und wählte ebenfalls den Kudamm als Standort.
 
Noch lange nicht am Ziel
 
Was bringt die Zukunft? Die umfangreichsten Entwicklungen stehen um den Breitscheidplatz an. Das Zoofenster, der geplante Neubau des Schimmelpfeng-Hauses und der Umbau des Zoobogens setzen neue Akzente. Insgesamt wird sich der konsumige Bereich des Kurfürstendamms über die Joachimstaler Straße hinaus weiterentwickeln. Ein wichtiger Impulsgeber wird das Haus Cumberland sein. Nach einem langjährigen Vakuum verspricht die Immobilie städtebaulich eine klare Aufwertung des Kudamms und wird mit einem hochwertigen Handelsbesatz einige Überraschungen bieten. Der Luxusbereich zwischen Olivaer Platz und Knesebeckstraße wird durch das im Bau befindliche Objekt Kudamm No. 195 gestärkt. Weiterhin unklar ist dagegen die Zukunft des Ku’damm-Karrees.
 
Kogge: „Es gibt gute Indizien, dass aus alten Schwachstellen neue attraktive Entwicklungen werden. Das Bikini Haus wird endlich modernisiert und erhält ein architektonisch und konzeptionell interessantes neues Gewand. Das Bahnhofsumfeld wird mit dem Waldorf Astoria aufgewertet.“ Kogge erhofft sich vom aktuellen Jubiläum sogar eine Behebung weiterer so genannter Problemfälle: „Das Karstadt Warenhaus hätte ein Upgrade verdient. Die am Ende doch gescheiterte Gloria Galerie sollte überarbeitet werden. Die alte Mini City am Tauentzien, der für Berliner zum Kudamm gehört, könnte zeitgemäß restrukturiert werden. Und auch das Europa Center weist zwar sehr gute Besucherzahlen auf, könnte sein großes Potenzial aber durch eine Modernisierung noch besser ausschöpfen.“
 
Nach Ansicht von Kogge ist der Kudamm noch lange nicht am Ziel: „Auch nach Ablauf von 125 Jahren wird noch Potenzial verschenkt. Aber die Öffentlichkeit wird zum 150. Jubiläum im Jahr 2036 ohne Zweifel auf 25 weitere erfolgreiche Jahre für den Kudamm zurückblicken. Berlin muss sich weiter um sein Aushängeschild kümmern, aber nicht sorgen. Hier spielt die Musik auch noch in 100 Jahren.“