Temporäres Wohnen in Berlin entlastet den Wohnungsmarkt

Neue Konzepte vor dem Hintergrund der Internationalisierung des Marktes

Dezember 14, 2018

BERLIN, 14. Dezember 2018 - Der Markt für Temporäres Wohnen in Berlin verändert sich. Eine Internationalisierung der Investoren und Betreiber sowie die Entwicklung neuer Konzepte bilden die aktuell relevanten Trends.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktualisierte Version des 2016 erstmalig veröffentlichten Marktberichts für Temporäres Wohnen in Berlin, der von JLL in Kooperation mit der Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH erstellt wurde.

Temporäres Wohnen „Everybody‘s darling”

Auf der Investmentebene entwickelt sich Temporäres Wohnen immer mehr zu „Everybody‘s darling“. Konzentrierten sich Investitionen in diesem Segment in Deutschland bis 2014 ursprünglich auf das rein studentische Wohnen mit etwa 120 Mio. Euro Investmentvolumen, so wurden in den letzten Jahren die Produkte immer vielfältiger. „Aktuell enthält die Produktpalette des Temporären Wohnens neben dem studentischen Wohnen auch Mikroapartments, Serviced Apartments sowie inzwischen verstärkt immer mehr Co-Living-Produkte“, sagt Roman Heidrich, Senior Team Leader Residential Valuation JLL Berlin. Heidrich weiter: „Die Konsequenz dieser Diversifikation? Bis zum Ende des dritten Quartals dieses Jahres war das Investmentvolumen mit ca. 2,5 Mrd. Euro 20mal höher als noch fünf Jahre zuvor. Internationale Investoren waren daran mit einem Anteil von 30 % beteiligt, während sie 2013 am deutschen Markt kaum wahrnehmbar waren.“

Vielfalt der Akteure, Vielfalt der Konzepte

Neben dem stark gestiegenen Interesse internationaler Investoren streben auch internationale Betreiber nach Deutschland. Sie kommen aus unterschiedlichsten Segmenten und Ländern. Dazu gehören die klassischen Mikroapartmentbetreiber, Betreiber aus dem Bereichen Hotel und Serviced Apartments, Wohnungskonzerne und Co-Working Anbieter.

Die Vielfalt der Akteure führt auch zu einer Vielfalt der Konzepte. Allen Konzepten gemeinsam ist das Zusammenführen von Service-Elementen aus dem Hotelsektor sowie dem kompakten Wohnen aus dem Segment der Mikroapartments. Gemeinsam entwickeln sich beide zu neuen Co-Living Konzepten. Co-Living charakterisiert sich neben dem individuellen Wohnbereich durch einen hohen Anteil von Gemeinschaftsflächen z.B. für gemeinsames Kochen und die modulare Ergänzung von Elementen der Shared Community, standardisierten Dienstleistungen und Versorgungseinrichtungen. Zentraler Schwerpunkt ist die Community sowie markenbildende Einrichtungen wie z.B. Lounges, Fitnessbereiche oder Schwimmbäder, die dem Co-Living-Konzept eine einzigartige Identität verleihen. Einige Konzepte verbinden zudem auch Wohnen und Arbeiten miteinander. Mit diesen hybriden Konzepten wird es möglich, dass global agierende Co-Working-Markenartikler ein Produkt für viele Städte entwickeln und es beispielsweise den Mitarbeitern der internationalen Start-Up Szene ermöglichen, Orte zu wechseln, ohne die Community verlassen zu müssen.

Die Zielgruppen dieser neuen Konzepte rekrutieren sich ebenfalls aus unterschiedlichen Bereichen. Touristen werden ebenso angesprochen wie internationale Projektentwickler oder Berufsanfänger.

Entlastung des Berliner Wohnungsmarktes

Berlin mit ihrer stark gestiegenen Internationalität und der prosperierenden Start-up Szene ist dabei der Hotspot der Entwicklung neuer Konzepte. Alle international agierenden Betreiber sind in der Hauptstadt aktiv. Darüber hinaus entwickeln lokale Betreiber ebenfalls neue Konzepte. Und auch die klassischen Konzepte des Temporären Wohnens verändern sich. Insbesondere der Servicegedanke der neuen Konzepte bereichert die Wohnformen.

„Schließlich bedeutet das Temporäre Wohnen immer auch eine Entlastung des Wohnungsmarktes einer Stadt“, so Roland Stauber, Sprecher der Geschäftsführung Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH. Und weiter: „Die hohe Zuwanderung aus dem In- und Ausland hat in den letzten Jahren zu einem angespannten Wohnungsmarkt in Berlin geführt. In der Konsequenz haben temporär Beschäftigte u.a. aus dem Bau- und Gesundheitssektor, die international rekrutiert werden, große Schwierigkeiten bei der Wohnungsfindung auf dem regulären Mietwohnungsmarkt. Das Segment des Temporären Wohnens bietet für diese Zielgruppen nach wie vor ein passendes und bezahlbares Angebot.“