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Pressemitteilung

Frankfurt

Angebotsmangel verursacht verhaltenen Start auf dem Investmentmarkt für handelsgenutzte Gewerbeimmobilien

Jones Lang LaSalle beziffert das Retail-Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2012 mit 1,4 Mrd. Euro


 
Frankfurt, 09. Mai 2012 – Der Investmentmarkt für handelsgenutzte Gewerbeimmobilien startet verhalten in das Jahr 2012. Im ersten Quartal entfallen rund 27 Prozent des gesamten Gewerbeimmobilien-Transaktionsvolumens auf Shopping Center, Geschäftshäuser, Fachmarktprodukte und Warenhäuser. Jones Lang LaSalle notiert bis Ende März ein aufgelaufenes Transaktionsvolumen von rund 1,42 Milliarden Euro. Im ersten Quartal des Jahres 2011 hatte der entsprechende Wert noch bei 3,63 Mrd. Euro gelegen. Bei einer nach wie vor sehr starken Nachfrage ist das fehlende Angebot geeigneter Objekte der Auslöser für diesen Befund.

Jörg Ritter, Leiter Investment & Vermietung Einzelhandel Deutschland: „Das im ersten Quartal rückläufige Volumen ist nicht auf eine veränderte Grundstimmung im Markt zurückzuführen sondern allein angebotsbedingt. Die Investorennachfrage im Segment Einzelhandelsimmobilien ist weiterhin ausgesprochen groß. Auch fehlt es im Markt keineswegs an Liquidität. Der Engpass ist, gerade im großvolumigen Bereich, das fehlende Produkt. Aus unserer Sicht bietet der deutsche Retail-Investmentmarkt derzeit sehr gute Verkaufschancen, was sich im weiteren Jahresverlauf auch in den Volumina widerspiegeln wird.“

Renditen: Stabile Situation im Vergleich zum Vorquartal
Die Spitzenrenditen zeigen sich im Durchschnitt der Big 7-Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) im Vergleich zum Vorquartal im Wesentlichen stabil. Ritter weiter: „Gut aufgestellte Shopping Center liegen unverändert bei 5,0 Prozent. Bei den Fachmarktprodukten notieren wir 5,9 Prozent für große Fachmarktzentren und 6,5 Prozent für erstklassige einzelne Fachmärkte. Geschäftshäuser in 1a-Lagen liegen im Durchschnitt der Big 7-Standorte unverändert bei 4,16 Prozent.“

Shopping Center: Trotz weniger Großverkäufe weiterhin stärkste Retail-Anlageklasse
Trotz der vergleichsweise geringen Anzahl an großvolumigen Shopping Center-Transaktionen erreichte der Bereich im ersten Quartal innerhalb des Einzelhandelssegments mit 35 Prozent erneut den höchsten Anteil. Die beiden größten Transaktionen waren der Anteilsverkauf der Hamburger Europa Passage für 184 Mio. Euro und das Luisencenter in Darmstadt für 104 Mio. Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal 2011, das ein Transaktionsvolumen in Höhe von 1,78 Mrd. Euro notierte, fällt der aktuelle Wert jedoch deutlich niedriger aus.

Anke Haverkamp, Leiterin Shopping Center Investment Deutschland bei Jones Lang LaSalle kommentiert: „Im Vergleich zum Vorjahr zeigte 2012 einen schwachen Start. Das erste Quartal war durch starke Zurückhaltung der Shopping Center-Bestandhalter geprägt. Seit längerem zeigen sich aber wieder vermehrt Verkaufsüberlegungen auf Eigentümerseite und wir erwarten die Vermarktung zahlreicher, auch großvolumiger Produkte, noch vor dem Sommer. In den Transaktionszahlen werden sich diese Verkäufe aber wohl erst im zweiten Halbjahr niederschlagen.“
 
Geschäftshäuser: Erstklassige innerstädtische Objekte stark nachgefragt
 
Bei erstklassigen Geschäftshäusern in innerstädtischen 1a-Lagen hält die sehr gute Nachfrage unverändert an. Wie der Bereich Shopping Center bleiben aber auch die Geschäftshäuser mit einem Volumen von rund 363 Mio. Euro hinter dem Vorjahreszeitraum (Q1 2011: 460 Mio. Euro) zurück. Mangels Angebot kann die Nachfrage nicht in voller Höhe bedient werden. Mit einem Anteil von einem Viertel sind Geschäftshäuser dennoch die zweitstärkste Retail-Anlageklasse.
 
Fachmarktprodukte: Investoren suchen insbesondere große Fachmarktzentren
 
Insgesamt notiert Jones Lang LaSalle für Fachmarktzentren, einzelne Fachmärkte und Supermärkte / Discounter für das erste Quartal ein Anlagevolumen von 284 Mio. Euro (Q1 2011: 1,14 Mrd. Euro). Der im ersten Quartal 2011 realisierte Verkauf eines rund 700 Millionen Euro schweren Metro-Portfolios relativiert den deutlich unter dem Vorjahr liegenden Wert. Am stärksten schneiden die bei Investoren wegen ihrer defensiven Qualitäten geschätzten Fachmarktzentren ab, die mit rund 212 Mio. Euro 15 Prozent des gesamten Handelsimmobilien-Transaktionsvolumens ausmachen. Einzelne Fachmärkte erzielen mit 66 Mio. Euro einen Anteil von rund 5 Prozent. Der Bereich Supermärkte / Discounter startet sehr verhalten in das Jahr 2012.
 
Warenhäuser: Jeder zehnte in Handelsimmobilien investierte Euro entfällt auf Warenhäuser
 
Für Warenhäuser ermittelt Jones Lang LaSalle bis Ende März ein Investitionsvolumen von rund 165 Mio. Euro. Auch hier wird der Wert des Vorjahreszeitraums (Q1 2011: 246 Mio. Euro) nicht erreicht. Das von Einzelverkäufen geprägte Segment schneidet dennoch gut ab und repräsentiert rund 12 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens im ersten Quartal.
 
Investorengruppen: Versicherungen bauen Immobilienbestand auf - Anteil inländischer Akteure steigt
 
Wie von Jones Lang LaSalle im vergangenen Jahr prognostiziert, erweitern Versicherungsgesellschaften derzeit ihren Immobilienbestand. Besonders die Allianz hat mit den Investments in die Hamburger Europa Passage und das Q 207 in Berlin zur starken Stellung der Investorengruppe beigetragen, die fast ein Drittel des Retail-Anlagevolumens im ersten Quartal auf sich vereint. Weitere starke Käufergruppen sind Asset / Fund Manager mit 413 Mio. Euro (Anteil 29%) und Offene Fondsgesellschaften mit 187 Mio. Euro (Anteil 13%). Mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 1,02 Mrd. Euro kommen die genannten drei Investorengruppen auf einen Anteil am Retail-Anlagevolumen von über 70 Prozent. Weitere wichtige Investoren sind Projektentwicklungsgesellschaften und Privatinvestoren.
 
Der Anteil inländischer Käufer hat im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen. Zwei Drittel des Investmentvolumens gehen auf das Konto deutscher Investoren. Im ersten Quartal 2011 überwogen noch die internationalen Anleger mit einem Anteil von damals 56 Prozent.
 
Auf der Verkäuferseite dominieren Asset / Fund Manager, Banken und Projektentwicklungsgesellschaften das Marktgeschehen. Zusammen veräußerten die genannten Gruppen Einzelhandelsimmobilien im Wert von rund 675 Mio. Euro. Zudem treten Offene Fondsgesellschaften, Unternehmen und Privatinvestoren nennenswert in Erscheinung.
 
Auch auf der Verkäuferseite hat die Bedeutung inländischer Akteure zugenommen. Im ersten Quartal entfallen 72 Prozent des Transaktionsvolumens auf deutsche Verkäufer. Im Vorjahreszeitraum hatte der entsprechende Wert noch bei 57 Prozent gelegen.