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Pressemitteilung

MIPIM, Cannes, London, Frankfurt

Europäischer Investmentmarkt für Industrie-Immobilien auf Vierjahres-Hoch


 
MIPIM, Cannes/London/Frankfurt, 6. März 2012 – Die europäischen Investitionen in Industrie-Immobilien* beliefen sich 2011 auf 9,9 Mrd. Euro, entsprechend einem Plus im Jahresvergleich von 18 %. Dazu beigetragen hat in den letzten drei Monaten 2011 ein Volumen von etwas mehr als 3 Mrd. Euro, das höchste Quartalsergebnis seit Ende  2007. In der Statistik rangiert 2011 damit  hinter den Boomjahren von 2006 und 2007 als Top 3.
 
„Die Zahlen zeigen, dass Industrie-Immobilien europaweit trotz konjunkturellem Gegenwind weiter ein beträchtliches Interesse auf sich ziehen“, so Penny Hacking, Leiterin European Industrial Capital Markets bei Jones Lang LaSalle. Und weiter: „Dabei beobachten wir eine steigende Nachfrage durch eine zunehmende Vielfalt an Investoren, insbesondere globale Player, die größere Portfolio-Transaktionen in Europa suchen.” 
 
60 % des gesamten Volumens entfielen auf drei Märkte: Großbritannien (mit einem Anteil von 40 %, entsprechend 4 Mrd. Euro), Deutschland (12 %, 1,2 Mrd. Euro) und Frankreich (9 %, 900 Mio. Euro) blieben die gesuchtesten Märkte. „Die Investitionstätigkeit konzentrierte sich verstärkt auf diese drei Märkte im Verlauf des zweiten Halbjahres, als die Investoren scharenweise auf solche Märkte mit einem großen Bestand an handelsfähigen Immobilien strömten, die sie als „sicheren Hafen“ einstuften“, so Alexandra Tornow, Leiterin EMEA Industrial and Logistics Research bei Jones Lang LaSalle. Von dem starken Wettbewerb um das begrenzte Angebot an Core-Assets auf den drei Core-Märkten profitierten auch  die benachbarten Benelux-Länder. Dort stieg das Volumen für 2011 um 126 % auf 820 Mio. Euro.
 
Das stärkste Wachstum wurde in den mittel- und osteuropäischen Core-Märkten Tschechische Republik, Ungarn, Polen und der Slowakei verzeichnet. Dort legte das Transaktionsvolumen um 156 % auf  630 Mio. Euro zu. Damit erreichte das in dieser Region investierte Kapital mit einem Anteil von 6 % am gesamteuropäischen Industrie-Immobilien-Volumen seinen bislang höchsten Anteil.  Gepusht wurde das Volumen durch zwei große Portfolio-Transaktionen in der Tschechischen Republik, die mehr als die Hälfte des mittel- und osteuropäischen Gesamtvolumens ausmachten. Ein Rückgang von fast 50 % im Jahresvergleich auf 260 Mio. Euro musste demgegenüber für Russland  notiert werden. Größere Schwankungen des Transaktionsvolumens auf dem russischen Industrie-Immobilien-Markt sind aufgrund der nach wie vor limitierten Verfügbarkeit von Produkten von internationalem Standard grundsätzlich nicht überraschend. Die Nachfrage nach Anlageobjekten solchen Standards ist nach wie vor vorhanden, die Transaktions-Pipeline für 2012 gut gefüllt.
 
In 2011 dominierten grenzüberschreitende Transaktionen** auf dem Markt für Industrie-Immobilien das Geschehen. Insgesamt kamen sie auf ein Volumen von 6,5 Mrd. Euro und einen Anteil von 65 % am europäischen Gesamtvolumen. Gegenüber 2010 legten solche Kapitaltransfers damit deutlich zu (+34 %). „Strukturelle Veränderungen auf dem Logistiksektor haben den Gebäudetyp in den letzten Jahren qualitativ nachhaltig beeinflusst. Die Assetklasse ist für viele institutionelle Investoren, vor allem für globale Player, erst dadurch interessant geworden“, so Alexandra Tornow.
 
Globale Kapitalsammelstellen waren für 38 % des europäischen Gesamtvolumens verantwortlich, im Vergleich zu 13% in 2010 and dem bislang höchsten Anteil von 30% in 2005. Mehr als die Hälfte dieses Kapitals (1,7 Mrd. Euro) wurde 2011 in Großbritannien angelegt, in Deutschland waren es 575 Mio. Euro. Die starke Fokussierung dieser Investorengruppe auf die wichtigsten westeuropäischen Investmentmärkte für Industrie-Immobilien zeigt den sicherheitsorientierten Anlagefokus dieser Gruppe. Allerdings: „Beispiele für Investitionen derselben Gruppe in Ländern wie Russland, Italien und Spanien stehen für die zunehmende Attraktivität neuer, an prominente Nutzer langfristig vermieteter, Logistik-Immobilien in Märkten mit einem mittelfristig höheren Wachstumspotential, gleichzeitig aber auch höherem Risiko“, fügt Penny Hacking hinzu.
 
Wenngleich der anhaltend starke Wettbewerb der Investoren um Core-Assets in einigen Märkten  2011 zu einer Renditekompression führte, blieb die gewichtete europäische Netto-Anfangsrendite insgesamt in den letzten drei Quartalen von 2011 stabil bei 7,40%. „Wir gehen davon aus, dass sich an diesem Renditeniveau 2012 nichts ändern wird. In Anbetracht der Tatsache, dass die Erwartungen für ein Mietpreiswachstum heruntergeschraubt wurden, wird auch das Kapitalwachstum in diesem Jahr eher  schwach bleiben“, so Alexandra Tornow. Angekurbelt durch die attraktive Verzinsung der laufenden Erträge (income return) werde sich aber die Investitionstätigkeit auf dem Industriesektor im laufenden Jahr in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2011 bewegen – vorausgesetzt die Risiken aus Staatsverschuldung und Eurokrise bleiben beherrschbar und die Unsicherheiten bei der Fremdkapitalfinanzierung weiten sich nicht aus.

 
* Berücksichtigt sind Logistik- und Industrieimmobilien in Gesamteuropa ab einer Transaktionsgröße von rund 3,5 Mio. Euro (5 Mio. USD)
 
** Bei grenzüberschreitenden Investitionen stammen Käufer, Verkäufer oder beide von außerhalb des Landes, in dem sich das Investitionsobjekt befindet