Tokio behauptet Spitze beim weltweiten Transaktionsvolumen

Berlin und Frankfurt unter den Top 20

15. Mai 2020

FRANKFURT, 15. Mai 2020 – Berlin und Frankfurt gehörten in den ersten drei Monaten 2020 zu den Top 20 – Investmentzielen weltweit. Mit rund 2,0 bzw.1,54 Mrd. USD* landete die deutsche Hauptstadt auf Platz 18 (im Vorjahr auf Platz 11) und die Mainmetropole auf Platz 20 (im Vorjahr noch unter ferner liefen auf Platz 50). 28 bzw. knapp 20 Prozent des jeweiligen Transaktionsvolumens entfielen auf grenzüberschreitende Transaktionen.

Mit 9,45 Mrd. USD (+ 17 %) behauptete Tokio bis Ende März 2020 seine Spitzenposition der weltweit wichtigsten Investmentziele, basierend auf einem robusten Wachstum in den Bereichen Logistik, Mehrfamilienhäuser und Einzelhandel. New York mit über 9,2 Mrd. USD positionierte sich mit einem Plus von 16 Prozent als zweitgrößter globaler Markt, übertraf damit London, das mit 6,0 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr ein um ein Viertel niedrigeres Volumen bilanzierte. Der Bürosektor machte in der US-amerikanischen Metropole durch einige große Transaktionen, die vor der Pandemie zwischen Februar und Anfang März abgeschlossen wurden, rund 43 Prozent des Investmentvolumens aus. Darunter gehörte auch der Kauf eines Bürogebäudes durch die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re) in der Madison Avenue. Überhaupt haben deutsche Investoren im ersten Quartal 2020 sehr viel Kapital über die Grenzen hinweg in Immobilien gesteckt: mit etwas mehr als 8 Mrd USD sind sie die bei weitem stärkste Käufergruppe außerhalb ihres Heimatlandes. Die auf den Plätzen folgenden Länder kommen jeweils nicht einmal auf die Hälfte dieses Volumens.

Insgesamt platzierten sich sechs US-amerikanische Städte unter den zehn größten und zwölf unter den Top 20 der Investmentziele weltweit. Neben New York verzeichnen mittelgroße Metropolen wie Dallas, Boston und Denver Anstiege um über 30 Prozent. Sie konnten damit ihre Positionen im Ranking allesamt verbessern. 

London bleibt trotz starken Rückgangs größter grenzüberschreitender Markt weltweit - Anstieg in acht der zehn größten Ziele für Auslandsinvestments 

Weltweit wurde im ersten Quartal 2020 ein Anstieg der grenzüberschreitenden Investments registriert, um 13 Prozent auf 55 Mrd. USD im Jahresvergleich. Am meisten Kapital floss in die Büro-, Mehrfamilien- und Logistiksektoren und -märkte in den USA, Großbritannien und Japan. Viele dieser Transaktionen wurden lange vor dem Ausbruch von COVID-19 ausgehandelt und abgeschlossen.

London behielt im ersten Quartal 2020 seinen Status als größter globaler Empfänger von grenzüberschreitendem Kapital, auch wenn ausländische Investitionen im Jahresvergleich um nahezu 50 Prozent zurückgingen.

Unter den Top 10 der weltweit größten grenzüberschreitenden Ziele konnten acht Städte ein Plus bilanzieren, darunter das zweitplatzierte New York mit einer mehr als Verachtfachung der Volumina auf 2,76 Mrd. USD. Tokio verdankt seinen dritten Platz mit 2,13 Mrd. USD dem Anstieg im Bürosektor, angetrieben durch zwei Mega-Deals von NBIM und Gaw Capital.

„Die Pandemie kam in einer Zeit ohnehin schwächelnden globalen Wachstums, erhöhter geopolitischer Risiken und eines sich generell bereits intensivierenden Gegenwinds gegen globale Entwicklungen. Corona kann all diese Trends verschärfen. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 gibt es keine groß angelegte internationale Koordination als Reaktion auf die jetzige Krise, sondern teilweise stark nationalstaatliche Alleingänge und Abschottungen“, so Hela Hinrichs, Senior Director, JLL EMEA Research & Strategy. Und Hinrichs weiter: „Das sorgt für unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Gesundung und im Gefolge auch bei der wirtschaftlichen Erholung in den einzelnen Regionen und Ländern. Die Pandemie wird in naher Zukunft zweifellos die grenzüberschreitenden Aktivitäten dämpfen. Sie könnte mittel- bis langfristig aber auch einige ‚unbeabsichtigte‘ Impulse für die globalen Kapitalströme liefern, sobald inter-regionale Investitionen wieder realistischer werden. Zinsverschiebungen haben das währungsübergreifende Hedging-Umfeld verändert und eröffnet Investoren neue Investitionsmöglichkeiten.“

Anmerkung:

* Die Zahlen beziehen sich auf den Kauf einzelner gewerblich genutzter Immobilien oder eines Immobilienportfolios (oder Anteile an Special Purpose Vehicles (SPV) mit Immobilienbesitz) und beinhalten:

  • Transaktionen im Wert von über 5 Millionen US-Dollar
  • Zu den Assetklassen gehören Büro, Mehrfamilienhäuser, Einzelhandel, Hotel, Logistik- und Industrieimmobilien, gemischte Nutzungen und „sonstiges” (einschließlich Pflegeheime, Studentenwohnheime etc.)

Die Daten beinhalten M&A von Immobiliengesellschaften, einschließlich REITs, bei denen bestimmte Bedingungen erfüllt sind

Nicht enthalten sind:

  • Transaktionen auf Unternehmensebene und von Projektentwicklungen

Über JLL

JLL (NYSE: JLL) ist ein führendes Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobilienbereich. JLL gestaltet die Immobilien-Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und nutzt dabei fortschrittliche Technologien, um Kunden, Mitarbeitern und Partnern werthaltige Chancen, nachhaltige Lösungen und eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung zu bieten. Das „Fortune 500“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2019 von 18 Mrd. USD ist Ende März 2020 in über 80 Ländern mit weltweit mehr als 94.000 Beschäftigten tätig. JLL ist der Markenname und ein eingetragenes Markenzeichen von Jones Lang LaSalle Incorporated. Weitere Informationen finden Sie unter http://jll.de