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Pressemitteilung

Frankfurt

Jones Lang LaSalle Hotels zum Hotelinvestmentmarkt Deutschland: Zurückhaltung bei der Prognose


 

Presseinformation inklusive Chart [PDF]

 

Frankfurt, 2. Juli 2012 – Die schwache Ergebnisentwicklung des ersten Quartals 2012 auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt hat sich auch bis zur Jahreshälfte fortgesetzt. Bis Ende Juni summierte sich das Transaktionsvolumen* auf insgesamt rund 170 Mio. Euro und bewegt sich damit 65 % (H1 2011: ca. 500 Mio. Euro) unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Knapp 60 % weniger sind es im Vergleich zum 10-Jahresdurchschnitt (H1 2002-2011: rund 400 Mio. Euro). „Trotz teilweise großvolumiger Einzelhotelangebote oder auch ganzer Hotelportfolios, haben diese Objekte bislang nicht ihren Käufer gefunden“, stellt Thorsten Faasch, Leiter Investment Jones Lang LaSalle Hotels, fest und erklärt, „dass weiterhin die Engpässe bei Finanzierungen, aber auch umfangreicher werdende Due Diligence Prozesse zu dem enttäuschenden Ergebnis geführt haben.
 
Das Transaktionsvolumen in den ersten sechs Monaten 2012 setzt sich in etwa hälftig zusammen aus Einzel- und Portfoliotransaktionen. Mit acht Einzeldeals wurden rund 85 Mio. Euro umgesetzt (H1 2011: 10 Einzeltransaktionen mit rund 350 Mio. Euro und damit viermal so hoch). Der im Vergleich der beiden Halbjahre wesentlich geringere durchschnittliche Einzeltransaktionswert (H1 2012: ca. 11 Mio. Euro; H1 2011: ca. 35 Mio. Euro) resultiert vor allem aus dem aktuellen Mangel an großvolumigen Transaktionen. Im Gegensatz zu 2011 (allein der Verkauf des Radisson Blu Hotel Frankfurt und des Steigenberger Airport Hotel Berlin machten zusammen bereits rund 160 Mio. Euro aus) liegen die beiden bislang größten Einzeldeals bei zusammen unter 35 Mio. Euro, darunter der Verkauf des Suite Novotel in Hamburg an den VA-Domus Fonds der Deka Immobilien. 

 
Weitere Einzeltransaktionen:
  • Kurz vor Quartalsschluss hat der britische Investment Manager Internos das 3-Sterne Hotel Park Inn mit 152 Zimmern in Nürnberg für geschätzte rund 16 Mio. Euro für seinen Immobilien Spezialfonds gekauft. Verkäuferin war die GBI GmbH & Co KG, Berlin.
     
  • Vor Baubeginn bereits wurde das Hotel Motel One Mediapark in Köln an das nordrhein-westfälische Family-Office der Firma Bofrost veräußert. Das 216 Zimmer Hotel soll im Herbst 2013 eröffnet werden.
     
  • Das Accor Hotel All Seasons am Holsteinischer Kamp in Hamburg ging für knapp über 5 Mio. Euro an das französische Private-Equity Unternehmen LFPI Gestion.
 
Ebenfalls ca. 85 Mio. Euro entfallen bis zur Jahresmitte auf Portfoliodeals – eine Größenordnung, die das Vorjahresniveau um 40 % (H1 2011: 150 Mio. Euro) unterschreitet. Insgesamt wurden fünf Hotels in zwei kleinen Portfolien im Markt gehandelt. Neben dem Erwerb der drei Penta Hotels in Eisenach (138 Zimmer), Kassel (137 Zimmer) und Braunschweig (139 Zimmer) durch die HPI Germany Hotelbesitz GmbH, hat das britische Private-Equity Unternehmen Azure Properties die beiden Intercontinental Hotels Group (IHG) Häuser am Alexanderplatz in Berlin, Holiday Inn und Indigo, an den ebenfalls britischen Investor Invesco Real Estate für seinen Fonds Hotel Real Estate Fund II FCP veräußert.
 
Neben den institutionellen Anlegern und den Private Equity - Investoren, die zusammen einen Anteil am Transaktionsvolumen von rund 50% ausmachten, sind „merkliche Aktivitäten von vermögenden Privatpersonen, den High Net Worth Individuals (HNWI), festzustellen“. Bis Ende Juni komplettierten sie die Gesamtsumme des Halbjahresvolumens. „Dieser Trend kann sich durchaus in diesem Jahr fortsetzen“, so Thorsten Faasch. Die Käufergruppe sei weniger vom Kapitalmarkt abhängig und durchaus in der Lage, ein Hotel ohne Fremdfinanzierung und aus eigener Tasche zu bezahlen.
 
Das Verhältnis von deutschen und ausländischen Playern, zur Jahresmitte gemessen an der Anzahl der Transaktionen noch deutlich zu Gunsten der einheimischen Investoren ausgefallen (9:4), dürfte sich im zweiten Halbjahr verschieben. „Wir gehen derzeit davon aus, dass aufgrund der immer noch merklich stabileren wirtschaftlichen Lage in Deutschland das Kapital internationaler Investoren seinen Weg zu uns finden wird. Der Anlagedruck vieler Unternehmen ist groß, demgegenüber steht eine durchaus vorhandene Bereitschaft zu verkaufen, wenn die Bedingungen nicht überzogen sind. Davon werden neben den „Kernmärkten“ in Deutschland (BIG 6) auch vermehrt die ‚Secondaries’ profitieren“, erklärt Faasch. „Dass das Vorjahresergebnis von knapp einer Milliarde Euro erreicht wird, ist zur Jahresmitte allerdings mehr als unwahrscheinlich geworden.“
 
 
* Jones Lang LaSalle Hotels berücksichtigt Einzeltransaktionen mit einem Investitionsvolumen von mindestens 5 Mio. Euro sowie Portfoliotransaktionen mit Objekten ausschließlich in Deutschland. Ebenso enthalten sind deutsche Hotels, die als Teil von grenzüberschreitenden Portfolioverkäufen veräußert werden.