Deutscher Markt für Logistikflächen mit zweitbestem Jahresstart

Umsatz von Flächen in der Größenordnung ab 5.000 m² sinkt deutlich

02. Mai 2019

FRANKFURT, 2. Mai 2019 – „Von einem einbrechenden Vermietungsmarkt für Logistikimmobilien kann nicht die Rede sein“, sagt Frank Weber, Head of Industrial Agency JLL Germany. Auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen wurden im ersten Quartal 2019 mit 1,68 Millionen m² zwar 14 Prozent weniger Flächen umgesetzt (Eigennutzer und Vermietungen) als im ersten Quartal des Rekordjahres 2018. „Doch insgesamt ist das das zweitbeste Ergebnis eines ersten Quartals in den vergangenen zehn Jahren“, so Weber und weiter: „Die Flächen werden immer knapper, das macht sich natürlich auch beim Umsatz bemerkbar. Die Nachfrage ist und bleibt aber stabil.“

Mit 25 Prozent sanken im ersten Quartal dieses Jahres vor allem die Umsätze durch Eigennutzer deutlich. Die Vermietungsumsätze fielen nur um 8 Prozent. Letztere machen 69 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Berlins Flächenumsatz steigt um 18 Prozent

In den Big 5-Ballungsräumen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 371.000 m² umgesetzt und damit 31 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018. Die Region Frankfurt erzielte mit 114.000 m² den höchsten Flächenumsatz, dicht gefolgt von Berlin mit 110.000 m². Doch während Frankfurt im Jahresvergleich ein Minus von 33 Prozent verbuchte, konnte Berlin als einzige Big 5-Region ein Plus erzielen (18 %). Hamburg, München (jeweils minus 39 %) und Düsseldorf (minus 65 %) liegen deutlich hinter den Ergebnissen des Vorjahres. Berlin profitierte dabei vom bisher größten Abschluss: In Schönefeld, im südlichen Umland, mietete ein Online-Unternehmen rund 31.000 m² Logistikfläche in einer Projektentwicklung.

Handelsunternehmen führen die Umsatzstatistik in den Big 5-Ballungsräumen mit einem Anteil von 40 Prozent an. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Unternehmen aus dem Bereich Transport, Verkehr und Lagerhaltung (22 %), sowie Industrieunternehmen, die 19 Prozent der Flächen nachfragten.

Umsatz von Flächen in der Größenordnung ab 5.000 m² sinkt deutlich

Auffallend zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr der Umsatz von Flächen in der Größenordnung ab 5.000 m²: Nur 18 Abschlüsse (195.000 m²) wurden im ersten Quartal registriert. In den ersten drei Monaten des Vorjahres waren es noch 33 Abschlüsse (378.000 m²). „Dies liegt vor allem daran, dass weniger Flächen in dieser Größenordnung verfügbar sind, was auch mit längeren Genehmigungszeiten für die Grundstücksausweisung zusammenhängt“, so Weber. Im ersten Quartal kamen nur 93.000 m² Lagerfläche auf den Markt und davon waren bereits rund 95 Prozent vergeben. Aktuell befinden sich in den Big 5 rund 665.000 m² im Bau. Nur 18 Prozent der Flächen sind allerdings noch nicht vermietet. Am meisten wird derzeit in den Regionen Frankfurt und Berlin gebaut.

Die größten Abschlüsse machten BMW, VW und Puma

Außerhalb der Big 5 Ballungsräume* wurden im ersten Quartal dieses Jahres rund 1,3 Millionen m² umgesetzt, 7 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018. Der Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre wurde allerdings um 16 Prozent übertroffen. Umsatzstärkste Region ist das Ruhrgebiet mit rund 220.000 m². Auf Platz 2 und 3 folgen mit einigem Abstand die Regionen Rhein-Neckar (71.000 m²) und Osnabrück/Münster (68.000 m²).

Während Handelsunternehmen und Unternehmen aus dem Bereich Transport, Verkehr und Lagerhaltung für je 30 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich zeichneten, kam die stärkste Nachfrage mit einem Anteil von 36 Prozent am Gesamtumsatz von Industrieunternehmen, die auch für die drei größten Abschlüsse des ersten Quartals sorgten: Für BMW wurde mit dem Bau einer rund 100.000 m² großen Logistikhalle in Dingolfing begonnen, VW mietete 87.000 m² in Kösching und der Sportartikelhersteller Puma unterzeichnetet einen Vertrag über ein 63.500 m² großes Zentrallager in Geiselwind. Alle Flächen sollen 2020 fertig gestellt werden. Insgesamt wurden knapp 70 Prozent aller Flächenumsätze in Neubauten und Projektentwicklungen getätigt.

Spitzenmieten steigen nur in Hamburg

Die Spitzenmieten für Lagerflächen in der Größenordnung ab 5.000 m² blieben im ersten Quartal weitestgehend stabil mit leichter Tendenz nach oben. In den Regionen München (7,10 €/m²/Monat), Frankfurt (6,00 €/m²/Monat), Berlin (5,50 €/m²/Monat) und Düsseldorf (5,40 €/m²/Monat) tat sich nichts. Nur in der Region Hamburg kletterte die Spitzenmiete von 5,80 auf 6,00 €/m²/Monat.

* In diese Zahlen fließen ausschließlich Flächenumsätze ab einer Größe von mindestens 5.000 m² ein (Eigennutzer und Vermietungen)

 

Für Rückfragen: Frank Weber, Head of Industrial Agency JLL Germany, +49 (0) 89 290088 110, Frank.Weber@eu.jll.com