Pressemitteilung

ESG-Offenlegungsverordnung leitet tiefgreifenden Wandel für die Immobilienbranche ein

Entwickler könnten die Reichweite der ESG-Richtlinien unterschätzen

09. März 2021

FRANKFURT, 09. März 2021 - Es ist so weit, Nachhaltigkeit wird zu einem Kriterium, das Investoren in der EU nicht länger ignorieren können. Vom 10. März 2021 an kommt die EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor zur Anwendung. Sie legt für Finanzmarktteilnehmer umfassende Informations- und Offenlegungspflichten für die Nachhaltigkeitsrisiken von Investments fest.

„Finanzmarktteilnehmer müssen künftig die Klima- bzw. Umweltrisiken in ihren Investitionsentscheidungen transparent machen. Auf Produktebene gilt diese Offenlegungsverpflichtung ebenfalls, wenn diese mit Nachhaltigkeitskriterien beworben werden. Damit ist ein tiefgreifender Paradigmenwechsel angestoßen, der aus dem Finanzmarkt auf nahezu alle Akteure der Immobilienwirtschaft ausstrahlen wird“, erklärt Dr. Gunnar Gombert, JLL Head of Sales & Business Development Germany.

Die Bewertung der Investitionsrisiken folgt dabei der ebenfalls neu ausgearbeiteten EU-Taxonomie, die vorerst zwar nur für klimabezogene Kriterien konkretisiert ist, aber in übrigen Punkten die Einhaltung von gegebenen Mindeststandards einfordert. „Damit schafft die EU für Nachhaltigkeitskriterien eine zwar zunächst noch unvollständige, aber dennoch einheitliche Sprache, was das Greenwashing von nicht wirklich nachhaltigen Investments erschweren wird“, so Gombert.

Vor allem die Auswirkung der Offenlegungsverordnung auf die Projektentwickler lasse sich nicht genug betonen. „Zahlreiche Entwickler sind nicht wirklich auf die Auswirkungen vorbereitet. ESG ist weit umfassender als nur ‚Green Building‘. Investoren werden sich in ihren Entscheidungsprozessen immer stärker konform zur EU-Taxonomie ausrichten und bei ihren Ankaufsentscheidungen hohe ESG-Risiken meiden. Entwickler, die diesen Kriterien nicht genügen, haben also künftig bei der Suche nach einem Finanzierer deutliche Nachteile bis hin zu Ausschlusskriterien zu erwarten. Mieter stellen bereits heute Ansprüche an den CO2-Fußabdruck, Barrierefreiheit oder gesunde und wiederverwertbare Materialien. Arbeitnehmer wünschen sich einen werteorientierten und verantwortungsvoll agierenden Arbeitgeber. Auch in der Dokumentation von Nachhaltigkeitsaspekten, die Investoren ebenfalls verlangen dürften, haben die meisten Entwickler noch teils erheblichen Nachholbedarf“, so die Einschätzung Gomberts.

Auch wenn in der öffentlichen Wahrnehmung Umwelt- und Klimafragen im Fokus stehen, gehen die ESG-Anforderungen über diesen Rahmen hinaus und schließen bedeutungsgemäß auch Kriterien der Sozialverträglichkeit und Unternehmensführung ein. „Arbeitsrechtliche Bestimmungen und Compliance-Anforderungen, auch ausgedehnt auf Zulieferer und Subunternehmer, werden also nicht nur selbstverständlich einzuhalten sein, sondern zunehmend ebenfalls dokumentiert werden müssen“, sagt Gombert.

Und damit ist erst der Anfang gemacht. Neben der Konkretisierung der EU-Taxonomie hat die Finanz- und damit in Folge die Immobilienwirtschaft in den kommenden Jahren weiter steigende Anforderungen aus dem ESG-Regelwerk zu erwarten.


Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. JLL gestaltet die Immobilien-Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und nutzt dabei fortschrittliche Technologien, um Kunden, Mitarbeitern und Partnern werthaltige Chancen, nachhaltige Lösungen und eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung zu bieten. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2020 von 16,6 Mrd. USD ist Ende Dezember 2020 in über 80 Ländern mit weltweit mehr als 91.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de