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Pressemitteilung

Frankfurt

Deutscher Lager-/Logistikflächenmarkt: Normalität auf hohem Niveau


Presseinformation inklusive Übersichtstabellen [PDF]

 

Frankfurt, 26. Juli 2012 – Im ersten Halbjahr 2012 wurde auf dem deutschen Lager- und Logistikflächenmarkt ein Flächenumsatz (Eigennutzer und Vermietungen) von insgesamt 2,3 Mio. m² registriert, damit 23 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch markiert das Volumen das zweitbeste Ergebnis eines ersten Halbjahres in den letzten fünf Jahren. Dessen Durchschnitt wurde um 10 % übertroffen. „Das von uns für 2012 erwartete Umsatzvolumen in einer Größenordnung bis zu 4,5 Mio. m² wäre eine erfreuliche Marke jenseits des 5-Jahresschnitts. Rekordvolumina wie im letzten Jahr sind die Ausnahme, nicht die Regel“, so Rainer Koepke, Leiter Industrie Immobilien Jones Lang LaSalle Deutschland. Und weiter: „Jetzt ist Normalität auf hohem Niveau angesagt. In diesen nicht wirklich einfachen Zeiten mit täglich neuen Botschaften rund um die Eurokrise eine bemerkenswerte deutsche Entwicklung.“

 
 
Trotz weitgehend stabiler Nachfrage Umsatzrückgang in den Big 5 Ballungsräumen 
 
In den Big 5 Ballungsräumen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt inkl. Wiesbaden/Mainz, Hamburg und München) wurden in den ersten sechs Monaten rund 774.000 m², damit 35 % weniger als im ersten Halbjahr 2011 umgesetzt. Der 5-Jahres-Durchschnitt wurde um 5 % unterschritten. Der Rückgang betrifft Vermietungs- und Eigennutzerumsätze gleichermaßen. „Das schwache Ergebnis in den Big5 überrascht nicht: Knappes Flächenangebot im Bestand, kaum spekulative Projektentwicklung, wenige und teure Grundstücke bleiben limitierende Faktoren für den Umsatz und bieten auch für die zu Jahresbeginn so aktiven Eigennutzer nur wenig Möglichkeiten“, so Koepke. Mit Minus 40 % ist das Anmietungsvolumen in der Größenordnung ab 5.000 m² im Jahresvergleich überproportional zurückgegangen. Dabei ist die Nachfrage in meisten Regionen stabil, kann aber vielfach nicht bedient werden. Bis auf München (Minus 4 %) notierten alle Big 5 Regionen einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich (von Minus 32 % in Berlin und Düsseldorf bis Minus 46 % in Hamburg). Die Region Hamburg führt mit einem Umsatzvolumen von rund 208.000 m² die Statistik an vor Berlin und Frankfurt mit 170.000 m² bzw. 165.000 m². Der größte Deal des ersten Halbjahres innerhalb der Big 5 wurde in der Region Frankfurt registriert: die Robert Bosch GmbH mietete ca. 30.000 m² in Butzbach/Langgöns. Auf Platz 2 und 3 landeten zwei Deals aus der Hamburger Region (Eigennutzerdeals von Wellensteyn in Norderstedt bei Hamburg mit knapp 30.000 m² sowie von PCH Packing Center GmbH in Hamburg-Wilhelmsburg).
 
36 % des in den Big 5 umgesetzten Volumens entfällt auf Unternehmen aus dem Bereich Transport/Verkehr/Lagerhaltung, weitere 28 % bzw. 22 % auf Industrie- und Handelsunternehmen. Betrachtet man nur die Umsätze ab einer Größe von 5.000 m², so liegt der Anteil der erstplatzierten Branche mit rund 44 % allerdings deutlich höher.
 
Die Spitzenmiete für Lagerflächen in der Größenordnung ab 5.000 m² blieb im ersten Halbjahr in allen betrachteten Regionen stabil. Die höchsten Werte werden in den Regionen München (6,30 Euro/m²/Monat) und Frankfurt (6,00 Euro/m²/Monat) erzielt, der niedrigste Wert mit 4,70 Euro/m²/Monat in der Region Berlin. „Wir erwarten bei den Spitzenmieten auch im weiteren Jahresverlauf eine stabile Entwicklung“, so Koepke.
 
Die gewichtete Durchschnittmiete in den Big5-Ballungsräumen liegt über alle Flächengrößen hinweg bei 4,43 Euro/m²/Euro. Regional differenziert zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Spitzenmiete: München liegt dabei vorn mit 5,66 Euro/m²/Monat. 
 
 
Großanmietungen wie im Vorjahr nicht in Sicht - Umsatz außerhalb der Big 5 Ballungsräume trotzdem über langjährigem Durchschnitt  
 
Der Umsatz außerhalb der Big 5 Ballungsräume* hat mit ca.1,5 Mio. m² den Vorjahreswert zwar um 15 % unter-, den 5-Jahresschnitt gleichzeitig um 18 % überschritten. Für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren die Vermietungsumsätze verantwortlich, sie verbuchten ein Minus von 24%, Umsätze durch Eigennutzer blieben dagegen fast auf gleichem Niveau (-3 %). „Weit besser als die Ballungsräume performen die sich immer besser entwickelnden Regionen außerhalb der Big 5. Ein großer Vorteil ist die Verfügbarkeit von Grundstücken: entsprechend entfielen drei Viertel des Umsatzes außerhalb der Big 5 im ersten Halbjahr auf Neubauten/Projektentwicklungen“, so Koepke. In den Big 5 liegt der vergleichbare Anteil bei 26%. Der Anteil der Eigennutzer bei Neubauten/Projektentwicklungen liegt bei 59 %, damit im bundesweiten Durchschnitt der letzten Jahre, der Rest entfällt auf nutzerspezifische Projektentwicklungen.
 
Die Region Rhein-Neckar verzeichnete mit ca. 170.000 m² die höchsten Umsätze, das Ruhrgebiet folgt mit ca. 170.000 m², ebenfalls über 100.000 m² erreichen die Regionen Bremen (ca. 137.000 m²) und Nürnberg (113.000 m²). Die größte Anmietung außerhalb der Big 5, damit auch bundesweit, wurde in Niederaichbach bei Landshut durch BMW mit 43.000 m² registriert.
Auch außerhalb der Big 5 Ballungsräume dominieren drei Branchen das Umsatzgeschehen. Knapp die Hälfte des Umsatzvolumens entfiel auf Unternehmen aus der Branche Transport/Verkehr/Lagerhaltung. Industrieunternehmen, die von der guten Konjunkturlage profitieren, folgen mit 31 %, vor Handelsunternehmen mit 19 %. „2011 hatte außerhalb der Big 5 allein Amazon an fünf Standorten insgesamt rund 500.000 m² angemietet. Anmietungen von einem einzigen Nutzer in einer solchen Größenordnung sind für 2012 nicht absehbar. Anders als noch in 2009-2010 sind auch die Expansionen der Discounter/Handelsketten inzwischen weitgehend abgeschlossen. Das Wachstum von Internethändlern - mit einigen Neubauprojekten von 10.000 bis 50.000 m² - wird allerdings weiterhin den Markt beleben“, so Koepke abschließend.
 
* In diese Zahlen fließen ausschließlich Flächenumsätze ab einer Größe von mindestens 5.000 m² ein