ifo Beschäftigungsbarometer fallend - Büroflächennachfrage rückläufig

FRANKFURT, 30. August 2019 - Dass wirtschaftliche Fundamentaldaten eng mit der Entwicklung der Büromärkte verbunden sind, ist keine neue Erkenntnis. Spannend ist allerdings die Suche nach Indikatoren, die auf eine Änderung des Marktumfeldes hindeuten.

Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich für den deutschen Bürovermietungsmarkt (Big 7*)  diesbezüglich in der Vergangenheit als sehr zuverlässig erwiesen. Denn der Zusammenhang zwischen der Bereitschaft der Unternehmen, Personal einzustellen und aufzubauen und dem tatsächlich realisierten Umsatzvolumen in den Big 7 ist nachvollziehbar: mit steigender Belegschaft steigt in der Regel die Anmietung von Büroflächen - zwar nicht unmittelbar und sofort, aber Änderungen beim ifo Beschäftigungsbarometer werden erfahrungsgemäß mit einem Verzug von rund drei Quartalen am Büromarkt spürbar.

ifo Beschäftigungsbarometer fallend - Büronachfrage rückläufig

Dazu Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany: „Rein statistisch gesehen gilt folgender Zusammenhang: Verliert der Index 5 Prozent, sinkt der Flächenumsatz um 10 Prozent. Und tatsächlich ist das ifo Beschäftigungsbarometer in der ersten Jahreshälfte um rund 5 Prozent gefallen, so stark wie seit 2009 nicht mehr. An den Büro-Vermietungsmärkten war von der sinkenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen allerdings bislang noch nichts zu spüren.  Bis Ende des Jahres erwarten wir aber einen Rückgang des Büroflächenumsatzes im Vergleich zu 2018 um rund 4 Prozent.“ Scheunemann weiter: „Dass es nicht exakt 10 Prozent sein werden, hängt damit zusammen, dass im ifo Beschäftigungsbarometer nicht nur Büronutzer, sondern alle Branchen abgebildet werden und Industrieunternehmen im Besonderen ihre Personalpläne aufgrund rückläufiger Auftragseingänge zurückgefahren haben. Hinzu kommt, dass es aufgrund des signifikanten Angebotsmangels im aktuellen Zyklus noch Umzugs-Überhänge gibt, die deshalb nicht realisiert werden konnten, weil es keine verfügbaren Flächen gab.“

Scheunemann abschließend: „Für den Jahresbeginn 2020 deutet sich ein weiteres Abflauen der Büroflächennachfrage an, denn in den Monaten Juli und August ist das ifo Beschäftigungsbarometer weiter gefallen. Die rezessiven Tendenzen schlagen nun auch auf den Dienstleistungssektor durch, also auf die Branchen, die im Schnitt für rund 85 Prozent des gesamten Büroflächenumsatzes in den Big 7 verantwortlich sind.“ 

 

Anmerkung zur Methodik:

Das ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Planungen für die Zahl der Beschäftigten für die nächsten drei Monate als "zunehmen", "gleich bleiben" oder "abnehmen" kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "zunehmen" und "abnehmen". Zur Berechnung der Indexwerte werden die Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005 normiert.


Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. Unsere Vision ist es, die Welt der Immobilien neu zu gestalten, profitable Chancen aufzuzeigen und Räume zu schaffen, in denen Menschen ihre Ambitionen verwirklichen können – für eine aussichtsreiche Zukunft unserer Kunden, Mitarbeiter und Partner. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2018 von 16,3 Mrd. USD ist Ende Juni 2019 in mehr als 80 Ländern mit weltweit knapp 92.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de