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Pressemitteilung

Hamburg

Hamburger Logistikmarkt: Flächenknappheit im Stadtgebiet lässt Bauvolumen ansteigen


Presseinformation inklusive Chart [PDF]

 

Hamburg, 25. Oktober 2012 - Das dritte Quartal 2012 hat die Erwartungen auf dem Hamburger Lager- / Logistikflächenmarkt deutlich übertroffen. Mit über 200.000 m² wurden mehr als doppelt so viele Flächen als in den ersten drei Monaten und über 50 % mehr gegenüber dem zweiten Quartal umgesetzt. Für das Dreivierteljahr kann damit ein Volumen von rund 432.000 m² notiert werden. Das erste recht schwache Halbjahr konnte zumindest im Jahresvergleich durch dieses sehr erfreuliche Ergebnis nicht mehr abgefangen werden: die ersten neun Monate 2012  zeigen einen Rückgang von einem Drittel. Anders sieht es beim 5- und 10-Jahresschnitt aus: der wurde immerhin um 15 % bzw. 38 % übertroffen. Ähnlich positiv ist die Entwicklung im laufenden Jahr bei der Anzahl der Deals. Die nahmen über die drei Quartale sukzessive zu. Aber auch hier gilt: mit 120 Abschlüssen deutlich weniger als zum gleichen Zeitpunkt in 2011.
Im dritten Quartal wurden vier Deals über 10.000 m² registriert, darunter der zweitgrößte im laufenden Jahr durch den Outsourcing-Dienstleister Arvato im Teilmarkt Harburg/südlich der Elbe (ca. 26.300 m²). Damit erhöhte sich die Anzahl in der genannten Flächenkategorie auf neun Abschlüsse für das erste Dreivierteljahr, die  über 40 % des Umsatzes generiert haben. Wie außergewöhnlich stark das Jahr 2011 war, wird beim Vergleich dieser Zahlen deutlich: vom ersten bis einschließlich dritten Quartal gab es im Vorjahr 18 Deals, also doppelt so viele, mit einem fünfstelligen  Quadratmetervolumen.
 
„Trotz des überraschend guten Verlaufs in den vergangenen drei Monaten und der Anpassung des erwarteten Gesamtjahresumsatzes auf ca. 550.000 m² erwarten wir für das vermeintlich stärkste, vierte Umsatzquartal keine Fortsetzung dieser überdurchschnittlichen Aktivitäten“, so Per McKinnell, Leiter Industrie Immobilien Jones Lang LaSalle Hamburg. Dafür sei der Mangel an adäquaten, „Multi-User-Flächen“ im Stadtgebiet zu groß.
 

Harburg/südlich der Elbe weist mit insgesamt rund 130.000 m² (Q 1 –Q 3) zwar das höchste Umsatzvolumen auf Basis der meisten Deals über 10.000 m² auf  (mit einem Anteil von 30 %), wird aber bei der Anzahl der Abschlüsse von Billbrock-Billwerder-Billstedt übertroffen. Das deutlich geringere Volumen (ca. 68.000 m²) weist darauf hin, dass an diesem Standort die Mietverträge  deutlich weniger Flächenvolumen aufwiesen. 
 
Mit knapp 40 Abschlüssen ist nahezu die Hälfte des Flächenumsatzes der Branche Transport/Verkehr/ Lagerhaltung zuzuordnen. Auf Platz zwei bleibt der Handel mit ca. 96.000 m², gefolgt von der Industrie mit ca. 74.000 m². 
 
Das Bauvolumen hat im 3. Quartal deutlich zugelegt – vor allem bei nutzerspezifischen Projektentwicklungen und Eigennutzern. Nach rund 62.000 m² im zweiten Quartal waren Ende September rund 132.000 m² im Bau, davon lediglich 8.000 m² nicht vermietet. Fertig gestellt im vierten Quartal werden vom gesamten Bauvolumen noch rund 10.000 m². Damit läge das Fertigstellungsvolumen bei 96.000 m², entsprechend einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 18 %, gegenüber dem 5-Jahresschnitt von 43 %. 
 
Die Spitzenmiete für Lagerflächen ab 5.000 m² bleibt wie im Vorquartal bei 5,50 Euro / m² / Monat. Die meisten Abschlüsse wurden zwischen 4,00 und 5,00 Euro / m² / Monat realisiert. „Trotz des knappen Angebots erwarten wir auch weiterhin keinen Anstieg der Spitzenmiete, da das Umland eine echte Konkurrenz zum Stadtgebiet darstellt“, so McKinnell. „Hier gibt es ausreichend adäquate built- to-suit-Flächen, vor allem südlich der Elbe, im östlichen Hamburg, aber auch im Norden mit einem potentiellen Gesamtvolumen von rund 60.000 m², für die auch Nutzeranfragen vorhanden sind“. Allerdings würden diese Flächen erst in 2013  fertig gestellt werden können. „Auch wenn die Rekordumsätze nicht annähernd erreicht werden: der Logistikmarkt in Hamburg hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und bewegt sich auf einem nach wie vor überdurchschnittlich hohen Niveau – trotz der voraussichtlich 20 - 25% Umsatzeinbußen in diesem Jahr“, so der Logistikexperte.
 
Mit Blick auf die Bedeutung des Hafens merkt Andreas Wende, Niederlassungsleiter Jones Lang LaSalle Hamburg allerdings an: „Der Stopp der Elbvertiefung ist ein Rückschlag für den Standort Hamburg insgesamt und insbesondere den Lager-/Logistikmarkt. Das bevorstehende Verfahren wird Zeit brauchen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern.“