Pressemitteilung

Globale direkte Immobilieninvestitionen mit starkem Drive

Im zweiten Quartal Anstieg in allen Regionen

12. August 2021

FRANKFURT, 12. August 2021 – Das globale Transaktionsvolumen hat im zweiten Quartal deutlich zugelegt. 247 Mrd. USD sind gleichbedeutend einem Anstieg um 103 Prozent gegenüber dem Markttief vor einem Jahr. Damit konnte das Minus von 8 Prozent in den ersten drei Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahr in ein Plus gedreht und Vor-Corona Aktivitäten erreicht werden. Insgesamt bilanziert das Halbjahresvolumen in 60 analysierten Ländern 442 Mrd. USD, ein Drittel mehr als zur Jahresmitte 2020. Der Fünfjahresschnitt ist damit um 4 Prozent, der Zehnjahresschnitt um 13 Prozent getoppt.

Laut dem neuesten Report von JLL Global Real Estate Perspective verzeichnete im zweiten Quartal jede Region im Vergleich zum Vorjahr signifikante Zuwächse beim Transaktionsvolumen. Dabei profitierten vor allem Märkte mit branchenspezifischer Vielfalt und großvolumigen Anlagemöglichkeiten. In vielen der größten gewerblichen Immobilienmärkten fiel eine Kombination aus soliden Objekt-Pipelines und realisierten Transaktionen mit dem breiteren Zugang zu Impfstoffen zusammen Dies gilt insbesondere für die USA, Deutschland, Großbritannien und China.

"War Widerstandsfähigkeit der globalen Gewerbeimmobilien-Investmentmärkten in den letzten 12 Monaten gefragt, zeigte sich nun im zweiten Quartal auf Basis von verbessertem Anlegervertrauen eine bemerkenswerte Erholung“, so Hela Hinrichs, Senior Director, JLL EMEA Research & Strategy. Hinrichs weiter: „Gestützt auf reichlich trockenes Pulver bei den Investoren und dem Wunsch, Portfolios geografisch zu erweitern und zu diversifizieren, erwarten wir, dass die Dynamik zulegt und deutlich mehr Kapital in die Immobilienmärkte fließt. Dies vor allem durch größere Investitionen auf Plattform – oder Gebäudeebene. Es ist das Charakteristikum schlechthin für die derzeitige Markterholung.“

In den drei Region erlebten die USA mit einem Plus im Jahresvergleich von 161 Prozent im zweiten Quartal auf 112 Mrd. USD den stärksten Zuwachs, wobei sich der Optimismus laut JLL mittlerweile auf Sektoren erweitert hat, die in den vergangenen Quartalen weniger auf dem Radar der Investoren bewegten. Das Halbjahresvolumen lag bei 200 Mrd. USD, entsprechend einem Plus von 41 Prozent im Jahresvergleich. Die Volumina in der Region Asien-Pazifik legten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um immerhin 90 Prozent auf rund 50 Mrd. USD zu - trotz neuer Einschränkungen in Teilen Australiens und Südostasiens. Für das gesamte Halbjahr schlug ein Plus von 39 Prozent zu Buche. Allein China und Australien notierten in den Monaten April bis Ende Juni zusammen ein investiertes Kapital in gewerbliche Immobilien von 25 Mrd. USD, in den ersten sechs Monaten waren es insgesamt 36 Mrd. USD, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

In EMEA stiegen die Q 2 Volumina im Jahresvergleich um 74 Prozent, für die ersten sechs Monate zusammen lag das Ergebnis mit 143 Mrd. USD um ein Viertel höher als im Vergleichszeitraum 2020. Vor allem Deutschland und UK, beide jeweils rund 37 Mrd. USD bis zur Jahresmitte, stärkten die regionalen Investitionen. Mehr als die Hälfte der europäischen Aktivitäten fielen auf diese beiden Länder.

Das meiste Kapital weltweit wurde über alle Assetklassen hinweg in Core und Core plus investiert. Allerdings war auch zu beobachten, dass durch das gestiegene Marktvertrauen die Anleger ihr Risikospektrum ausgeweitet haben, insbesondere in den Bereichen Logistik und Wohnen.

„Steigende Impfraten verbessern die Stimmung auf den Märkten, treiben die Strategien und Zeitpläne für den Wiederbelegung der Büros durch die Mitarbeiter voran. In vielen Märkten waren die Reisebeschränkungen in Verbindung mit erfolgreichen Impfkampagnen zumindest gelockert, ein Trend, der für grenzüberschreitende Kapitalströme entscheidend ist“, so Hinrichs

Weitere Ergebnisse im JLL Report

  • Grenzüberschreitende Investitionen erzielten im ersten Halbjahr mit einem Anteil von 29 Prozent des globalen Transaktionsvolumens den niedrigsten Anteil seit 2014. Ihr Ergebnis belief sich auf 106 Mrd. USD. Beschränkungen dämpfen nach wie vor die intraregionalen und interregionalen Kapitalströme, unabhängig von operativen und technologischen Optimierungen. Immerhin: die Kapitalflüsse sind deutlich höher als in den Jahren nach der globalen Finanzkrise. Zwischen 2019 und 2021 lagen sie lediglich bei 44 Mrd. USD.
  • Appetit auf großvolumige Investitionen. Die Portfolioinvestitionstätigkeiten sind mit insgesamt 59 Mrd. USD im zweiten Quartal 2021 (H1 2021: 111 Mrd. USD) auf das Niveau vor COVID zurückgekehrt. Mit 18 Mrd. USD an Investitionen in Logistikportfolios machte der Sektor 31 Prozent des gesamten globalen Portfoliovolumens aus, dem dritthöchsten Quartalsanteil, der jemals erzielt wurde. Einzelhandelsportfolios nahmen insbesondere wieder in China aufgrund des Handels mit größeren Einkaufszentren zu.  Ebenfalls zugelegt haben die M&A-Aktivitäten, wobei der Schwerpunkt verstärkt auf Privatisierungen und REIT M&A lag.
  • Sektorale Vielfalt beschleunigt Erholung: Portfoliodiversifizierung bleibt ein wichtiges  Thema in allen Regionen. Logistik und Wohnen profitieren weiterhin von steigenden Investments: 48 Prozent entfielen auf diese beiden Sektoren. Die USA spielen in diesen Wachstumssektoren die bedeutendste Rolle, als Treiber der Dynamik gelten auch Deutschland, Großbritannien, Australien und Kanada. Angesichts der Größe seines institutionellen Wohnungsmarktes machten die USA im zweiten Quartal 72 Prozent des Transaktionsvolumens aus. Deutschland, Großbritannien und Japan ziehen im Living Sektor zunehmend inländisches und grenzüberschreitendes Kapital und Entwickler an.
  • Preisfindung weitet sich aus: Ein verstärkter Wettbewerb und die Menge an Kapital, die auf die Anlageklasse Immobilien abzielt, wirkt sich auf die Preisgestaltung aus und beschleunigt das Investoreninteresse an Sektoren, die in den vergangenen Quartalen eine nur schleppende Entwicklung gezeigt haben. Sektorübegreifend ist die Differenz zwischen den angebotenen Käufer- und Verkäuferpreisen kleiner geworden.
  • Investitionsbereitschaft und Preisgestaltung für risikoreichere (Value Add, opportunistische) Strategien in den Bereichen Logistik und Wohnen nimmt zu.

„Auch wenn u.a. die steigenden Impfraten die Stimmung an den Märkten verbessert haben unterstreicht die rasche Ausbreitung von Varianten die Unvorhersehbarkeit einer nachhaltigen Erholung. In den kommenden Quartalen wird eine weiter schrittweise Verbesserung der Anlegerstimmung erwartet. Der Rückenwind für die Wachstumssektoren bleibt stark. Sie werden voraussichtlich auch in Zukunft strategische Investitionspriorität bleiben“, so Hela Hinrichs.

Die Zahlen im Report Global Real Estate Perspective berücksichtigen Transaktionen in einer Größenordnung ab 5 Mio. USD in den Assetklassen Büro, Mehrfamilienhäuser, Einzelhandel, Hotel, Logistik- und Industrieimmobilien sowie gemischte Nutzungen, Health Care und alternative Sektoren. Nicht enthalten sind Transaktionen auf Unternehmensebene sowie Projekt- und Grundstücksverkäufe.


Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. JLL gestaltet die Immobilien-Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und nutzt dabei fortschrittliche Technologien, um Kunden, Mitarbeitern und Partnern werthaltige Chancen, nachhaltige Lösungen und eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung zu bieten. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2020 von 16,6 Mrd. USD ist Ende Juni 2021 in über 80 Ländern mit weltweit mehr als 92.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de