Nürnberg verzeichnet große Büro-Anmietungen und hadert mit der Qualität

Laufende Verhandlungen lassen auf starkes zweites Halbjahr hoffen

22. August 2019

NÜRNBERG, 22. August 2019 – Fünf Anmietungen mit mehr als 1.500 m² haben dem Nürnberger Büromarkt in der ersten Jahreshälfte 2019 kräftig Aufwind gegeben. Insgesamt wurden 47.000 m² neu vergeben, was einem Plus von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (33.000 m²) entspricht. Vor allem der Vertragsabschluss der Design Offices GmbH mit rund 10.000 m² stach in den ersten sechs Monaten heraus. Insgesamt steuerten die fünf Großabschlüsse rund 28.000 m² und somit mehr als 60 Prozent des bisherigen Gesamtumsatzes bei.

Julia Schreiter, Team Leader Office Leasing JLL Nürnberg: „Der Markt in der Frankenmetropole zeigt sich weiterhin expansiv, denn aktuell werden noch weitere Großanmietungen verhandelt, so dass wir ein Jahresendergebnis von rund 85.000 m² erwarten. Das wäre das drittbeste Ergebnis nach den beiden Rekordjahren 2016 (142.000 m²) und 2017 (138.000 m²) der vergangenen zehn Jahre.“ Besonders die unternehmensbezogenen Dienstleister waren mit 42 Prozent der umgesetzten Fläche sehr expansiv. Es folgen Industrieunternehmen mit 27 Prozent, während alle anderen Branchen im einstelligen Prozentbereich rangieren.

Qualitativ gute Flächen werden indes immer knapper auf dem Nürnberger Büromarkt: Nur knapp 14 Prozent des Umsatzes entfielen auf Büros mit erstklassiger Ausstattung. Oft bleibt den Nutzern keine andere Wahl, denn die Leerstandsquote sank binnen eines Jahres von 2,6 auf 2,1 Prozent. Das entspricht rund 84.000 m² Bürofläche, von denen das Gros von 85 Prozent jedoch nur eine durchschnittliche Ausstattung bietet. „Hier muss Nürnberg deutlich nachbessern, um sich für international tätige Firmen als sinnvolle Ergänzung oder gar Alternative zu München anzubieten. Nur mit entsprechender Qualität kann die Stadt im Wettbewerb um die besten Köpfe punkten“, analysiert Julia Schreiter die strategische Bedeutung hochwertiger Flächen für Standort und Unternehmen.

 

Neue, moderne Flächen kommen derzeit kaum auf den Markt: Im ersten Halbjahr 2019 waren nur 1.700 m² der fertiggestellten Flächen noch verfügbar. Weitere 17.600 m² wurden bereits vor Baubeginn vermietet. Auch die derzeit sich im Bau befindlichen Flächen sorgen für keine Entspannung, da nur ein kleiner Anteil von sechs Prozent der insgesamt 103.500 m² noch nicht vermietet ist.

Spitzenmiete zieht nach Sattelphase auf 15,50 Euro in der Innenstadt an

Die konstant hohe Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit an Büroflächen wirkt sich auch auf die Spitzenmiete aus: Nach eineinhalb Jahren auf stabilem Niveau stieg sie im ersten Halbjahr 2019 um 50 Cent auf 15,50 Euro pro Monat und Quadratmeter. Dieser Betrag wird in der Innenstadt gezahlt, wo aber auch Flächen ab acht Euro vermietet sind. „Kalkuliert man ein, dass Münchens Innenstadt nur eine Bahnstunde entfernt ist, sind die bislang moderaten Mieten in Nürnberg ein absoluter Pluspunkt für eine Standortentscheidung. Voraussetzung ist allerdings, dass auch entsprechende Flächen zur Verfügung stehen. Deshalb muss investiert und gebaut werden“, sagt Schreiter.

Investoren scheinen an das Potenzial des Nürnberger Büromarktes zu glauben: Innerhalb der ersten sechs Monate wurden Immobilien im Wert von knapp 480 Mio. Euro gehandelt. Das ist fast doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2018. Die Spitzenrendite für Büroimmobilien liegt derzeit stabil bei 3,85 Prozent.


Über JLL

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