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Pressemitteilung

Frankfurt

Deutscher Lagerflächenvermietungsmarkt 2008 noch auf hohem Niveau

Zuwächse in den Big 5-Ballungsräumen, Rückgang bundesweit


 
Frankfurt, 20. Januar 2009 – Der Lagerflächenumsatz  2008 lag mit  3,6 Mio. m² (Vermietungen plus Eigennutzer) insgesamt nur  7 % unter dem Rekordergebnis von 2007. Der Fünfjahresvergleich (Durchschnittswert 2,81 Mio. m²) zeigt ein Plus von 29 %. Dabei war in den Big 5-Ballungsräumen gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 10 % auf 1,4 Mio. m² zu verzeichnen, außerhalb der Big 5 ein Rückgang von 16 %.
 
Vier der Big 5 -Ballungsräume (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main inklusive Wiesbaden/Mainz, Hamburg und München) zeigten 2008 ein Wachstum, angeführt von Berlin mit einem Plus von  38 %.  Nur für die Region Frankfurt musste ein Rückgang von 18 % konstatiert werden, liegt mit den erreichten 248.000 m² aber immer noch im Mittel der vergangenen 5 Jahre.
 
„Insgesamt ist für diese Ballungsräume festzuhalten, dass die Mehrumsätze wenig spektakulär sind (der Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre mit 1,2 Mio. m² wird leicht übertroffen). Kein Wunder. In einer beginnenden Rezession, in der zunächst die Lager voll laufen, bis die Produktion zurückgefahren wird und ein größeres Flächenangebot durch konjunkturbedingt freiwerdende oder spekulativ von Entwicklern errichtete Objekte noch rasch vermietet wird“, so Rainer Koepke, Leiter  Industrie Immobilien Jones Lang LaSalle Deutschland.
 
Weitere Entwicklungen in den Big 5-Ballungsräumen waren:
  • 55 % des Umsatzvolumens bezog sich auf Einzeldeals mit Flächen über 5.000 m² im Einzelfall, der Bereich von 5.000 bis unter 10.000 m² machte hierbei 42 % aus, von 10.000 bis unter 20.000 m² 25 % und über 20.000 m² 33 %. Insbesondere in der Region Hamburg war der Anteil der Großdeals über 5.000 m² dominant mit 71 % vom Gesamtumsatz.
     
  • Die Branchen Transport/Verkehr/Lagerhaltung dominierten mit 57 % bei den Abschlüssen über 5.000 m² im Einzelfall vor der Branche Industrie mit 21 % und Handel mit 11 %.
     
  • Eigennutzer machten einen Anteil von 14 % am Gesamtumsatz aus, in Gewerbeparks wurden 11 % vermietet.
In den Gebieten außerhalb der Big 5-Ballungsräume wurde der beginnende Konjunktureinbruch im 2. Halbjahr deutlich spürbar. Während die ersten sechs Monate im Jahresvergleich noch mit einem Umsatzplus von 14 % abgeschlossen werden konnten, musste für das Gesamtjahr ein Rückgang von -16 % konstatiert werden. Allerdings: mit einem Umsatzvolumen von 2,2 Mio. m² lag der Anteil der Gebiete außerhalb der Big 5 bei 60 % des Gesamtumsatzvolumens.
 
Dabei sind die Eigennutzerumsätze gegenüber 2007 um 48 % eingebrochen, sie machten nur noch 29 % aus (ca. 640.000 m²). Die Anmietungen zeigten demgegenüber einen Anstieg (13 %), kamen damit auf einen Anteil von 71 % (ca. 1.56 Mio. m²). „Hier zeigte sich deutlich, dass die Nutzer verstärkt Entwickler eingeschaltet oder Bestandsobjekte angemietet haben, um den erschwerten Finanzierungsbedingungen auszuweichen. Da die Entwickler auch verstärkte Bonitäts- und Mietvertragsbedingungen formulierten, gleichzeitig passende Bestandsobjekte nicht immer verfügbar waren, erlebte das 3. Quartal und verstärkt das 4. Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang.
 
Wegen der Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung haben viele Nutzer ihre Projekte zurückgestellt. Einige länger projektierte und verhandelte Bauvorhaben wurden aber noch  abgeschlossen, da man im vergangenen Jahr eher noch von einem baldigen Ende der Rezession ausging (Logistikneubauprojekte sind mittel- und langfristig angelegt).

Durch die im Jahresverlauf stetig ansteigenden Investmentrenditen haben die Entwickler bei den nutzerspezifischen Projektentwicklungen (built-to-suit Developments) , die einen großen Teil des Umsatzvolumens ausmachen, die Mieten anheben müssen, was einen Rückgang der Abschlussbereitschaft der Nutzer zur Folge hatte.
 
Der Blick auf die Rangfolge in den untersuchten Gebieten außerhalb der Big 5 zeigt das  Ruhrgebiet an erster Stelle mit ca. 250.000 m² (mit 13 Abschlüssen zwischen 5.000 und 45.000 m²) vor dem Raum Kassel/Bad Hersfeld mit ca. 230.000 m² (hier dominierte der Amazon-Deal in Bad Hersfeld mit ca. 95.000 m²). Die Regionen Hannover und Köln verzeichneten jeweils ca. 160.000 m². Über 100.000 m² Flächenumsatz zeigten auch Bremen und Stuttgart (je ca. 120.000 m²), die Region Rhein-Neckar (ca. 130.000 m²) und der Raum Nürnberg (ca. 100.000 m²).
 
Für 2009 zeichnen sich einige Trends ab, die die Flächenumsätze sowohl positiv als auch negativ beeinflussen werden:
 
Aus der Finanzkrise ist mittlerweile eine Konjunkturkrise geworden, die sich auf die Realwirtschaft deutlicher durchschlägt:
 
  • Produktion und Absatz lahmen. Lagerhallen dienen als „Scharnier“ zwischen Produktion und Absatz, die Lieferfähigkeit muss erhalten werden, was positiv ist. Andererseits besteht der Druck die Kapitalbindung im Lager zu reduzieren.
     
  • Durch Umstrukturierungen, Reduzierungen der Lagerbestände und Insolvenzen werden Lagerhallen frei. Mietverträge können angesichts der häufig nur kurz- oder mittelfristigen Laufzeiten oft leicht gekündigt werden. Leerstände nehmen zu.
     
  • Durch die steigenden Renditen sind die Mieten für Neubauten gestiegen, die Mietpreise für nutzerspezifische Projektentwicklungen liegen nicht mehr unter, sondern auf dem Niveau der Marktmieten.
„Durch steigende Lagerflächenangebote im Bestand wird 2009 der langfristigen Knappheitssituation ein Ende gesetzt. Lager dienen darüber hinaus als Puffer zwischen Produktion und Absatz und die Lieferfähigkeit ist den Unternehmen wichtig, um Umsatzpotenziale zu erhalten. Deshalb sollten die  Flächenumsätze trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, aber auch nur dann, wenn sich die Spirale nicht weiter nach unten dreht, mit 10 – 20 % relativ  moderat zurückgehen. Nutzerspezifische Projektentwicklungen werden mietpreisbedingt sicherlich deutlich weniger angegangen“, so Rainer Koepke.