Skip Ribbon Commands
Skip to main content

Pressemitteilung

Frankfurt

Immobilienperspektiven international tätiger Rechtsanwaltskanzleien und die Wirkungen auf die globalen Immobilienmärkte - In Deutschland eine bemerkenswerte Nutzergruppe

Neuer Report von Jones Lang LaSalle


Presseinformation inklusive Charts [PDF]

 

Frankfurt, 22. November 2012 - Die Immobilientrends von Anwaltskanzleien illustrieren lebhaft die derzeitige Polarisierung der Weltwirtschaft. Mit der neuesten Ausgabe des jährlich erscheinenden Reports „Global Law Firm Perspective“, darunter erstmals auch mit Aussagen zu den deutschen Immobilienhochburgen, liefert Jones Lang LaSalle eine Untersuchung aus Branchenperspektive. Der Report stellt die aktuellen Bedingungen in weltweit mehr als 30 reifen und den aufstrebenden Immobilienmärkten vor. Dabei werden mit Blick auf die Marktgegebenheiten und -chancen erhebliche Unterschiede deutlich. 
 
Die wichtigsten globalen Trends dieser speziellen Branche auf einen Blick:
  • Die Expansion internationaler Rechtsanwaltskanzleien aus den etablierten Märkten,  korrespondiert mit der Entwicklung der aufstrebenden Wachstumsmärkte in Asien und Afrika.  China ist dabei bereits seit längerem im Fokus, die Öffnung des Rechtssektors in Korea hat erste Vorstöße westlicher Kanzleien eingeleitet. In EMEA gehören Casablanca und Istanbul zu den bedeutendsten neuen Standorten.
     
  • Multinationale Unternehmen treiben das Outsourcing rechtlicher Aufgabenstellungen voran und fördern auf diese Weise die Expansion internationaler Rechtsanwaltskanzleien. Entweder werden immer mehr juristische Tätigkeiten an externe Spezialisten vergeben oder größere Unternehmen, insbesondere in Großbritannien und in den USA, bauen ihre eigenen Shared Services-Gesellschaften in Niedriglohnländern auf. In Deutschland ansässige Kanzleien zeigten sich diesbezüglich bislang zurückhaltend.
     
  • Die wachsende Zahl von Mergers & Acquisitions und Allianzen in der Rechtsanwaltsbranche tragen weiter dazu bei, die globalen Strukturen der Kanzleien umzugestalten. M & A-Aktivitäten, sowohl grenzüberschreitende, als auch solche zwischen mittelgroßen britischen Kanzleien, nehmen eindeutig zu. Einige internationale Firmen haben sich zusammengeschlossen mit lokalen Firmen, beispielsweise in Casablanca Bird & Bird mit El Amari & Associés. 
     
  • Neue Trends im Bereich Workplace Solutions nehmen unmittelbar Einfluss auf die Immobilienentscheidungen internationaler Rechtsanwaltskanzleien. In Nordamerika und in Europa nutzen die Kanzleien weniger Bürofläche pro Anwalt, wobei sie neue Arbeitsplatz-Strategien zur Steigerung von Produktivität und Effizienz zum Einsatz bringen, häufig ausgelöst durch das Auslaufen bestehender Mietverträge. 
     
  • Obwohl die Standortwahl weniger durch die Marktgegebenheiten auf dem Immobilienmarkt  bestimmt wird, als vielmehr durch Gründe des operatives Geschäfts können  solche Marktparameter wie etwa Mietpreisniveaus sowie Incentives bei Anmietungen, die sich auf den einzelnen Immobilienmärkten signifikant unterscheiden, erheblichen Einfluss auf die Profitabilität der Unternehmen haben.
Anwaltskanzleien in Deutschland eine bemerkenswerte Nutzergruppe  
 

„London ist das wichtigste Zentrum für Anwaltskanzleien  in Europa, aber Deutschland ist in vieler Hinsicht das wichtigste Land - mit der in der Region derzeit immer noch stärksten Wirtschaftskraft“, so Randall White, Tenant Representation Jones Lang LaSalle Deutschland. Während in anderen Ländern auch die großen Kanzleien durch Konsolidierungen von sich reden machen, profitiert die Branche hierzulande nicht nur von der nach wie vor relativ positiven Entwicklung der deutschen Wirtschaft, sondern auch von der föderalen Struktur. Anders als in Großbritannien oder auch Frankreich gibt es hierzulande nicht nur eine Stadt, die die juristische Landkarte dominiert. Berlin,  Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart, die Big 6 der deutschen Immobilienmärkte, kommen im Zeitraum von 2007 bis zum Halbjahr 2012 auf 927 Deals mit Flächenumsätzen (angemietet oder Eigennutzerflächen) in einer Größenordnung von 753.000 m².
 
Zur Mitte des laufenden Jahres lag der Umsatzanteil der Anwaltskanzleien an der unternehmensbezogenen Dienstleistungsbranche zwischen 12,5% in Düsseldorf und 39,2 % in Stuttgart. Für diesen relativ hohen prozentualen Anteil in der Schwabenmetropole und mit knapp 15.000 m² Top 2- Position beim Volumen sorgte der mit rund 10.000m²  bis dato größte Deal einer Rechtsanwaltskanzlei (Gleiss Lutz  & Partner). Die meiste Fläche dieser speziellen Branche in den beiden ersten Quartalen wurde mit rund 16.000 m² in München umgesetzt. Auf dem dritten Platz lag Frankfurt mit rund 13.000 m². 
 
Teilweise zurückzuführen auf das höchste Neubau-Niveau bei 1A-Fläche verfügt Frankfurt mit Abstand über die meisten Kanzleien, die auf dem Markt aktiv sind. „Rund 50.000 m² könnten in den nächsten zwei Jahren zum Abschluss kommen“, so Randall White. Das Mietpreis-Niveau und die Flächenverfügbarkeit ist von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich: In der deutschen Finanzmetropole wurden Mitte des Jahres dabei die mit 26,67 Euro/m²/Monat die bei weitem höchsten Durchschnittsmieten erzielt. Auch die bayerische Landeshauptstadt  bewegt sich mit 23,71 Euro/Monat  noch über der 20 Euro-Marke. Bevorzugt werden dabei Lagen im CBD, also den zentralen Standorte in den Innenstadt. Allerdings können die Maximummieten, als höchste registrierte nominale Nettokaltmiete, deutlich darüber liegen. 
 

Was führt zu der immobilen Bedeutung der Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland?
 
  • Das Recht am geistigen Eigentum gewinnt an Bedeutung. Deutschland hat einige der aktivsten Patentgerichte in Europa. Mehrere aufsehenerregende Prozesse haben im vergangenen Jahr stattgefunden. Dies hat insbesondere in Düsseldorf und München zu einer verstärkten Nachfrage geführt.
     
  • Deutschland nimmt als europaweit stärkste Wirtschaftsnation bei IP Rechtsstreitigkeiten eine führende Rolle ein.
     
  • Inländische Kanzleien haben internationale Pläne. Einige größere Wirtschaftskanzleien wie Noerr, Luther und Beiten Burkhardt haben Geschäftsstellen in anderen Ländern gegründet, mit besonderem Schwerpunkt in London, Brüssel und Singapur.
     
  • Neue Player und damit neue Büroanmietungen. Kanzleien wie Pinsent Masons, Herbert Smith und Berwin Leighton Paisner haben Geschäftsstellen in Deutschland eröffnet oder deren Eröffnung angekündigt. Bereits bestehende Kanzleien haben in diesem Jahr eine zweite oder dritte Geschäftsstelle aufgemacht, so z.B. Jones Day in Düsseldorf, Quinn Emanuel in Hamburg und McDermott in Frankfurt.

 
„Die meisten der großen internationalen Rechtsanwaltskanzleien haben zwar bereits eine Präsenz in Deutschland. Wir erwarten aber, dass einige Player einen zweiten oder dritten Standort eröffnen werden, insbesondere in Düsseldorf und Hamburg. Nach heutigem Stand werden in den kommenden ein bis zwei Jahren einige Landmark Deals aus der Branche in Frankfurt und Berlin realisiert werden“, so Randall White. Und weiter: „Rechtsanwaltskanzleien bleiben also eine bemerkenswerte Nutzergruppe auf den Immobilienmärkten der deutschen Immobilienhochburgen, auch wenn die Wachstumsrate der letzten beiden Jahre in 2012 und 2013 nicht erreicht werden wird. Nicht zu übersehen ist freilich auch, dass die Firmen bei ihren Standort- und Flächenentscheidungen wieder vermehrt Kosteneinsparungspotenziale in den Vordergrund stellen“, so der Experte.