Pressemitteilung

Kölner Bürovermietungsmarkt zeigt zum Halbjahr positive Signale

Auf dem Investmentmarkt positioniert sich vor allem Mischnutzung stark

13. Juli 2021

KÖLN, 13.07.2021 – Auch wenn das zweite Quartal auf dem Bürovermietungsmarkt Köln etwas schwächelte, unter dem Strich lässt das Ergebnis zum Halbjahr auf eine kommende Erholung aus dem Corona-Knick hoffen. Der Flächenumsatz belief sich auf rund 146.000 m2, ein Wert 50 Prozent über dem des Vergleichszeitraums 2020. Und auch bei den Immobilieninvestments zeichnet sich derzeit eine positive Entwicklung ab. In den ersten beiden Quartalen kam ein Transaktionsvolumen von rund 820 Mio. Euro zusammen.

„Vor allem bei den kleineren Büroflächen haben wir im ersten Halbjahr noch viel Bewegung gesehen, während größere Anmietentscheidungen vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung zögerlich getroffen werden – wenn auch das Halbjahresergebnis maßgeblich von großen Abschlüssen im Bereich der Öffentlichen Hand beeinflusst wurde“, erklärt Knut Kirchhoff, Niederlassungsleiter JLL Köln.

Auf eben jene kleinen Deals unterhalb der 500 m2-Grenze entfielen zwei Drittel der Abschlüsse mit einem addierten Flächenumsatz von fast 30.000 m2. Insgesamt wurde vor allem in der City-Lage angemietet, die mit rund 57.000 m2 an der Spitze der Rangliste steht – fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020. Unter den einzelnen Teilmärkten verzeichnete nur Ehrenfeld/Braunsfeld ein höheres Plus von 360 Prozent. Auch der Teilmarkt Ossendorf/Nippes verbesserte sich stark um 160 Prozent.

Betrachtet nach Branchen dominierte die Öffentliche Verwaltung vor allem durch ihre sehr großen Anmietungen im ersten Quartal auch das Halbjahresergebnis. Rund 52.000 m2 wurden durch dieses Segment angemietet, mehr als ein Drittel der Gesamtfläche. Deutlich dahinter folgen die Unternehmensbezogenen Dienstleistungen und der Bereich Ausbildung, Gesundheit und Soziales.

Leicht gestiegen ist allerdings auch die Leerstandsquote. Lag sie im ersten Quartal noch bei 2,9 Prozent, erreichte sie in den drei Folgemonaten 3,1 Prozent. Auch das ist ein sehr niedriger Wert, der noch lange nicht für den Umschwung zum Mietermarkt spricht. So ist auch keine Verringerung bei den Mietpreisen erkennbar. Die Bürospitzenmiete hält sich stabil bei 26 Euro/m2 und wird bis Jahresende vermutlich auf 26,50 Euro/m2 zulegen.

In diesem geringen Leerstand zeigt sich allerdings auch wieder eine alte Kölner Problematik, nur 23 Prozent davon entfallen auf Büroflächen von erstklassiger Ausstattung. „Qualität wird sehr viel mehr in den Fokus rücken als bisher. Das Büro steht nach der Pandemieerfahrung jetzt in Konkurrenz zu alternativen Arbeitsorten. Auch Köln wird hier mitziehen müssen für einen dynamischeren Vermietungsmarkt – die Nachfrage nach hochwertigen Flächen wird mindestens mittelfristig sicher steigen. Selbst im Bereich der in Köln stark vertretenen Öffentlichen Verwaltung werden sich gerade junge Talente nicht mehr mit dem klassischen Amtsstubenflair zufriedengeben“, so Kirchhoff.

In der weiteren Entwicklung des Kölner Markts wird viel vom Nachholen verschobener Entscheidungen abhängen. „Nicht wenige potenzielle Mieter haben sich während der Pandemie um mittelfristige Vertragsverlängerungen bemüht. Nicht jede Anmietung wird also in diesem Jahr nachgeholt. Hinzu kommt, dass einzelne Fertigstellungen durch Lieferschwierigkeiten nicht termingerecht verlaufen. Dennoch könnte der Bürovermietungsmarkt in der Domstadt insgesamt 260.000 m2 Flächenumsatz erzielen“, erklärt Kirchhoff.

Hoher Anteil ausländischer Investments

Ein positiver Trend zeichnet sich auf dem Kölner Immobilien-Investmentmarkt ab. Lag das Transaktionsvolumen in den ersten drei Monaten noch bei rund 310 Mio. Euro, stieg es im zweiten Quartal auf ca. 510 Mio. an. Insgesamt konnte sich so das erste Halbjahr 2021 18 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres platzieren.

Maßgeblichen Anteil daran hatte der Verkauf eines großen, gemischtgenutzten Quartiers in der Innenstadt. Entsprechend hoch lag im ersten Halbjahr auch der Anteil von Immobilien der Mischnutzung am Standort Köln. 23 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens entfielen auf solche Assets. Nur Büroimmobilien verbuchten einen größeren Anteil, 38 Prozent oder absolut 310 Mio. Euro. Die Bürospitzenrendite sank dabei im zweiten Quartal auf 2,9 Prozent, ein Wert, den sie vermutlich bis zum Jahresende halten wird. Stark auch wieder der Pandemie-Gewinner Living: Hier kamen bis zur Jahresmitte Abschlüsse in Summe von knapp 180 Mio. Euro zustande, 22 Prozent des Gesamtvolumens.

Auffällig hoch ist bei den Deals der Anteil ausländischer Investoren. Sie haben per Saldo im ersten Halbjahr über 260 Mio. Euro Bestand aufgebaut. Auf Käuferseite waren sie für 42 Prozent des Volumens verantwortlich, auf Verkäuferseite nur für 10 Prozent – der niedrigste Verkäuferanteil unter den deutschen Big 7-Städten.

„Bereits seit zweieinhalb Jahren verzeichnen wir eine zunehmende Aktivität ausländischer Investoren im Kölner Immobilienmarkt. Der Stadt ist es damit gelungen, sich während der Pandemie als Hafen für internationales Kapital zu etablieren“, so Kirchhoff.


Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. JLL gestaltet die Immobilien-Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und nutzt dabei fortschrittliche Technologien, um Kunden, Mitarbeitern und Partnern werthaltige Chancen, nachhaltige Lösungen und eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung zu bieten. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2020 von 16,6 Mrd. USD ist Ende März 2021 in über 80 Ländern mit weltweit mehr als 91.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de