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Pressemitteilung

Frankfurt

Mainz gegen den Rest der Republik - Mainzer Bürovermietungsmarkt im 1. Halbjahr 2009


 
 
Frankfurt, 11. August 2009 – Der Büromarkt der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt lässt sich in vielerlei Hinsicht nicht direkt mit den Büromärkten der deutschen Immobilienhochburgen vergleichen. Einerseits aufgrund seiner vergleichsweise geringen absoluten Größe, andererseits aufgrund seiner aktuellen Entwicklung.
 
Mainz hat mit ca. 1,25 Mio. m² Bürofläche für seine Größe zwar einen beachtlichen Büroflächenbestand, liegt damit allerdings trotzdem weit zurück im Vergleich zu seinem Pendant auf der anderen Rheinseite (Wiesbaden: ca. 2,23 Mio. m²) und den Big 6, beispielsweise Stuttgart mit 8,2 Mio. m² oder Frankfurt mit 11,79 Mio. m².
 
Mit seinen Konkurrenten vergleichbar ist andererseits auch nicht die Entwicklung des Mainzer Büromarktes im 1. Halbjahr 2009 - denn im Gegensatz zu Wiesbaden und den Immobilienhochburgen konnte Mainz auf seinem Büromarkt rekordverdächtige Ergebnisse in Bezug auf Umsatz- und Leerstandsvolumen verbuchen.
 
Auf den ersten Blick mag der im ersten Halbjahr 2009 erreichte Büroflächenumsatz von 28.800 m² überraschen. Denn dieser schlägt fast alle bislang dagewesen Umsätze eines ersten Halbjahres. Nur im Jahr 2001 gab es mit 29.100 m² einen geringfügig höheren Umsatz im ersten Halbjahr. Schon nach sechs Monaten wurde bereits das Ergebnis aus dem gesamten Jahr 2008 (28.300 m²) erreicht. Selbst das Halbjahresvolumen in Wiesbaden konnte Mainz um 13% toppen. Und auch im langfristigen Vergleich ist ein Plus von 77% gegenüber dem 5-Jahresdurchschnitt des jeweils ersten Halbjahres (16.300m²) sowie ein Plus von fast 90% gegenüber dem durchschnittlichen Umsatzvolumen des jeweils ersten Halbjahres in den letzten 10 Jahren (15.300m²) zu notieren.
 
Relativiert werden diese Zahlen beim zweiten Blick auf die Umsätze der beiden ersten Quartale 2009. Hauptsächlich verantwortlich für dieses Ergebnis war nämlich der Umsatz im ersten Quartal (24.400 m²). Der Wert von 4.400 m² im zweiten Quartal liegt wiederum – im langfristigen Vergleich -  bei lediglich 60 % eines durchschnittlichen Quartalsergebnisses.
 
Das hohe Umsatzergebnis von Januar bis Juni 2009 wurde vor allem generiert durch die Branche Ausbildung, Gesundheit, Soziales, mit allein knapp 10.000 m², entsprechend einem Anteil von 34%. Möglich machte dies erst der Auszug der Ministerien aus ihrem Interimsquartier im „Bürokomplex Taubertsberg“ am Hauptbahnhof; denn die Nachvermietung dieser Büros an die Universität Mainz (ca. 6.000 m²) sowie an das Medizinische Versorgungszentrum (ca. 6.200 m²) lieferte den größten Umsatzanteil dieser Branche. „Versicherungen / Pensionskassen“ lagen mit 6.600 m² und einem Anteil von 23% auf dem zweiten Rang.
 
„Der Mainzer Bürovermietungsmarkt war schon in der Vergangenheit öfter gekennzeichnet durch vergleichsweise großvolumige Mietvertragsabschlüsse, die innerhalb kürzester Zeit unterschiedliche Quartalsergebnisse zur Folge hatten“, so Carlo Schöps, Leiter der Bürovermietung Mainz bei Jones Lang LaSalle. Und weiter: „Das sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass es - quer durch alle Branchen - im ersten Quartal allein sieben Abschüsse über 1.000 m² gab, ein für einen Dreimonatszeitraum außergewöhnlicher Wert“.
 
Traditionell verbucht in Mainz die Innenstadt den größten Umsatzanteil. Der Anteil lag im ersten Halbjahr aufgrund der beschriebenen Anmietungen mit 70 % ebenfalls außergewöhnlich hoch. Weisenau / Großberg folgt auf Platz zwei mit rund 24%. Ebenfalls bei 70 % liegt der Anteil des Umsatzes in hochwertigen Flächen, 30 % des Umsatzes wurden durch Anmietungen in Flächen mittlerer Qualität generiert.
 
Seit Ende 2008 gab es einen Rückgang der Leerstandsquote (inklusive Untermietflächen) um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 %. Sie liegt damit so niedrig wie seit sieben Jahren nicht mehr – im deutschlandweiten Vergleich wiederum ein eher gegenläufiger Trend. Gleichfalls einen Sieben-Jahres-Tiefstand verbucht das Leerstandsvolumen mit 69.500 m². Erst im 2. Halbjahr dieses Jahres und in 2010 wird der Leerstand voraussichtlich erstmals wieder ansteigen, denn genau dann kommen vermehrt freiwerdende „Altflächen“ in der Folge von Neubaufertigstellungen und Umzügen auf den Mainzer Büromarkt.
 
Hingegen werden - wie bereits seit Anfang des Jahres - auch im weiteren Jahresverlauf 2009 keine spekulativen Flächen auf den Markt kommen. Frühestens 2010 könnten dem Markt wieder unvermietete Flächen in einer Größenordnung von nicht ganz 10.000 m² zur Verfügung stehen.
 
Die Spitzenmiete liegt bereits seit Ende 2007 bei 12,00 Euro / m² / Monat auf stabilem Niveau. Kurzum: der Büromarkt in der Domstadt trotzt der Krise. Mainz im Gegensatz zum Rest der Republik.