Skip Ribbon Commands
Skip to main content

Pressemitteilung

Frankfurt

Hotelinvestmentmarkt in deutscher Hand - Performance schwächelt

Hotelmarkt Deutschland im 1. Halbjahr 2009


 
 
Frankfurt, 23. Juli 2009 – Der Hotelinvestmentmarkt Deutschland weist im ersten Halbjahr 2009 ein Volumen von rund 90 Mio. Euro aus. Lediglich vier Einzeltransaktionen* waren bis Ende Juni zu verzeichnen, im Portfoliobereich wurde keine Transaktion registriert. Das Minus beim Hotelinvestmentvolumen fällt mit 83 % dementsprechend drastisch aus. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2008 summierten sich neun Einzel-, drei Portfoliotransaktionen sowie vier Hoteltransaktionen im Rahmen von gemischt genutzten Immobilienportfolios auf ein Gesamtvolumen von knapp 600 Mio. Euro.
 
Die vergleichsweise geringe Investmentaktivität erlaubt nur bedingt einen Rückschluss auf den Gesamtmarkt. Dennoch ist auffällig, dass bei allen vier Transaktionen deutsche Investoren auf der Käuferseite standen: drei deutsche Immobilienfonds erwarben pachtgeführte Hotelimmobilien und eine deutsche Hotelgesellschaft akquirierte eine betreiberfreie Immobilie:  
  • Die WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds mbH, vertreten durch die Deka Immobilien GmbH, erwarb das NH Hotel Frankfurt-City (256 Zimmer). Jones Lang LaSalle Hotels hat die Deka bei dieser Transaktion beraten. Verkäufer waren die deutsche FOM Real Estate GmbH und das irische Investmentunternehmen Quinlan Private, die das Hotel zu je 50 % im Eigentum hatten.
  • Die deutsche Lloyd Fonds erwarb das 2-Sterne Hotel Motel One Nürnberg (199 Zimmer), Verkäufer war der Projektentwickler GBI.
     
  • Das im „Gateway Gardens“ am Frankfurter Flughafen entstehende Hotelprojekt Park Inn (209 Zimmer) wurde vom Fondshaus Hamburg gekauft. Mit Lang & Cie. Real Estate AG stand auch hier wiederum ein Projektentwickler auf der Verkäuferseite. Der Kaufpreis lag bei 27,5 Mio. Euro.
     
  • Der Steigenberger Badische Hof (139 Zimmer) in Baden-Baden wurde von der deutschen Hotelgesellschaft EP Group betreiberfrei erworben. Die EP Group betreibt das 4-Sterne Hotel jetzt unter der Marke Radisson Blu.
     

Trotz des sehr schwachen ersten Halbjahres hat sich in den vergangenen Wochen die Stimmungslage durchaus verbessert. Mehr als dies: es wurde vermehrt Aktivität von Investoren registriert, die sich auch in einigen Immobilientransaktionen im Büro- und Einzelhandelsbereich niedergeschlagen haben. „Daher gehen wir von einem stärkeren zweiten Halbjahr auf dem Hotelinvestmentmarkt aus – wenngleich die Volumina der vergangenen Jahre von einer Milliarde Euro oder mehr sicherlich nicht erreicht werden“, so Ursula Kriegl, Deutschlandchefin Jones Lang LaSalle Hotels.
 

Performancerückgang gegenüber dem Vorjahr (Januar bis Mai) regional unterschiedlich
 
Ähnlich der verhaltenen Aktivität auf dem Hotelinvestmentmarkt wirkt sich die Wirtschaftskrise auf die Performance der deutschen Hotelmärkte aus. Alle sechs untersuchten deutschen Hotelmärkte (4- und 5-Sterne Hotels) zeigen von Januar bis Mai 2009 ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
 
Am stärksten ist der Rückgang in Düsseldorf ausgefallen - der Room Yield (durchschnittlicher Zimmerpreis x Belegung) fiel um 35,9 % auf 61,70 Euro. Ausschlaggebend war das zyklische Messegeschäft. 2008 war ein sehr starkes Messejahr für Düsseldorf mit einigen großen Messen, vor allem mit dem seltenen Zusammenfallen der DRUPA (alle vier Jahre) und der interpack (alle drei Jahre). Ohne diese Leitmessen konnte an das Vorjahresergebnis - kaum überraschend - nicht angeknüpft werden. Wenngleich in geringerem Maße, verzeichnen auch andere deutsche Hotelmärkte deutliche Einbrüche. Bei drei Hotelmärkten liegen die Rückgänge im Room Yield bei rund 15 bis 16 % (München, Berlin und Frankfurt). Köln und Hamburg stehen vergleichsweise gut da, jeweils mit einem Minus von unter 10 % - Köln verzeichnet 7,9 % und Hamburg 8,3 %.
 
Der Hotelmarkt in Deutschland bekommt den Sparkurs der Unternehmen zu spüren. Unternehmen kürzen Reisebudgets und bringen ihre Mitarbeiter in preiswerteren Hotels unter – Stichwort Budgethotels. Außerdem wird grundsätzlich weniger gereist und, was die Hotellerie hierzulande besonders trifft, auch weniger getagt. Aber auch im privaten Umfeld ändert sich das Buchungsverhalten – die Wochenend-Städtetour wird aufgrund der unsicheren Zeiten weniger aufwändig gestaltet, auf später verschoben oder gänzlich gestrichen. „Gleichzeitig wächst durch die Vielzahl an Hotels in den Städten auch der Wettbewerb. Günstige Zimmerpreise sind die Folge – gut für den Hotelgast, schlecht für den Hotelier“, erläutert Kriegl.
 
Mit einer kurzfristigen Erholung ist nicht zu rechnen. 2009 wird ein schwieriges Jahr für Hoteliers, aber auch für Hoteleigentümer. Aufgrund der sinkenden Umsätze haben Hotels zunehmend mit ihren Pachtverpflichtungen zu kämpfen. „Damit werden sich Investoren und auch Banken zusehends auseinander setzen müssen - wir werden einerseits mehr Nachverhandlungen, andererseits aber auch Notverkäufe sehen“, meint Kriegl.
 
 
* Einzeltransaktionen in Deutschland mit einem Investitionsvolumen von mind. 10 Mio. Euro