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Pressemitteilung

Hannover

Einzelhandelsstandort Hannover: Gute Flächennachfrage wird im zweiten Halbjahr für Mietpreissteigerungen sorgen

Jones Lang LaSalle beziffert Spitzenmieten in den Toplagen mit bis zu 185 Euro/m²


 
Hannover, 22. Juni 2011 – Die Einzelhandelsspezialisten von Jones Lang LaSalle haben die wichtigsten Einkaufsstraßen in Hannover unter die Lupe genommen. Die gute Flächennachfrage im ersten Halbjahr 2011 führt zu einer Steigerung der Spitzenmieten in den drei Toplagen Georgstraße, Bahnhofstraße und Große Packhofstraße. Für das zweite Halbjahr erwartet Jones Lang LaSalle Werte bis 185 Euro/m². In der Karmarschstraße liegen die Mieten mit bis zu 160 Euro/m² etwas niedriger. Hannover zählt damit zu den zehn teuersten Handelsstandorten Deutschlands. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Spitzenmiete um rund ein Viertel gestiegen.
 
Höchste Zentralität im Metropolenvergleich
 
Mit einer fast 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegenden Zentralitätskennziffer übt Hannover eine sehr starke Anziehungskraft auf das Umland aus und lässt in dieser Hinsicht wie in den Vorjahren alle deutschen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern hinter sich. Der Einzelhandelsumsatz je Einwohner wird für 2011 mit über 7.000 Euro beziffert. Absolut werden für das laufende Jahr knapp 3,7 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz erwartet. Deutlich mehr als in den Nachbarstädten Bielefeld (2,1) und Braunschweig (2,0).
 
Hohe Flächennachfrage in der Toplage Georgstraße
 
In der Toplage Georgstraße ist eine konstant hohe Flächennachfrage für die insgesamt fast 70 Ladenlokale zu beobachten. Interessenten sind bereit, höhere Mieten als noch vor einem Jahr in Kauf zu nehmen. Mitte Januar eröffnete Nespresso eine Flagship-Boutique in der Georgstraße 44. Zuletzt hat die Donna Hannover GmbH ihr Haupthaus in der Georgstraße 34 nach dreiwöchigen Renovierungs- und Umbauarbeiten neu eröffnet. Die Gesamtverkaufsfläche auf den drei Etagen wurde dabei um 100 auf 700 m² erweitert. Im Bereich der Oper geht die Flächennachfrage weiterhin überwiegend von hochwertigen Anbietern der Textil- und Schuhbranche aus. Aufgrund der Flächenknappheit interessieren sich Mieter vermehrt auch für Flächen in Seitenstraßen der Lage.
 
Bahnhofstraße gewinnt weiter an Profil
 
Die Bahnhofstraße hat ohne Zweifel am stärksten von der Eröffnung der Ernst-August Galerie profitiert. Die Lage zeigt sich nach wie vor in hervorragender Verfassung und erzielt Spitzenmieten bis 185 Euro/m². Unter den Toplagen Hannovers weist sie mit fast 50 Prozent die höchste Mietzuwachsrate im Zehn-Jahres-Vergleich auf. Zusammen mit dem Ernst-August-Platz am Hauptbahnhof stellt die Bahnhofstraße ein attraktives Entree in die Einkaufsmeilen dar. Auch die bevorstehende Entwicklung der Ernst-August-Markthalle zu einem reinen Handelsstandort mit den Mietern Esprit und Desigual wird das Standing der Lage weiter fördern. Die zu Hugendubel gehörende Buchhandlung Schmorl & v. Seefeld in der Bahnhofstraße 14 wird anders als zunächst geplant, nun doch nicht über die bestehenden 2.500 m² hinaus erweitert.
 
Entwicklungspotenzial in der Großen Packhofstraße wird zusehends realisiert
 
Mit knapp 30 Flächen zeigt die Große Packhofstraße in den letzten zehn Jahren eine sehr stabile Entwicklung. Die Mieten legten in dieser Zeit um rund ein Fünftel zu. Das ehemalige Karstadt-Technikhaus in der Großen Packhofstraße ist nach Abschluss der Umbauarbeiten vollständig belegt. Nach den Modefilialisten TK Maxx (4.800 m² Verkaufsfläche im EG, 1. und 2. Obergeschoss), Zero (250 m²) und Gina Tricot (550 m²) eröffneten im April Edeka und dm-Drogeriemarkt Filialen im Untergeschoss des fünfstöckigen Gebäudes. Die Eröffnung von Primark in der 2.Jahrenhälfte 2011 wird die Frequenz im Bereich der Großen Packhofstraße weiter stärken. Das Erdmann-Haus wird zunächst weiterhin interimistisch durch Das Depot genutzt. Nach Neuentwicklung entstehen hier rund 2.700 m² Handelsfläche. Boris Wachter, Niederlassungsleiter bei Jones Lang LaSalle in  Hannover: „Die Große Packhofstraße gewinnt mit den erfolgten und anstehenden Projektentwicklungen weiter an Attraktivität und steht mit einem Filialbesatz von 100 Prozent auf der Wunschliste nationaler und internationaler Filialisten und Investoren ganz weit oben“.
 
Viel Bewegung in der Karmarschstraße
 
Neben der Bahnhofstraße zeigt die Karmarschstraße in den letzten zehn Jahren mit über 40 Prozent die höchsten Mietpreiszuwächse. Der vergleichsweise niedrige Filialisierungsgrad der Lage mit insgesamt 45 Ladenlokalen dürfte in Zukunft weiter steigen. Die Arbeiten für den Umbau der vier Einzelhandelsgeschosse des Kröpcke-Centers an der Schnittstelle zwischen Georgstraße, Karmarschstraße und Bahnhofstraße dauern an. Im Herbst 2011 wird der Anker Peek & Cloppenburg in den Neubauteil umziehen. Anschließend werden in einem zweiten Bauabschnitt die übrigen Einzelhandelsflächen saniert und voraussichtlich 2012 eröffnet. Das Objekt bietet eine exzellente Passantenfrequenz und dürfte den Aufwärtstrend der Lage weiter fördern. Im traditionsreichen Café Kröpcke wird im Herbst 2011 auf einer Teilfläche das erste Jim-Block-Restaurant in Hannover eröffnen.
 
Mitte Juni beginnt die Stadt Hannover zudem mit der Erneuerung des Pflasters am Kröpcke. Die Gestaltung schließt die Lücke zwischen der Bahnhofstraße und dem Platz der Weltausstellung. Während der Bauphase wird die Fußgängerzone über hölzerne Stege geführt. Für die Einzelhändler wird dies voraussichtlich mit sinkenden Passantenfrequenzen und Geschäftseinbußen einhergehen.
 
Schillerstraße leitet mit Reno-Anmietung Aufwärtstrend ein
 
In das frühere Karstadt-Bettenhaus in der Schillerstraße 32 ist wieder Leben eingekehrt. Mitte März eröffnete der Schuhfilialist Reno dort eine Filiale mit rund 1.000 m² Verkaufsfläche auf vier Ebenen. Die MIB AG hatte das ehemalige Karstadt-Bettenhaus zuvor vom Highstreet-Konsortium erworben. Die Lage bewegt sich damit in die richtige Richtung, hat aber weniger stark als erwartet von der Ernst-August Galerie profitiert. Viele Passanten umgehen die direkte Verbindung zwischen Georgstraße und Galerie über die klassischen 1a-Lagen.
 
Gesunde Center-Flächenausstattung
 
Die Ausstattung mit Shopping Center-Flächen ist in Hannover traditionell niedrig. Die Ernst-August-Galerie hat die langjährige Flächenknappheit in der Innenstadt verringert ohne die bestehenden Lagen zu beeinträchtigen. Bezogen auf Center mit über 10.000 m² Nutzfläche beträgt die Flächenausstattung je 1.000 Einwohner sehr verträgliche 58 m².
 
Das Leine-Center in Laatzen-Mitte wird um 23.000 m² Verkaufsfläche erweitert. Rund 11.000 m² Verkaufsfläche sollen durch den Umbau des mit dem Leine-Center verbundenen ehemaligen Hertie-Hauses in der Robert-Koch-Straße entstehen. Weitere Verkaufsflächen sind in einer Ladenzeile an der Ostseite des Parkplatzes und in den geplanten Laatzen-Arkaden geplant. Im Herbst diesen Jahres wird das Leine-Center dann über rund 51.000 m² Verkaufsfläche verfügen.
 
Auch die Galerie Luise wird in Teilen umstrukturiert. Ziel ist es, größere Flächen für Ankermieter zu schaffen und die etwas versteckte Lage der Kleinen Rotunde aufzulösen. Die Umbauten werden voraussichtlich im Spätsommer beginnen und sollen zum Weihnachtsgeschäft abgeschlossen sein.
 
Im Herbst 2010 hat die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit den Bauarbeiten für die Erweiterung des "City Centers Langenhagen" (CCL) begonnen. Bis zum Frühjahr 2012 soll ein Anbau für etwa 50 weitere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von etwa 17.000 m² entstehen. Die Gesamtverkaufsfläche des CCL steigt damit auf 30.000 m². Als Mieter stehen unter anderem Rewe, Expert, C&A und Rossmann fest.
 
Gute Stimmung auch auf dem Investmentmarkt
 
Die Nachfrage auf dem Hannoveraner Investmentmarkt ist sehr gut, kann aber mangels Angebot nicht bedient werden. Angebotene Objekte könnten auch mit Renovierungsstau zu sehr guten Preisen veräußert werden. Für das erste Halbjahr beziffert Jones Lang LaSalle die Bruttovervielfältiger für Spitzenobjekte in der Georgstraße und Bahnhofstraße mit dem 19,5-fachen der Jahresmiete. Die Große Packhofstraße wird mit dem 19-fachen bewertet. In der Karmarschstraße lassen sich Werte bis zum 18,5-fachen realisieren. Insgesamt zeigen sich die Faktoren sehr stabil. In punkto Wertentwicklung kann Hannover sich durchaus mit den großen Metropolen messen. Nach den Berechnungen von Jones Lang LaSalle konnten Investoren mit Spitzenobjekten im Laufe der letzten zehn Jahre Wertsteigerungen um fast ein Drittel realisieren.
 
In der Innenstadt sind im laufenden Jahr kaum Verkäufe zu verzeichnen. Zuletzt hatte die Redevco Services Deutschland GmbH die Karstadt-Immobilie in der Großen Packhofstraße mit einer Verkaufsfläche von rund 7.100 m² übernommen. Ankermieter ist Karstadt Sports. Zudem wechselte das Objekt Schillerstraße 23 von der Archon Group an einen Investor aus München.
 
Die Corestate Capital AG hat von HSBC Trinkaus Real Estate das "Rund Carré" erworben. Das 2006 fertig gestellte innerstädtische Fachmarkt- und Bürozentrum auf dem ehemaligen Postgelände am Raschplatz bietet rund 4.700 m² Einzelhandelsfläche und ist vollständig vermietet. Zu den Mietern zählen die Filialisten Aldi, Kik, Tedi und Das Futterhaus.
 
Im Mai hat die Aurelis Real Estate ein 40.000 m² großes Teilstück des Südbahnhofs in Hannover an die Projektgesellschaft der Franzen Group verkauft. Der neue Eigentümer plant auf dem Gelände ein Fachmarktzentrum und will dieses bis 2012 fertig stellen. Als Nutzer stehen bereits Edeka (5.500 m²), Hagebau (9.500 m²) und dm-Drogeriemarkt fest.
 
Etwas außerhalb der Innenstadt hat ein irischer Investor zudem unlängst das Fachmarktzentrum Vahrenwalderstraße 252-258 mit den Mietern Aldi, McFit, Reifenprofi und einer Spielothek erworben.