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Pressemitteilung

Frankfurt

Divergierendes Nachfrageverhalten von deutschen und ausländischen Mietern im Konjunkturverlauf


 
Frankfurt, 5. März 2012 - Die Analyse der Anmietungsaktivitäten über die letzten 12 Jahre in den fünf deutschen Büroimmobilienhochburgen Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München* weist nach, dass ausländische Mieter früher auf konjunkturelle Abschwünge als deutsche Mieter reagieren.
 
Konjunkturelle Entwicklungen insbesondere im angelsächsischen Raum laufen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland tendenziell voraus. Das führt in einer zeitlich versetzten, also früheren Abschwungphase dazu, dass die ausländischen Unternehmen ihre Büroflächen-Nachfrage auf dem deutschen Bürovermietungsmarkt zurückfahren. „Unsere Zahlen zeigen, dass der Anteil ausländischer Mieter, damit also ihre Bedeutung für den deutschen Markt in schwachen Konjunkturphasen deutlich zurückgeht.  Umgekehrt springt ihre Nachfrage in wirtschaftlich günstigen Phasen früher an“, so Helge Scheunemann, Chefresearcher bei Jones Lang LaSalle Deutschland. Im Konjunkturverlauf nach 2000 erreichten ausländische Mieter ihre höchste Nachfrage 2006. In Folge der Immobilien- und Finanzmarktkrise brach sie dann über drei Jahre ein. Die Erholungsphase ab 2010 bei Mietern sowohl ausländischer als auch deutscher Herkunft weist für 2011 eine Parallele mit 2007 auf: in diesen beiden Jahren sind die Vermietungsaktivitäten deutscher Mieter noch gestiegen, während ausländische Mieter bereits vergleichsweise zurückhaltend agierten. „Wie sich das Jahr 2012 in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftsrisiken letztlich entwickeln wird, ist schwer kalkulierbar. Recht wahrscheinlich dürfte allerdings eine Fortsetzung der unterdurchschnittlichen Nachfrage seitens ausländischer Mieter sein“, so Scheunemann.
 
Bei den Vermietern sind ausländische Mieter eine sehr beliebte Klientel: Wenn sie sich für den Standort Deutschland entscheiden, suchen sie überdurchschnittlich gute Flächen oder teurere Lagen und sind daher im Schnitt bereit, höhere Mieten zu zahlen. Vor allem in wirtschaftlich günstigen Phasen wie in den Jahren 2000 (+24 %) und 2005/2006 (ca. +15 %) mieteten sie deutlich über dem Marktdurchschnitt der fünf Metropolen.
 
„Dieser hohe Mietpreis-Durchschnitt resultiert im Besonderen aus großen und teuren Anmietungen in den besten Lagen, vor allem am Standort Frankfurt. Gerade im hochpreisigen Mietsegment (25-35 Euro/m²/Monat) schlagen ausländische Mieter im Vergleich deutlich häufiger zu. In den unteren Preisklassen sind sie hingegen proportional weniger vertreten als deutsche Mieter“, so Scheunemann.

 
* Eingeflossen in die Untersuchung sind rund 18 Mio. m² Büroflächenumsatz in fast 5.200 Vermietungsdeals-Abschlüsse ab 1.000 m² Flächengröße - im Beobachtungszeitraum zwischen 2000 und 2011