Pressemitteilung

Mehrheit der Immobilienbranche bewertet Klimakrise als finanzielles Risiko

JLL-Studie zeigt hohe Bereitschaft zur Dekarbonisierung bei Nutzern und Investoren

06. Juli 2021

Frankfurt am Main, 06.07.2021 - 83 Prozent der gewerblichen Immobiliennutzer und 78 Prozent der Immobilien-Investoren weltweit bewerten Klimarisiken auch als finanzielles Risiko. Dabei relativieren sich für viele Befragte die Ausgaben für Dekarbonisierungsmaßnahmen, also Maßnahmen zur CO2-Minimierung, im Vergleich zu den möglichen Folgekosten des Klimawandels. Dies sind Ergebnisse der globalen JLL-Studie „Decarbonizing the Built Environment“, für die rund 650 weltweit aktive Immobiliennutzer und Investoren befragt wurden.

„Beim Klimaschutz spielt der Immobiliensektor eine zentrale Rolle. Diese Erkenntnis setzt sich bei Investoren und Unternehmen immer mehr durch. Für eine erfolgreiche Strategie zur CO2-Reduzierung müssen Politik und Verwaltung in Zukunft noch stärker den Schulterschluss suchen – die Bereitschaft ist auf Seiten der wirtschaftlichen Akteure deutlich spürbar. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, deren Bewältigung maßgeblich von der Einbeziehung und vom Know-how der Immobilienbranche abhängen wird“, so Sven Grönwoldt, Team Leader Sustainability & ESG Consulting bei JLL.

Fast neun von zehn Befragten gaben an, dass Nachhaltigkeit für ihre Unternehmensstrategie zunehmend wichtig wird. Immobilieninvestoren sehen in der Dekarbonisierung ein Mittel zur Wertsteigerung und einen möglichen Wettbewerbsvorteil. Dies gilt vor allem für führende Investoren, die CO2-Risiken mit ihren Anlagestrategien abstimmen. Höchste Priorität hat für die befragten Führungskräfte, Orte zu schaffen, die sowohl nachhaltig als auch menschengerecht sind.

Viele der aktiveren Studienteilnehmer übertreffen in ihren Nachhaltigkeitsambitionen die politischen Entscheidungsträger. Verbreitet ist der Wunsch nach stärkeren Partnerschaften mit regionalen und landesweiten Regierungsinstitutionen, von denen vielfach größeres Engagement für die Dekarbonisierung erwartet wird. 81 Prozent der Befragten glauben an die entscheidende Bedeutung von Partnerschaften zwischen Städten, Nutzern und Investoren für den Erfolg der Netto-Null-Kohlenstoff-Agenda.

Beschleuniger und Bremser nachhaltiger Entwicklung

Die JLL-Studie verdeutlicht zudem verschiedene Faktoren, die für die Etablierung einer CO2-optimierten Immobilienwirtschaft von Bedeutung sind. Eine primäre Hürde ist dabei die mangelnde Verfügbarkeit. Die Nachfrage nach nachhaltigen Immobilienoptionen übersteigt das Angebot. So stehen unter Umständen nicht ausreichend in Frage kommende Immobilien zur Verfügung, um Nutzern die Umsetzung ihrer ehrgeizigen Klimaziele zu ermöglichen. Das Potenzial für eine Nachrüstung im Bestand ist daher beträchtlich. Allerdings stellen dabei überalterte Immobilien und unzureichende städtische Infrastruktur eine große Herausforderung dar.

Nachhaltigkeit im Immobiliensektor wird maßgeblich von der Technologiefrage bestimmt. Optimierte Datenerfassung und -auswertung eröffnen die Möglichkeit für kontinuierliche Nutzungsverbesserung, etwa auf der Grundlage von Echtzeitanalysen und automatisierten Betriebseinstellungen. Doch etwas mehr als die Hälfte der befragten Investoren und Nutzer sieht Nachholbedarf und beschreibt ihre derzeitigen Daten- und Messkapazitäten als „in der Entwicklung". Mit der Investition in Technologie bietet sich hier also noch viel Raum für Verbesserung – zumal die Abhängigkeit von Daten weiter steigt, angetrieben durch Transparenz- und Reporting-Anforderungen. 


Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. JLL gestaltet die Immobilien-Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und nutzt dabei fortschrittliche Technologien, um Kunden, Mitarbeitern und Partnern werthaltige Chancen, nachhaltige Lösungen und eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung zu bieten. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2020 von 16,6 Mrd. USD ist Ende März 2021 in über 80 Ländern mit weltweit mehr als 91.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de